Die späte Heimkehr des Stadtpatrons

Trierer Petrus-Skulptur ist zurück in der Moselstadt

Stadt Trier. Es ist das Ende einer Odyssee: Mehr als 70 Jahre war eine Petrus-Skulptur des alten Rathauses am Kornmarkt verschollen – jetzt ist die Figur überraschend wieder aufgetaucht. Die Nachkommen eines Trierer Bildhauers in Frankreich haben die Skulptur der Stadt übergeben. Oberbürgermeister Wolfram Leibe nahm den Stadtpatron am Dienstag in Empfang.

Es ist das Ende einer Odyssee: Mehr als 70 Jahre war eine Petrus-Skulptur des alten Rathauses am Kornmarkt verschollen – jetzt ist die Figur überraschend wieder aufgetaucht. Die Nachkommen eines Trierer Bildhauers in Frankreich haben die Skulptur der Stadt übergeben. Oberbürgermeister Wolfram Leibe nahm den Stadtpatron nun in Empfang. "Wir sind froh, den Stadtpatron des alten Rathauses nach seiner jahrzehntelangen Reise wieder in Trier zu haben", erklärte Leibe. Mehr als 60 Jahre gehörte die Sandstein-Figur zum Erscheinungsbild des alten Trierer Rathauses. Vom Giebel des historistischen Anbaus aus dem späten 19. Jahrhundert wachte der Stadtpatron über den Kornmarkt.

Figur geriet in Vergessenheit

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Statue gemeinsam mit den Figuren des Georgsbrunnens durch den Steinmetzbetrieb Martini eingelagert, um sie vor Kriegsschäden zu bewahren. Während der Brunnen nach Kriegsende wieder aufgebaut wurde, war das Rathaus zerstört und der angestammte Platz des Stadtpatrons damit nicht mehr vorhanden. Die Figur geriet in Vergessenheit – bis vor einigen Monaten eine französische Familie das Stadtmuseum Simeonstift kontaktierte und die Geschichte aufklären konnte.

Figur nach Frankreich transportiert

Der Trierer Steinmetz, der während des Krieges für die Einlagerung der Skulptur verantwortlich war, behielt sie in den Wirren der Nachkriegszeit in seiner Obhut – von Seiten der Stadt sei nach der Zerstörung des alten Rathauses keine Rückgabe angefragt worden. Nach der Schließung des Steinmetzbetriebs transportiert sein Neffe, ebenfalls Steinmetz, die Figur nach Frankreich, wo er mittlerweile lebte. Zu der von ihm geplanten Restaurierung kam es allerdings nicht mehr. Die Witwe setzte sich nach dem Tod ihres Mannes mit der Stadt Trier in Verbindung, um die Petrus-Figur wieder an den Ort zu bringen, an den sie gehöre. Ein ehrenvoller Platz ist schon auserkoren: Die lebensgroße Skulptur soll nach der Restaurierung im Rathaus am Augustinerhof aufgestellt werden. Finanziert wird die Restaurierung durch die Trier-Gesellschaft und das Stadtmuseum Simeonstift.

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