Alawie lässt die Trierer Eintracht aufatmen

Angreifer steuert zwei Tore zum 3:1 gegen Kassel bei

Stadt Trier. Im vierten Anlauf hat es geklappt: Mit 3:1 (1:0) gewann die Trierer Eintracht am Freitag Abend ihr Heimspiel in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den KSV Hessen Kassel. Der Sieg der mit nur einem Punkt aus den ersten drei Partien gestarteten Blau-Schwarz-Weißen war vollauf verdient - und hätte noch leicht höher ausfallen können. Bei einem war die Erleichterung besonders groß: Muhamed Alawie. Mit seinen beiden Kopfballtreffern hatte er maßgeblichen Anteil am Sieg. Gleichzeitig traf er nach zuvor einigen unglücklichen Auftritten zum ersten Mal für den SVE überhaupt.

"Sehr zufrieden", zeigte sich auch Eintracht-Trainer Peter Rubeck. Nur in den ersten 15 Minuten habe sein Team noch etwas gewackelt, war die Nervosität nach dem verkorksten Start erkennbar. Danach unternahm der Gast aus Nordhessen aber auch viel zu wenig, um das zuvor mit sechs Punkten schon gut ausstaffierte Zähler-Konto weiter auszubauen. "Da war kein Wille, kein Biss, keine Leidenschaft zu erkennen", musste KSV-Coach Tobias Cramer eingestehen. Die Begegnung begann indes mit einer Hiobsbotschaft: Kapitän Michael Dingels musste schon in der elften Minute mit einem Verdacht auf Muskelfaserriss im Oberschenkel verletzt raus. Trotzdem bissen sich die Gastgeber vor offiziell 4.032 und reell gut 2000 Zuschauern im Moselstadion - die Pokaltickets gegen Borussia Dortmund waren zum Teil in Kartenpaketen ausgegeben worden - ins Spiel rein.

Heinz bereitet von der Seite vor

Und die erste Chance bedeutete dann auch gleich das 1:0: Kevin Heinz setzte sich auf der linken Seite geschickt durch, flankte fast von der Grundlinie nach innen, wo Alawie, der in der Sommerpause von Nord-Regionalligist SV Meppen gekommen war, keine Mühe hatte, aus kurzer Distanz zu vollenden (23.). Einzig nach der Freistoßhereingabe von Nael Najjer (der aufgerückte Sergej Schmik verpasste knapp, 27.) schwor in Durchgang eins so etwas wie Gefahr vorm Tor der Eintracht auf. Ansonsten blieb Kassel reichlich uninspiriert in seinen Offensivbemühungen. Gegen Ende der ersten Hälfte mehrten sich die Trierer Möglichkeiten: Die dickste hatte Robin Garnier nach einem Konter über Christoph Anton und Patrick Lienhard, fand seinen Meister aber stark reagierenden Niklas Hartmann im Tor der Löwen aus Kassel (45.+2) Kurz nach der Pause rettete der tüchtige KSV-Keeper auch, als Anton aus der zweiten Reihe geschossen hatte (47.). Neun Minuten später rettete Henrik Giese nach einem Kopfball des formverbesserten Alexander Dartsch auf der Linie. Das 2:0 schien eine Frage der Zeit. Das nächste Tor fiel aber auf der anderen Seite (58.): Der gerade erst eingewechselte Sebastian Schmeer probierte es an der Strafraumgrenze Fallrückzieher - und traf ins lange Eck. Was für ein Tor! . Kassel schien für einen Moment nun besser ins Spiel zu kommen, die Eintracht schlug aber zurück: . Nach einer Ecke von Christian Telch herrschte Chaos im Strafraum der Gäste. Am Ende lenkte Sergej Evljuskin den Ball ins eigene Netz (66.). Kassel war nun demoralisiert, der SVE legte nach: Nach einer Flanke von der linken Seiten war erneut Alawie zur Stelle und nickte das Leder knapp vor Gäste-Keeper Hartmann am kurzen Pfosten ein. "Nach dem Ausgleich haben wir mehr riskiert und mit Sebastian Szimayer eine zweite Spitze gebracht. Das hat sich ausgezahlt. Die beiden Stürmer haben heute eine gute Partie hingelegt", lobte Rubeck. "Das war heute eine sehr gute Leistung meiner Mannschaft. Auch die Unterstützung von den Rängen war hervorragend."

Jetzt geht´s nach Ulm

Schon am Dienstag geht es für die Rubeck-Elf weiter. In der englischen Woche spielt die Eintracht dann ab 19 Uhr bei SSV Ulm 1846. Die Mannschaft wird schon am Montag Richtung Schwaben aufbrechen. Dass sein Team in einer Saison mit zahlreichen Englischen Wochen immer auf das zuletzt spielfreie und damit ausgeruhtere Team trifft, lässt Rubeck einfach nicht los, weil er darin einen klaren Wettbewerbsnachteil sieht: "So was habe ich noch nicht erlebt. Das ist einfach eine Sauerei

 

Statistik

Eintracht Trier: Keilmann - Riedel, Schneider, Dingels (11. Maurer), Heinz - Telch, Garnier - Dartsch (64. Szimayer), Anton (68. Blum) - Lienhard - Alawie Hessen Kassel: Hartmann - Schmik, Giese, Boukhoutta, Korb - Najjer, Bravo Sanchez (61. Khadraoui), Damm, Evljuskin (77. Rakk), Dawid - Albrecht (57. Schmeer). Tore: 1:0 Alawie (23.), 1:1 Schmeer (58.), 2:1 Evljuskin (66., Eigentor), 3:1 Alawie (80.) Schiedsrichter: Tobias Endriß (Bad Ditzenbach) Zuschauer: 4.032

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