Ein Europacup-Sieger, der so manche Sorgen hat

Stadt Trier. Das gab es in der Trierer Sportgeschichte noch nie: Als die Rollstuhlbasketballer der Goldmann Dolphins Trier Ende April im spanischen Getafe sensationell den André-Vergauwen-Cup gewonnen hatten, konnte erstmals eine Mannschaft von der Mosel einen Europacup ihr Eigen nennen?

Kein Wunder, dass Günter Ewertz (53), der Manager der Dolphins, die "beste Saison für den RSC-Rollis Trier, die es je gab", bilanzieren kann. Die Bundesligamannschaft, die als "Dolphins" an den Start geht, errang nicht nur die internationale Trophäe, sondern wurde im deutschen Oberhaus noch guter Tabellenfünfter. Dass man an den Play-Offs knapp scheiterte, macht Ewertz nicht zuletzt an dem kleinen Kader und einigen Verletzungen fest. Stolz sind sie bei den heimischen Rollstuhlbasketballern um ihren weiterhin alles überragenden Spielertrainer Dirk Passiwan, der unverändert Spiele im Alleingang entscheiden kann, auch auf die Leistungen des Nachwuchses. So erreichten die Kinder und  Jugendlichen bei ihrenTurnieren meist starke Platzierungen. Die Wheelsoccer-Mannschaft errang vergangenes Jahr in Berlin  den Titel des deutschen Vizemeisters und Ende Mai dann die Krönung: Man wurde Deutscher Wheelsoccer-Cupsieger.

 

Weitere Erfolge gab es für  die Trierer Oberligamannschaft (Vizemeister) und das Regionalligateam, das sogar Meister wurde und in die Zweite Bundesliga hätten aufsteigen können. "Dazu reichen aber unsere Finanzen nicht", lässt Ewertz durchblicken.

Apropos Geld: Gerade den Erfolg im Europapokal wollen sie im Trierer Lager natürlich in bare Münze umsetzen und neue Quellen erschließen.  "Wir sind momentan wieder auf Sponsorensuche", berichtet "Macher" Ewertz, der beruflich als Medienverkäufer unterwegs und "Synergien nutzen kann", wie er es ausdrückt.

Natürlich habe man auch in Trier, in dem es auch in jüngster Zeit einige negative Schlagzeilen um das Sportgeschehen gegeben hat, registriert, dass bei den Rollis nachhaltig und seriös gearbeitet werde - und das "trotz Hallenproblematik und einem der geringsten Etats aller Bundesligisten", wie Ewertz anmerkt. "Wie die anderen Topvereine werden wir nun unter anderem von den Stadtwerken Trier mit gleichen Mitteln gefördert", fügt er zufrieden an. Der Namenssponsor Goldmann wiederum hat  die Option der Verlängerung nach drei Jahren nicht wahrgenommen. Dafür hat man mit der Firma  Doneck-Network einen neuen Namenssponsor gefunden. Das Unternehmen wurde vor rund 40 Jahren in Trier gegründet und hat seit einigen Jahren seinen Sitz im luxemburgioschen  Grevenmacher. Doneck  stellt wasser- und lösemittelbasierende Farben für die europäische Druckindustrie in den Sparten Tief- und Flexodruck her.

Gab es in jüngster Vergangenheit wegen der maroden Trierer Hallen gerade bei den Dolphins einige Schwierigkeiten und zog man zunächst vom Wolfsberg an den Mäusheckerweg und dann in die Arena um, scheint für die beiden nächsten Jahre Klarheit zu herrschen: "Wie es aussieht, werden die Bundesligaspiele noch zwei Jahre soweit möglich  in der Arena ausgetragen", weiß Ewertz. Damit sind die Dolphins aber trotz professioneller Rahmenbedingungen nur teilweise zufrieden, so Ewertz: "Wir haben keine festen Spielzeiten bekommen und außerdem entfallen die Einnahmen aus dem Catering und auch  im Sponsorenbereich."

Ewertz hofft, dass "unsere Bundesliga-Mannschaft wenigstens drei Trainingseinheiten in der Arena bekommt und nicht wie bisher jeden Tag die Rollstühle verladen und in einer anderen Halle trainiert werden muss ..." AA

Surftipp: www.rsc-rollis-trier.de

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