Die Eintracht lebt noch - und wie!

Klares 4:0 im ersten Spiel nach Peter Rubeck

Stadt Trier. Welch ein Befreiungsschlag: Drei Tage nach der Trennung von Cheftrainer Peter Rubeck sah sich die Mannschaft der Trierer Eintracht ganz offenbar bei der Ehre gepackt – und fegte unter der Leitung von Interimstrainer Rudi Thömmes, A-Junioren-Coach Daniel Paulus und Torwarttrainer Michael Weirich in der Fußball-Regionalliga den FC Astoria Walldorf mit 4:0 aus dem Moselstadion. Muhamed Alawie und Patrick Lienhard trafen beim Heimsieg doppelt.

Die Eintracht begann die einmal mehr richtungsweisende Partie mit drei Veränderungen im Vergleich zum Dienstagabend in Worms, als es eine 0:1-Niedertlage gegeben hatte: Simon Maurer rückte für den verletzten Michael Dingels (fällt bis zu sechs Wochen aus) in die Abwehr, Danilo Dittrich musste auf die Bank und machte Florian Riedel Platz - und vorne stand mit Sebastian Szimayer und Muhamed Alawie ein Sturmduo von Beginn an auf dem Feld. Der von allen erhoffte Effekt trat sofort ein: Einen Ballverlust der Gäste aus Walldorf nutzte Florian Riedel mit einem öffnenden Pass auf Sebastian Szimayer. Dessen verunglückter Torschuss landete bei Muhamed Alawie, der aus spitzem Winkel am verdutzten Jürgen Rennar vorbei zum 1:0 verwerten konnte - die Erlösung zu Beginn (3.).

Atemberaubende erste Hälfte

Eben jener Alawie hätte auch nur wenige Minuten später seinen zweiten Treffer des Tages erzielen können, wurde aber beim Versuch eines Lupfers durch Ugurtan Yizilyar erfolgreich gehindert. Die Eintracht wirkte in dieser Anfangsphase befreit und machte Druck nach vorne. Patrick Lienhard biss sich im doppelten Zweikampf mit Yakup Polak und Marcus Meyer fest, behauptete den Ball und leitete ihn wieder zu Alawie weiter - sein Schlenzer wurde jedoch vom diesmal gut reagierenden Rennar zur Ecke abgewehrt. Das Publikum goutierte diese Anfangsviertelstunde mit viel Beifall - Balsam auf die zuletzt geschundene Eintracht-Seele. Und wie - wieder war es Muhamed Alawie, der dieser ersten halben Stunde seinen Stempel aufdrückte: ein Foul von Kizilyar an Anton wertete Schiedsrichter Patrick Kessel als Freistoß, den Lienhard gefährlich vor das Tor der Gäste brachte, wo Alawie goldrichtig stand. Der Torjubel erstickte jedoch im Keim, als sein Kopfball gegen die Latte klatschte (20.). Angriff um Angriff rollte, und so war es in der 27. Minute die logische Konsequenz, was passierte: Szimayer lief die Abwehr gut an, passte im richtigen Moment auf den in seinem Rücken gestarteten Anton, der in die Mitte passte, wo Tabe Nyente zwar seinen Fuß dazwischen hatte, die Rechnung aber ohne Patrick Lienhard machte , der keine Mühe hatte, zum 2:0 einzuschieben (27.). Dennoch sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass einige Unzulänglichkeiten in der Abwehr für Gefahr sorgen sollten - die Umstellungen aufgrund der Verletzungspause von Michael Dingels und der Gelbsperre von Adrian Schneider gingen nicht spurlos am Defensivverbund vorbei, Walldorf konnte hieraus jedoch in Form von Marcel Carl (14., 29.), dessen Schussversuche weit vorbeigingen und durch zwei unter dem Strich ungefährliche Eckbälle in dieser Phase nur wenig Kapital schlagen. Doch die erste Hälfte, sie war noch nicht vorbei - unmittelbar vor dem Pausentee setzte Patrick Lienhard mit einer wunderbaren Einzelaktion den Schlusspunkt auf eine furiose erste Halbzeit, als er gleich vier Astoria-Spieler ausstiegen ließ und zum 3:0 einnetzte. Eine Wahnsinns-Hälfte ging unter dem dankbaren Applaus der Zuschauer zu Ende. Was Gäste-Trainer Matthias Born von eben jenen 45 Minuten hielt, war spätestens nach zehn Minuten in der Pause klar, als seine komplette Mannschaft schon wieder auf dem Feld stand. Born kam kopfschüttelnd aus der Kabine, eine saftige Ansprache mussten seine Mannen über sich ergehen lassen. Dennoch behielt er seine Stammformation bei - genau wie das Trio Rubeck / Weirich / Paulus auf Trierer Seite. Walldorf jetzt bemühter - und die Eintracht nahm einen Gang raus. So entwickelte sich bis tief in die zweite Halbzeit hinein eine Partie, die nun vornehmlich im Mittelfeld stattfand, weder hüben, noch drüben weitere Torgefahr entwickelte und unter dem Strich bei herrlichem Spätsommerwetter vor sich hinplätscherte. Es dauerte so nicht wenig überraschend bis zur 70. Spielminute, bis sich wieder etwas Tat auf dem Rasen: der wiedererstarkte Patrick Lienhard tankte sich durch die Abwehr durch und wurde durch Polat zu Fall gebracht. Den fälligen Freistoß zirkelte Christian Telch an den Pfosten - und Muhamed Alawie stand einmal mehr goldrichtig - das 4:0, begleitet von Zurufen der Gegengerade: "Der SVE ist wieder da!".

Jetzt nach Auw, dann zum FCS

Auf der Gegenseite dann die gefährlichste Aktion der Gäste: Kizilyar stand unbewacht am Elfmeterpunkt, sein Schuss verfehlte das Tor aber deutlich (74.). Als Schiedsrichter Patrick Kessel die Partie abpfiff, war allen Beteiligten die Erleichterung anzumerken - ein ganz wichtiger Heim-Dreier war eingefahren. Für die Eintracht gilt es nun, den positiven Gesamteindruck in die nächsten Wochen mitzunehmen. Am Dienstag wartet mit der SG Auw bereits der nächste Gegner im Rheinland-Pokal, ehe es am Samstag das Derby beim 1. FC Saarbrücken wartet. Eintracht Trier - FC Astoria Walldorf 4:0 (3:0) Eintracht: Keilmann - Heinz, Henneboele, Maurer, Riedel - Telch - Anton (ab 74. Gladrow), Lienhard, Garnier - Szimayer (ab 80. Boesen), Alawie (ab 83. Dittrich). Walldorf: Rennar - Meyer, Kizilyar, Nyenty, Hofmann - Polat, Hofmann, Schön (ab 55. Haas), Kiemeier (ab 69. Geist), Kern (ab 55. Becker) - Carl. Tore: 1:0 Muhamed Alawie (3.), 2:0 Patrick Lienhard (27.), 3:0 Patrick Lienhard (42.), 4:0 Muhamed Alawie (70.) Zuschauer: 1.252 Schiedsrichter: Patrick Kessel (Norheim)

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