Daniela Filip ist die neue Miezen-Trainerin

Stadt Trier. Die Trierer Miezen rüsten sich für die kommende Spielzeit in der zweite Handball Bundesliga und können eine neue Führungsfigur an der Seitenlinie begrüßen: Mit Daniela Filip kommt die neue Trainerin vom neuen Ligakonkurrenten und Tabellendritten der abgelaufenen Saison, BSV Zwickau. Filip wird künftig für das Bundesligateam der Miezen verantwortlich sein. Der Verein erhielt zudem am Wochenende vom Ligaverband die Lizenz für die neue Spielzeit ? ohne Auflagen.

Hinter den Kulissen gab es in den vergangenen Wochen eine Menge zu tun, nachdem der Abstieg nach 15 Jahren in Liga 1 endgültig feststand. Neben den Verhandlungen mit aktuellen und neuen Spielerinnen war auch der Trainerposten vakant geworden. Cristina Cabeza hatte wie angekündigt Trier in Richtung ihrer spanischen Heimat verlassen; trotz zunehmenden Heimwehs mit einigen Tränen in den Augen und Wehmut im Herzen. Die Suche nach einer neuen Kraft an der Seitenlinie gestaltete sich anschließend gewohnt herausfordernd, wie MJC-Vorstand Jürgen Brech zu berichten weiß: "Die Trainerposition ist immer enorm bedeutsam und man muss viele Möglichkeiten gegeneinander abwägen. Wir hatten wieder viele Anfragen von außerhalb, haben aber auch selbst viele Gespräche mit KandidatInnen aus unserem nahen und mittleren Umfeld geführt." Am Ende entschied sich der Verein für die 45-jährige Daniela Filip, die zuletzt die Damen des BSV Zwickau trainierte. Der Club verpasste mit Rang drei im vergangenen Jahr nur um Haaresbreite den Aufstieg in die 1. Liga. Filip hatte 2014 die traditionell gute Nachwuchsarbeit des BSV übernommen und im Dezember vertraute man ihr auch die Leitung der 1. Mannschaft an, nachdem ihr Vorgänger zurückgetreten war. Mit Filip gelang es der Mannschaft anschließend wieder bis auf Rang drei der Tabelle und verpasste den Aufstieg in die erste Liga damit nur knapp. Die gelernte Versicherungskauffrau Filip hat reichlich Erfahrung mit der deutschen 2. Liga. Als Spielerin stand sie in ihrer rumänischen Heimat rund 12 Jahre lang in der 1. Liga, sowie als Nationalspielerin auf dem Parkett. Dann wechselte sie in die 1. Liga nach Deutschland und brachte sich bis 1998 mit ihrer Erfahrung bei mehreren Zweitligisten ein. Dann folgte ihr erstes Engagement als Spielertrainerin (später nur Trainerin) in Bietigheim. In diesen insgesamt sechs Spielzeiten startete der Club mit Filip einen Jugendstützpunkt. Mit respektablen 40 Jahren schnürte Filip dann nochmal für die Füchse Berlin die Handballschuhe als Spielerin und schaffte den Aufstieg in die 2. Liga. Dann führte der Weg nach Zwickau. "Daniela hat viel Erfahrung insbesondere auch mit der 2. Liga und ist für uns damit sehr wertvoll.", erläutert Brech die Qualitäten der neuen Trainerin, die neben dem Trainerjob weiterhin arbeiten wird.

Erfahrene Nachwuchsförderin

Ihre Erfahrung in der Nachwuchsarbeit ist eine der Schlüsselqualifikationen von Filip, die künftig eng mit der neuen Trainerin der 2. Mannschaft, Franziska Garcia, zusammenarbeiten wird. Die Verzahnung zwischen 1. und 2. Mannschaft soll wieder deutlich enger werden. Angesichts des nur knapp verpassten Aufstiegs mit Zwickau warnt Brech jedoch vor zu großen Erwartungen: "Als Saisonziel den direkten Wiederaufstieg auszugeben wäre fahrlässig. Für uns geht es erst einmal darum, in der 2. Liga Fuß zu fassen, und uns in der oberen Hälfte zu festigen." Die finanziellen Voraussetzungen sind auch in der 2. Liga in der Spitze für die Miezen eine Herausforderung, der Unterschied zur ersten Liga marginal: "Erfahrungsgemäß reicht ein Etat mit dem man in der 1. Liga die Klasse hält, nicht zwangsläufig zur Meisterschaft in Liga 2. Jede Reduzierung im Sponsoring würde uns daher sehr schmerzen und einen Neuaufbau erschweren. Wir brauchen weiterhin die Unterstützung der Sponsoren und des Umfelds.", mahnt Vorstand Jürgen Brech. Stimmt aber die Unterstützung, dann dürfen die Fans sich sicher wieder auf tolle und erfolgreichere Heimspiele freuen.

"Wir werden deutlich mehr Siege feiern"

Den Werbewert schätzt der Verein keineswegs geringer als zuletzt ein: "Wir werden deutlich mehr Siege feiern, haben mehr Heimspiele und sind nach wie vor quer durch Deutschland unterwegs. Auch bei den Zuschauerzahlen erwarten wir keine Einbrüche - im Gegenteil: Die Duelle mit Koblenz bleiben uns erhalten und wenn man erfolgreicher spielt, ist die Motivation für die Fans ebenfalls größer." Insgesamt blickt der Verein damit dem Neustart in Liga zwei sehr motiviert entgegen und freut sich auf den Saisonbeginn. Bis dahin ist aber noch einiges zu erledigen, auch in Sachen Kader. Hierzu werden weitere Entscheidungen in den kommenden Wochen getroffen werden. Und was Daniela Filip angeht, so muss man der symphytischen neuen Trierer Trainerin unausweichlich ein gutes Händchen mit dem Nachwuchs attestieren: Denn auch bei Filips Tochter dreht sich alles um Spitzensport der "werfenden Art" - die im August 18-jährige Kugelstoßerin und Diskuswerferin tritt nach bereits zwei WM-Teilnahmen im Juli bei den Europameisterschaften in Schweden an. Ihre Mutter wird dann in die Vorbereitung mit den Miezen starten. Filips Vertrag in Trier läuft über zwei Jahre.

PM DJK/MJC Trier

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