Ärger um Karl-Marx-Ausstellung: "der Stadt Schaden zugefügt"

Stadt Trier. Nächste Runde in der Diskussion um die geplante Karl-Marx-Ausstellung: Nachdem Landrat Günther Schartz den Verantwortlichen zu wenig Transparenz bei der Kostendarstellung vorgeworfen hatte, nimmt jetzt Triers OB Klaus Jensen Stellung. Er wirft Schartz unter anderem vor, seine "ungerechtfertigte Kritik" schade der Stadt und dem Landkreis.

In einem offenen Brief hat OB Jensen sich jetzt zu den Anschuldigungen von Landrat Schartz (wir berichteten) geäußert. Jensen fordert hierin den Landrat auf die "parteiübergreifenden Anstrenungen" zu unterstützen, anstatt "ungerechtfertigte Kritik" an den Kosten der Ausstellung zu üben. Weiter schreibt Jensen in seinem Brief an Schartz: "Bei Ihrer Forderung, die Kosten besser für Polizeipersonal und Musikvereine auszugeben, unterschlagen Sie völlig die erwarteten Einnahmen und wirtschaftlichen Effekte für die Stadt und die Region". Der OB geht sogar nocht weiter: "Auch als Vorsitzender der 'Initiative Region Trier' muss ich leider feststellen, dass mit Ihrer ungerechtfertigten Kritik am Ausstellungsprojekt nicht nur der Stadt Trier, sondern auch dem Landkreis, der Region und dem Land Schaden zugefügt wird." Ebenfalls wirft der OB dem Landrat vor, dass Bürger in dem Glauben, die Gelder würden bei einer Streichung für andere Dinge zu Verfügung gestellt, "bewusst in die Irre" geführt worden seien.  

 

Hintergrund

Der in Trier geborene Ökonom Karl Marx feiert im Jahr 2018 seinen 200. Geburtstag. Anlass genug für die Stadt Trier, das Land-Rheinland Pfalz, die Friedrich-Ebert Stiftung und das Bistum Trier gemeinsam ein Jubiläumsprogramm zu organisieren, dessen Hauptaugenmerke eine Karl-Marx-Ausstellung sein soll (wir berichteten). Die Ausstellung soll 5,6 Millionen Euro kosten.  CDU-Landesvize Günther Schartz, der auch Landrat des Kreises Trier-Saarburg ist, hatte kritisiert, dass die Kosten für die Ausstellung von Seiten der Verantwortlichen nicht transparent genug gemacht worden seien. Schartz, der die Ausstellung nach eigener Aussage im Grunde nicht verhindern will, erklärte aber, es sei "wichtiger, Mittel in die seit Jahren finanziell notleidende ehrenamtliche Kultur zu investieren als in die Ausstellung" und "bei der Polizei endlich die fehlenden Stellen zu ersetzen".

RED/PA/SP, Foto: Archiv

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