Eintracht Trier: Dank Sieg in Kassel wieder auf der Erfolgsspur

Stadt Trier. Totgesagte leben länger: Der SV Eintracht Trier 05 hat mit dem 2:0 bei Hessen Kassel den dritten Auswärtssieg der laufenden Saison errungen und die jüngste Negativserie von nur einem Punkt aus vier Spielen gestoppt.

 

"Wir spielen gegen einen Titelkandidaten", hatte Kassels Trainer Uwe Wolf im Vorfeld gewarnt. Und das, was der SVE im Gastspiel im Auestadion von Beginn an bot, hatte auch nichts mit der jüngsten Negativserie von drei Niederlagen hintereinander zu tun.

Die Mannschaft von Cheftrainer Roland Seitz spielte mutig und gefährlich nach vorne. Nicht anmerken ließ sich das Team mit der Porta auf der Brust auch die verletzungsbedingten Probleme: Mario Klinger hatte sich am Dienstag einen Innenbandriss im Knie zugezogen und mit Torge Hollmann (Oberschenkelverhärtung) fiel bereits nach sieben Minuten der zweite Innenverteidiger aus. Aus 35 Metern testete Fouad Brighache schon in der sechsten Minute die Torbefestigung. Und auch an der nächsten Offensivaktion der Gäste war der Kapitän beteiligt. Nach Diagonal-Freistoß auf rechts kam die Kugel zu Alon Abelski. Der Mittelfeldspieler passte nach innen, wo Chhunly Pagenburg einen Schritt zu spät kam.

In der 17. Minute hatten die 70 mitgereisten Anhänger von der Mosel unter den 3500 Zuschauern schon den Torjubel auf den Lippen: Max Watzka soll aber bei seinem Kopfball aus kurzer Distanz im Abseits gestanden sein. Die Hausherren kamen nur mühsam in die Gänge. Und wenn es einmal brenzlig wurde, stand die Defensive einschließlich des souveränen Stephan Loboué sicher. So klärte nach einer halben Stunde "Fou" Brighache vor Hessen-Kassel-Angreifer Christian Henel, vier Minuten später klärte der für Hollmann eingewechselte Michael Dingels vor Rico Pinheiro. Und auch in der 42. Minute reagierte Dingels gedankenschnell nach einer gefährlichen Flanke in den Strafraum der Eintracht. Genauso wie in der ersten Hälfte startete das Team von Coach Seitz auch sehr entschlossen in die zweiten 45 Minuten.

Kassel hatte zwar ein Mehr an Ballbesitz, der SVE agierte aber immer wieder schnell und direkt im Spiel nach vorne. In der 52. Minute fand "Faz" Kuduzovic seinen Meister im glänzend reagierenden Carsten Nulle, Max Watzka hämmerte den Ball an den Pfosten (55.) und in der 62. Minute köpfte Fabian Zittlau freistehend in Nulles Arme. Dann endlich die Trierer Führung: Nach tödlichem Pass des sehr starken Alon Abelski tauchte "Chhun" vor Nulle auf und bugssierte den Ball elegent am herausstürzenden KSV-Keeper vorbei zum 0:1 ins Netz (72.). Es sollte noch besser kommen: Auf Abelski-Ecke köpfte "Chhun" mit seinem zehnten Saisontor das 0:2 - die Vorentscheidung in der 79. Minute! Baldo di Gregorio, der nach sechswöchiger Verletzungspause ein überaus gelungenes Comeback auf der Sechserposition gab, atmete genauso wie seine Teamkollegen nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Marcel Göpferich auf: "Das war ein vollauf verdienter Sieg. Wir haben uns Anfang der Woche mit der Mannschaft zusammen gesetzt und eine ausführliche Fehleranalyse betrieben. Das hat ganz offensichtlich gewirkt."

"Chhun" Pagenburg jubelte: "Wir haben gezeigt, was wir können. Normal müssen wir hier noch höher gewinnen." Coach Seitz zollte seinem Team ob der jüngsten Negativserie, der verletzungsbedingten Ausfälle und angesichts der vergebenen Großchancen im Spiel großen Respekt: "Die Mannschaft hat wirklich Charakter bewiesen. Hut ab." Vorstandssprecher Ernst Wilhelmi unterstrich: "Heute hat man eindeutig gesehen, dass bei uns alle an einem Strang ziehen. Man hat aber auch gesehen, wie eng es in dieser Liga zugeht. Selbst ein Spitzenteam wie Hessen Kassel hatte Probleme, das Spiel zu machen."

Sein Kollege Uwe Wolf mahnte das ungeduldige Kasseler Publikum zur Ruhe: "Trier hat es vorgemacht, wie man aus einer Serie ohne Siege wieder heraus kommt...."

Aufstellungen: Kassel: Nulle - Hammann, Rahn, Müller, Meuser (64. Gaede)- Gallus, Becker - Merle (57. Schmeer), Mayer, Pinheiro - Henel (46. Damm) Trier: Loboué - Konrad, Kröner, Hollmann (7. Dingels), Brighache - di Gregorio (89. Heinz)- Kuduzovic (85.Lewerenz), Abelski, Watzka, Zittlau - Pagenburg.

 

 

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