Es war einmal... Anton Veit

Stadt Trier. »Ich male, was ich will«: das war das Motto des Trierer Künstlers Anton Veit (1920 bis 1994). Er entwickelte und pflegte seinen gegenständlichen Stil gegen den abstrakten Strom. Neben farbenfrohen Blumenstilleben und Interieurs stellte er Landschaftsbilder und Trierer Stadtansichten dar.

Anton Veit schlug  zunächst einen handwerklichen Weg ein: von 1934 bis 38 lernte er bei bei Josef Bausch den Beruf des Kirchenmalers.

Nach der Militärzeit besuchte er von 1946 bis 49 die Trierer Werkkunstschule. Seine Lehrer waren Heinrich Dieckmann und Peter Krisam. Sein Studium schloss er mit der Meisterprüfung als Kirchenmaler ab und besuchte anschließend die Stuttgarter Kunstakademie.  Hier belegte er Kurse bei Willi Baumeister und Kurt Wehlte – zwei Protagonisten der deutschen Malerei und Kunstwissenschaft.

Selbstständiger Malermeister
Zurück in Trier gründete Anton Veit 1950 einen Malerbetrieb. Ein Kompromiss, den damals viele Künstler eingingen. Diese finanzielle Absicherung erlaubte es ihm, seine künstlerische Arbeit voranzutreiben.

Nebenbei kaufte er für seine Familie ein Haus mit großem Garten im Paulinviertel und renovierte es mit eigenen Händen, berichtet seine Tochter Marlies. Sie beschreibt den Vater als temperamentvoll und vielfätig interessiert, aber auch als pflichtbewusst, fleißig und tatkräftig. Eigenschaften, auf denen sein handwerklicher wie künstlerischer Erfolg gründeten. Beide waren miteinander verwoben.

Kunst und Handwerk

So wirkte sich seine künstlerische Erfahrung auf seine handwerkliche Arbeit aus: In den 50er-Jahren gewann er Preise für seine Raumgestaltungskonzepte. Und sein handwerkliches Geschick nutze er wiederum bei seinen Bildern, stellte zum Beispiel alle Rahmen selbst her.

Seine Kollegen sahen diese Verzahnung teils kritisch: für die Künstler war er eher ein Handwerker, für die Handwerker ein Künstler.

Unter anderem auch, weil er sich immer eine gewisse stilistische Eigenart beibehielt. In Zeiten, als das Gros der Künstler auf eine exzentrische gestische Formsprache setzte, blieb er mit seinen Landschaften, Stillleben und Blumenbildern bodenständig dem Gegenstand verhaftet.

Komposition, Farben und Malweise aber waren kraftvoll, frei und modern. Und sie trafen den Geschmack des Publikums. Anton Veit genoß über die Region hinaus Ansehen und obwohl er sehr schnell malte – manchmal ein Bild am Tag – standen Leute in seinem Atelier im Gewölbekeller neben dem noch nassen Bild und wollten es schon kaufen, erinnert sich seine Tochter.

Anton Veit war in der Trierer Kunstszene sehr aktiv, auch als Dozent tätig und nahm an zahlreichen Ausstellungen teil.

Der wichtigste Mensch in seinem Leben war seine Frau Susanne. (cn)


Noch bis 18. Dezember ist in der Deutschen Richterakademie (Berliner Allee 7) eine Retrospektive zum Werk Anton Veits zu sehen. Sie zeigt auch etliche Bilder, die zum ersten Mal öffentlich ausgestellt werden.

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