500-mal Karl Marx rund um die Porta Nigra

Stadt Trier. Ab Sonntag, 5. Mai, dem 195. Geburtstag von Karl Marx, macht eine Installation von Ottmar Hörl ? bestehend aus 500 ein Meter hohen Karl-Marx-Figuren ? an der Porta Nigra in Trier auf Marx' 130. Todesjahr aufmerksam. Die Skulpturen wurden erstmals in der Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars in Trier präsentiert und somit im gleichen Raum, in dem Karl Marx 1835 sein Abiturzeugnis überreicht bekam.

Karl Marx, geboren am 5. Mai 1818 in Trier, gestorben am 14. März 1883 in London, war nicht nur ein großer Weinliebhaber, sondern stammte als gebürtiger Trierer auch aus einer der großen deutschen Weinregionen. "Es istweitestgehend unbekannt, dass die Eltern von Karl Marx mehrere Parzellen eines Weinbergs in Mertesdorf an der Ruwer besaßen, womit sie dem damaligen Trend des gehobenen Trierer Bürgertums folgten", erklärt Dr. Karsten Weyand, Güterdirektor der Bischöflichen Weingüter Trier. Auch wennMarx kein Interesse an einem eigenen Weinberg zu haben schien, er verkaufte ihn später, war er dem Wein doch sehr zugetan, wie aus vielerlei Dokumenten hervorgeht.

Karl Marx Liebe zum Wein

Marx begann seinen politischen Journalismus, wie Peter Peter in "Kulturgeschichte der deutschen Küche" schreibt, "aus Empörung über das Elend der Moselwinzer". In einem Brief von Marx an François Lafargue heißt es 1866: "Ich danke Ihnen herzlich für den Wein. Da ich aus einerWeingegend stamme und Ex-Weinbergbesitzer bin, weiß ich den Wert des Weines sehr wohl zu schätzen. Ich denke sogar selbst ein bisschen wie der alte Luther, dass ein Mann, der den Wein nicht liebt, niemals etwas Rechtes zustande bringt."

Auch seine Freunde wussten von Marx' Leidenschaft für Riesling. Friedrich Engels schrieb am 17. Mai 1870 an Karl Marx: "Endlich finde ich, dass mein 1857er Rüdesheimer jetzt gerade in der Periode ist, wo er getrunken werden muss, und dazu brauche ich Deine Hilfe." Wer hätte gedacht, dass es die beiden Herren geschlagene 13 Jahre aushalten würden, einen guten Riesling nicht zu entkorken? Es heißt, dass einige Flaschen des 1857er noch heute fest verschlossen im Kloster Eberbach lagern.

Karl Marx und das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium

Karl Marx war zwischen 1830 und 1835 Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums (damals Gymnasium zu Trier). In der prunkvollen Rokoko-Promotionsaula der Schule, die heute Teil des Bischöflichen Priesterseminars Triers ist, wurde ihm 1835 sein Abiturzeugnis überreicht.Lange Zeit finanzierte sich die Schule zu einem großen Teil über die Bewirtschaftung der schuleigenen Weinberge. 2004 gingen diese Weinberge in den Besitz des Weingutes des Bischöflichen Priesterseminars über, das diese seit der Übernahme durch die Bischöflichen Weingüter Trier unter dem Namen "Friedrich-Wilhelm-Gymnasium GbR" als eigenständiges Weingutweiterführt.

Im Zuge dessen fiel schnell die Entscheidung, die Trierer Traditionsmarke Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu stärken. So wurde das Erscheinungsbild des Weingutes Friedrich-Wilhelm-Gymnasium 2012 komplett überarbeitet, die Weingutsgeschichte wurde neu herausgestellt sowie eine eigene Webseite, Sortimentsstruktur, Preisliste und individualisierte Etiketten erarbeitet.

Ausstellung und Freiluft-Installation

Ab dem 5. Mai, dem Geburtstag von Karl Marx, lädt der Konzeptkünstler Ottmar Hörl mit seiner Freiluft-Installation ? bestehend aus 500 ein Meter hohen Karl-Marx-Figuren ? drei Wochen lang zum Nachdenken an den berühmtesten Sohn der Römerstadt ein. Die Bischöflichen Weingüter Trier und das Weingut Friedrich-Wilhelm-Gymnasium unterstützen die Aktion als offizieller Sponsor. "Auf einen Platz konzentriert oder im Stadtraum verteilt werden meine Installationen zu visuellen wie greifbaren Hindernissen. Sie sollen ein Nachdenken auslösen, einen Moment des Innehaltens", erklärt Ottmar Hörl. Zur festlichen Einweihung der Installation am 5. Mai wird unter anderem der Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Bundestag Gregor Gysi erwartet.

Über die Bischöflichen Weingüter Trier und das Weingut Friedrich-Wilhelm-Gymnasium

Die Bischöflichen Weingüter Trier bewirtschaften rund 95 Hektar Weinberge. Sie gehen auf den Zusammenschluss von drei bedeutenden jahrhundertealten Weingütern und ehemaligen Gründungsmitgliedern des VDP Mosel (Großer Ring) im Jahr 1966 zurück: das Bischöfliche Konvikt, das Bischöfliche Priesterseminar und die Hohe Domkirche. Seit 2004 gehört auch das 25 Hektar große Weingut Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zum Besitz der Bischöflichen Weingüter Trier, welches als eigenständiges Weingut geführt wird. Die Weingüter sind an Mosel, Saar und Ruwer in zahlreichen Spitzenlagen vertreten. Der Schwerpunkt liegt mit knapp 90 Prozent auf dem Riesling. Die Trauben werden auf dem Scharzhof an der Saar und auf dem Duisburger Hof an der Ruwer gekeltert. Der Ausbauder Weine erfolgt mitten in Trier in den bis in die Römerzeit zurückgehenden weitläufigen Kellergewölben.

Weitere Infos unter www.bischoeflicheweingueter.de und www.friedrichwilhelmgymnasium.de.

 

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.