2:3! Eintracht verliert am Ende alle Derby-Punkte

Stadt Trier. Bittere Niederlage im Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga Südwest für die Trierer Eintracht: Im traditionsreichen Derby verlor der SV Eintracht Trier 05 vor 5384 Zuschauern mit 2:3 gegen den 1. FC Saarbrücken. Dabei hatte das von Peter Rubeck trainierte Team mit der Porta auf der Brust die Mehrzahl an Chancen, war besser als der FCS und hatte den Prestigesieg bereits in der Hand, ehe die Gäste in der Schlussphase noch zwei Mal zuschlugen.

Schon nach zehn Minuten hatten die Trierer Anhänger den Torschrei auf den Lippen: Julian Bidon war auf links schön frei gespielt worden, scheiterte an FCS-Keeper David Hohs. Benedikt Koep schaltete schnell, schob den Ball aber am leeren Kasten der Gäste aus dem Saarland vorbei.

Nach einem Start mit schnellen Passagen konzentrierte sich die Eintracht ab der 15. Minute zunächst darauf, auf Fehler der Saarbrücker zu lauern. Das Team von Coach Falko Götz verzeichnete ein Plus an Ballbesitz, kam aber nur selten so gefährlich vor das Trierer Tor, wie Solomon Okoronkwo, der von links flankte, Dominik Rohracker aber nicht mehr an den Ball kam (22.). Gegen Ende der ersten Hälfte schaffte es die Eintracht, wieder mehr für die Offensive zu tun. Dabei prüfte Robin Garnier FCS-Schlussmann David Hohs aus 16 Metern, der Ex-Keeper der Aachener Alemannia und des 1. FC Kaiserslautern zeigte aber nicht nur hier seine Klasse und lenkte das Spielgerät mit den Fingerspitzen über die Latte. In der 39. Minute rettete Hohs gleich zwei Mal – zunächst faustete er, nachdem Patrick Lienhard geschossen hatte, dann tauchte er beim Versuch von Christian Telch erfolgreich ab.

Rauchbomben und Bengalos

Bis die zweite Hälfte angepfiffen wurde, mussten sich die Zuschauer eine Weile gedulden. Unverbesserliche im Fanblock der Saarbrücker zündeten Rauchbomben und Knallkörper, sodass Schiedsrichter Nicolas Winter aus dem südpfälzischen Hagenbach die Partie mit fast zehnminütiger Verspätung anpfiff. Bereits in der ersten Hälfte hatte es Tumulte auf der Haupttribüne gegeben, ehe es sich unter anderem Heiner Semar, der sportliche Leiter der Eintracht, nicht nehmen ließ, zu schlichten.

In die zweite Hälfte wären die Blau-Schwarzen von der Saar fast optimal gestartet: Nach Freistoßhereingabe von Sven Sökler köpfte der aufgerückte Innenverteidiger Peter Chrappan nur um Haaresbreite am Trierer Tor vorbei (47.). Auf der Gegenseite war es wieder Hohs, der mit den Fingerspitzen klärte; Bidon hatte auf Lienhard geflankt, dessen Kopfball gut aufs Tor kam (52.). Chris Keilmann im SVE-Kasten wiederum musste sich beim Sökler-Freistoß lang machen (53.). Das Spiel wogte hin und her. In Minute 57 hätte die Eintracht-Führung eigentlich fällig sein müssen: Christopher Spang legte Lienhard vor, der am auf der Linie klärenden Chrappan scheiterte.

Dann aber das 0:1 in der 62. Minute: Auf Steilpass von Okoronkwo passte Alexandre Mendy nach innen. Dort vollendete Sökler am langen Pfosten. Der FCS hatte eiskalt zugeschlagen, nachdem die Rubeck-Elf bis dahin klasse Chancen nicht nutzen konnte. Auch in der 67. eine dicke Möglichkeit für die Hausherren. Diesmal scheiterte Koep am Innenpfosten. Der Ball tänzelte auf der Torlinie, dann war Hohs zur Stelle. Wenig später wurde die Eintracht endlich für ihren hohen läuferischen Aufwand und ihre Leidenschaft belohnt: Koep legte im Strafraum quer und der eingewechselte Daniel Hammel drückte den Ball über die Linie (70.). Nun wurde im Trierer Fanblock gezündelt. Schiri Winter handelte wieder konsequent, schickte de Teams wieder in die Kabinen. Damit hatten die Trierer Fans nicht nur dem Verein, der abermals eine dicke Strafe zu erwarten hat, einen Bärendienst erwiesen, sondern auch der Mannschaft, deren Auftrieb nach dem hoch verdienten Ausgleichstreffer zunächst abgebremst wurde.Nicht zum ersten Mal in einer Partie mit Trierer Beteiligung schafften es unbelehrbare Chaoten, ihre eigenen Interessen über die des Vereins zu stellen; ein kompletter Spielabbruch stand offenbar kurz bevor. 20 Minuten war die Partie unterbrochen, dann pfiff Winter wieder an. In der 76. Minute hatte die Eintracht das Match gedreht. Koep legte den Ball am heraus stürmenden Hammel vorbei, Hammel vollendete wie beim 1:1. Vieles deutete auf einen Trierer Sieg hin. Dann nahm die Partie eine überraschende Wende: In der 88. Minute köpfte der eingewechselte Felix Luz zum 2:2 ein. Die Eintracht war danach vogelwild, Saarbrücken bewahrte kühlen Kopf – und kam in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch Filip Luksik, dessen Schuss aus sieben Metern genau im unteren linken Eck landete.

Trainerstimmen

„Das war ein sehr intensives Spiel. Meine Mannschaft hat das bis zu unserem 1:0 richtig gut gemacht. Nach unserer Führung haben wir aber die Kontrolle verloren, Trier spielte druckvoll und nutzte unsere Fehler aus. Nach dem 2:1 für die Eintracht schienen wir schon mausetot, dann hat meine Mannschaft nochmal alles rausgehauen. Wir sind heute der glückliche Sieger“, bilanzierte FCS-Trainer Falko Götz.

Sein Pendant Peter Rubeck sah es anders: „Bis zur 80. Minute habe ich von Saarbrücken nicht viel gesehen. Was wir auch heute wieder an Torchancen verballert haben, war unglaublich. Saarbrücken hat Effizienz bewiesen. Leider sind nach dem 2:2 bei uns die Köpfe runter gegangen. Letztes Jahr haben wir nur verteidigt, verteidigt, verteidigt. Jetzt wollen wir den Zuschauern was bieten. Das ist uns am Ende auch zum Verhängnis geworden. In der Schlussphase musste ich drei Mal rein rufen, dass von vorne einer mit nach hinten arbeiten muss. Für die Leistung müssen wir uns aber nicht schämen. Wir sind aber natürlich schwer enttäuscht.“

Weiter geht es für die Eintracht jetzt am Mittwoch: Im Rheinlandpokal gastiert die Rubeck-Elf um 19.30 Uhr beim Rheinlandligisten Mosella Schweich.

AA

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