Ärger um Karl-Marx-Ausstellung: zu wenig Transparenz?

Stadt Trier. Der in Trier geborene Ökonom Karl Marx feiert im Jahr 2018 seinen 200. Geburtstag. Anlass genug für die Stadt Trier, das Land-Rheinland Pfalz, die Friedrich-Ebert Stiftung und das Bistum Trier gemeinsam ein Jubiläumsprogramm zu organisieren, dessen Hauptaugenmerke eine Karl-Marx-Ausstellung sein soll (wir berichteten). Die Ausstellung soll 5,6 Millionen Euro kosten. Bereits im Vorfeld rumort es deswegen kräftig.

Der CDU-Landesvize Günther Schartz, der auch Landrat des Kreises Trier-Saarburg ist, hatte kritisiert, dass die Kosten für die Ausstellung von Seiten der Verantwortlichen nicht transparent genug gemacht worden seien. Ein Gesamtfinanzierungsplan sei "augenscheinlich nicht vorhanden". "Das neue Transparenzgesetz des Landes fordert die Offenlegung aller Daten und Kostenschätzungen zu solchen Projekten", sagte Schartz. Seiner Aussage nach sollen für die Karl-Marx-Ausstellung 4,2 Millionen Euro aus Steuergeldern fließen."Es ist wichtiger, Mittel in die seit Jahren finanziell notleidende ehrenamtliche Kultur zu investieren als in die Ausstellung", so Schartz und weiter: "Genauso wichtig ist es bei der Polizei endlich die fehlenden Stellen zu ersetzen und angesichts der aktuell gestiegenen Sicherheitsbedürfnisse die Lage der Polizisten im Land zu verbessern." Die Regierung könne Mittel aus der Ausstellung jederzeit für diese Aufgaben umschichten, so Schartz. Auch ein geringerer Betrag müsse für die Umsetzung der Ausstellung ausreichen, die er im Grunde laut eigener Aussage nicht verhindern wolle. Ebenfalls kritisiert Schartz, dass die finanzielle Beteiligung der Friedrich-Ebert-Stiftung unklar sei. "Egal wie die Diskussion jetzt weiter geht. Auf jeden Fall muss Transparenz in die Finanzierung der Karl Marx-Ausstellung, gerade zu den Aussagen der Wertschöpfung vor Ort und den finanziellen Beteiligungen von Land und Friedrich-Ebert-Stiftung", so Schartz.

"Mehr Transparenz bedarf es nicht"

Dafür gibt es jetzt wiederum Kritik von Seiten des Kulturstaatssekretärs Walter Schumacher: "Einer Aufforderung zu mehr Transparenz in Sachen Karl-Marx-Ausstellung  bedarf es nicht. Im Landtag und seinem Kulturausschuss werden die Planungen in Kürze im Detail diskutiert." Festzuhalten bleibe: Von den 5,6 Millionen Euro, die für die beiden Ausstellungen im Landesmuseum und im Stadtmuseum Simeonstift veranschlagt seien, werde nach den bisherigen Rahmenplanungen der allergrößte Teil durch Einnahmen aus Eintrittsgeldern, durch Zuschüsse des Bundes sowie der Kulturstiftung der Länder und durch Sponsorengelder abgedeckt. Die Obergrenze der Zuschüsse von Land und Stadt, die zu drei Vierteln aus der Landeskasse und zu einem Viertel aus dem Trierer Stadtsäckel kommen würden, sei auf eine Million Euro gedeckelt ? aufgeteilt auf vier Haushaltsjahre (2015 bis 2019).

 

Überregionale Profilierung und wirtschaftliche Effekte

Laut Schumacher stehen dem finanziellen Aufwand eine überregionale Profilierung der Stadt Trier als Museums- und Kulturstandort und wirtschaftliche Effekte für Trier und die ganze Region gegenüber. Schon die Konstantin-Ausstellung in Trier im Jahr 2007 habe gezeigt, dass von einer solchen international beachteten Ausstellung besonders auch die Gastronomie und die Hotellerie profitieren. Bei der Konstantin-Ausstellung kamen rund zwei Drittel der 350.000 Besucher nicht aus der Region, viele davon aus dem Ausland. Bei der Karl-Marx-Ausstellung, die sich noch stärker an ein internationales Publikum richtet, sei mit vergleichbaren Effekten zu rechnen", so Schumacher.

 

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