Ein Krimi in den Niederungen der Lokalpolitik

Stadt Trier. Ein toter Baudezernent und die Heilig-Rock-Wallfahrt in den Startlöchern: In ihrem neuen Krimi "Im Schatten der Wallfahrt" wagen sich die beiden Autoren Sabine Schneider und Stephan Brakensiek in die Niederungen der Trierer Kommunalpolitik vor. In dem Buch trifft Lokalkolorit auf Trierer Eigenheiten und jede Menge Spannung.

Sabine Schneider und Stephan Brakensiek werden oft gefragt, ob sie ein Paar sind. "Wir sind Freunde und leben zwei ganz unterschiedliche Leben", erklärt Stephan Brakensieck dann meistens lachend. Vielleicht ist aber gerade eben das, das Geheimnis des Autoren-Duos. Kennengelernt haben sie sich vor einen paar Jahren auf beruflichem Weg. Brakensiek ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Kunstgeschichte an der Uni Trier. Zusammen mit der Europäischen Kunstakademie setzte er lange Zeit gemeinsam Projekte um. Sabine Schneider wiederum arbeitete damals für die Kunstakademie. 2010 hatten die beiden die Idee an einem Krimiwettbewerb teilzunehmen. "Wir haben den Plot eingeschickt und es dann ganz ehrlich auch wieder vergessen", erinnert sich Brakensiek. Dann gab es allerdings Post vom Wettbewerbs-Komitee mit der Bitte die Story zu Ende zu schreiben. "Wir waren damals unter den letzten vier. Wir haben den Wettbewerb zwar nicht gewonnen, aber man teilte uns mit, dass das Buch trotzdem publiziert wird", so Brakensieck. Im Jahr 2012 erschien dann "Die schönte Tote im alten Schlachthof". "Da haben wir Blut geleckt und uns ans zweite Buch gesetzt", erzählt Stephan Brakensiek lachend.

Komissar taucht ein in Niederungen der Lokalpolitik

Das Buch erschien in diesem Frühjahr. Im aktuellen Krimi muss Kommissar Ferschweiler kurz vor der Heilig-Rock-Wallfahrt den Tod des Trierer Baudezernenten aufklären. Dafür muss er in die kommunalpolitischen Niederungen von Deutschlands ältester Stadt hinabsteigen. Schnell stellt sich heraus, dass sich der Politiker zu Lebzeiten gründlich unbeliebt gemacht hat. "Lokalpolitik ist ein wunderbares Thema. Es taucht leider viel zu selten in Krimis auf. Deshalb haben wir uns dazu entschieden das Thema in unserem neuen Krimi aufzugreifen", erklärt Stephan Brakensiek.

Lieb verpackter Blick auf Trier

Viele Ideen ? gerade für die Nebenhandlungen stammen laut dem Autoren-Duo aus dem wahren Leben. Entsprechend werfen die beiden im Buch auch wieder mit einem Augenzwinkern einen Blick auf die Moselstadt und ihre Eigenheiten. "Wir sind beide nicht aus Trier, aber wir haben die Stadt lieb gewonnen. Im Buch schreiben wir auch über Sachen, die uns als Nicht-Trierer auffallen ? natürlich lieb verpackt", erzählt Brakensiek lächelnd. Er wurde 1968 in Dortmund geboren und studierte später in Bochum Politik, Kunstgeschichte, Publizistik und Geschichte. Sabine Schneide (Jahrgang 69)  stammt gebürtig aus Eltville am Rhein und kam für ihr Geografie-Studium an die Uni Trier.

Konflikte müssen gelöst werden

 An der Arbeitsweise hat das Autoren-Duo auch im neuen Buch nichts geändert. "Den Plot entwickeln wir gemeinsam. Auch das Ende und den Anfang schreiben wir zusammen. Dann teilen wir nach Episoden auf und jeder fängt an zu schreiben. Wenn alles fertig ist fügen wir die Teile zusammen und diskutieren noch mal drüber", erklärt Sabine Schneider und Stephan Brakensiek fügt hinzu: "Das läuft gut so. Es hätte auch schief gehen können, es war am Anfang ja quasi ein Experiment." Konflikte gibt es aber trotzdem hin und wieder zwischen den beiden. "Es ist bislang zum Glück noch nie zur Explosion gekommen", lacht Brakensiek und erklärt: "Wir sind bislang immer zu einer Lösung gekommen, die es dann sogar besser gemacht hat. Die Bereitschaft Konflikte zu lösen, muss da sein, wenn man zusammenarbeitet."

 

Dem Krimi-Genre bleiben sie treu

Ein drittes Buch rund um Kommissar Ferschweiler wird es geben, mehr möchte das Autorenduo noch nicht verraten. "Ob noch ein viertes erscheint, schauen wir dann. Die Energie ist jedenfalls noch nicht raus", erklärt Stephan Brakensieck vielsagend. Treu bleiben werden die beiden dem Krimi-Genre also erst mal. "Es ist einfach unglaublich spannend und reizvoll", erklärt Sabine Schneider und Autoren-Kollege Stephan Brakensiek fügt hinzu: "Krimis sind sehr Komplex. Es macht einfach viel Spaß den Leser auf eine falsche Fährte zu locken und Spannung zu erzeugen."

Info und Gewinnspiel

Der Krimi "Im Schatten der Wallfahrt" ist im Emons Verlag erschienen. ISBN 978-3-95451-544-8. Der Preis beträgt 10,90 Euro. Der WochenSpiegel verlost drei Exemplare. Zum Gewinnspiel geht es hier.

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