36-Jähriger Matchwinner

Gladiators unterliegen im zweiten Playoff-Halbfinale Jena

Stadt Trier.  Als Jenas Zweitliga-Basketballer am 8. November in Trier mit 72:70 siegten, feierten sie, als ob sie gerade aufgestiegen wären. Grund: Die favorisierten Thüringer waren da nur mit viel Glück einer Niederlage entgangen. Nun, fünfeinhalb Monate später, setzten sich die Jenaer in Trier mit 69:59 durch. Wobei dieser Erfolg nicht souveräner erspielt, aber wichtiger war als besagter erster - denn: Der Halbfinal-Sieg von “Science City“ könnte schon am Montag in Jena perfekt gemacht werden, und dann hat Thüringen einen Vertreter in der Ersten Liga.

Von Bernd Schneider und Vinzenz Anton             

Bei der eher letzten als vorletzten Gelegenheit wurde der Zuschauer-Durchschnitt für Profi-Basketball 2015/16 in Trier per weiteren Saisonrekord 3787 noch oberhalb  zweitausend geschoben (von 1948 auf 2056). Dies ist ein gutes Zeichen für 2016/17 - ebenso wie die Tatsache, dass schon vier Gladiators-Spieler, darunter der zweiterfolgreichste, ihren Vertrag verlängert haben (siehe Ende dieses Textes). Hinzu kommt, dass Simon Schmitz und Trainer Marco van den Berg sich von vornherein bis Mitte 2017 banden. Dann wird auch aus heutiger Sicht die Vertragslaufzeit eines Jenaer Spielers enden, der am Vorabend des letzten April-Sonntags nicht nur der älteste auf dem Parkett war, sondern auch der Matchwinner: Der 36-jährige Immanuel McElroy (20 Korbpunkte) machte mit seiner riesigen Cleverness und Effektivität den entscheidenden Unterschied.

"Personeller Glücksfall"

Sein Trainer Björn Harmsen sprach von einem personellen Glücksfall. Der Hintergrund: McElroy wollte nochmal einen Zweijahresvertrag, fand jedoch keinen dazu bereiten Erstliga-Klub und landete nur deswegen in Jena. Noch bedeutsamer für die fünfte Heimniederlage der mit 17:8 gestarteten Gladiators waren das letzte Viertel und ein “Knaller“ dort: Lars Wendt, der zuvor kaum in Erscheinung getreten war, gelangen zwei Dreier in Folge, die den Trierern eine realistische Sieg-Chance nahmen. Eine nicht unerhebliche Rolle fürs Endergebnis nach 17 (!) Führungswechseln spielte auch eine Fehlpässe-Zahl besonders im zweiten Viertel, die es auf Jenaer Seite nicht annähernd gab. Und nicht zuletzt funktionierte die Defensiv-Arbeit der Thüringer so gut, dass die außerdem recht freiwurfschwachen Gladiators ein zweites Mal (nach dem 53:50-Sieg gegen Essen) in “ihrer“ Arena unter 60 eigenen Korbpunkten blieben.

Clay lobt Trierer: "krass gekämpft"

Apropos:  Der Ex-Trierer Oliver Clay, der zwei Zähler und drei Rebounds beisteuerte,  bezeichnete die Trierer Halle als eine der schönsten Deutschlands - und dies sicherlich nicht, weil er dieses Gebäude ein zweites Mal als Auswärtssieger verließ. Die Trierer Mannschaft habe “krass gekämpft“ und sei ein sehr unangenehmer Gegner gewesen. Clays “Widersacher“ Simon Schmitz (sehr stark und mit 15 Zählern erstmals Topscorer) und Kilian Dietz verwiesen auf das Gewicht des letzten Viertels (22:9 für die Gäste!) und sprachen sich selber Mut zu: “Wir werden versuchen, am Montag in Jena zu gewinnen.“ Sollte dies wider Erwarten gelingen, käme es doch noch zu einem weiteren Spiel in Trier - am nächsten Donnerstag. Coach van den Berg konstatierte, dass es “keine Schande“ sei, an Jena und im Halbfinale zu scheitern. Dem wird wohl kein Szenekenner widersprechen. Zu ergänzen ist da lediglich: Die Gladiators haben eine gute Saison hingelegt - auch wenn sie mit einem 0:3 gegen den Hauptrunde-Zweiten enden sollte.          .                                

Die erfolgreichsten zwölf  Gladiators-Korbschützen nach 35 Spielen (ein “v“ in Klammern bedeutet jeweils “Vertrag bis Mitte 2017 existent bzw. verlängert“):  Evans 537,  Spearman (v) 445,  Smit (v) 265,  Raffington 211,  Ahelegbe 199,  Eggleston (v) 169,  Schmitz (v) 141,  Herrera 140,  Anderson 105,  Breiling 97,  Dietz (v) 73,  Weber 68.  Bei den individuellen Durchschnittswerten sähe dieses “Ranking“ natürlich ganz anders aus - man bedenke nur den superlangen Ausfall von Schmitz.                 

Beim Tipp-Spiel zum ersten Halbfinal-Geschehen in Trier siegte Gladiators-Pressesprecher Stefan Kölbel (Prognose „69:67“) gegen Fan Timur Lakunov aus Büchenbeuren („70:65“)  mit also 12:15 Abweichungen von der realen Differenz. Das Saison-Klassement der Fans:  Jean-Claude Gaspard (Orscholz) 3,  Ingo Boor (Traben-Trarbach) 4,  Alex Schmoll (Trier) 7,  Nicole Schmitz (Trier) 10,  Guido Zeimetz (Altrich) 11,  Lakunov 15,  Max Dahm (Trier) 18. Auch Gaspard hat damit eine Freikarte gewonnen.

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