Es war einmal... der Trierer Hauptbahnhof im Jahr 1917

Stadt Trier. Heute führt uns unsere Reise durch die Geschichte zum Trierer Hauptbahnhof, der einst "Trier rechts der Mosel" hieß und erst 20 Jahre nach seinem Bau dem zunächst bedeutenderen Westbahnhof "links der Mosel" den Rang ablief.

Ein einfacherer Vorgängerbau stand an dieser Stelle schon seit 1878. Mit dem Bau des auf unserer alten Postkarte gezeigten Gebäudes wurde 1883 begonnen. Drei Jahre später war es fertig. 1903 wurde es in "Trierer Hauptbahnhof" umbenannt - vorher trug es den Namen "Trier rechts der Mosel" als Pendant zu "Trier links der Mosel": dem Westbahnhof, der schon 1860 eröffent wurde und später seine Bedeutung dem neuen Bahnhof in Innenstadtnähe abtreten musste.

Elegant mit dem Zug oder gemütlich im "Saufbähnchen"

Wie die historische Ansicht zeigt, ließ man sich damals per Pferdekutsche vorfahren oder kam mit der "Elektrischen" und trat seine Reise dann in eleganter Garderobe, ausgerüstet mit Hut, Spazierstock und Schirm an.

 

Links hinten erkennt man den eigenen kleinen Fachwerk-Bahnhofsbau der Moselbahn Trier-Bullay, die die kleinen Moselorte miteinander verband und als gemächliches "Saufbähnchen" für Freunde des so gut zu erreichenden Moselweins in die Geschichte einging.

Am 20. September 1944 wurde der alte Trierer Hauptbahnhof bei einem Bombenangriff zerstört. Nach dem Krieg entstand zunächst eine provisorische Baracke, bis 1953 der Neubau des Architekten Thomas Hoffmann eingeweiht wurde.

Baustelle Bahnhof

Aktuell ist der Trierer Hauptbahnhof wieder eine Baustelle. Die Deutsche Bahn lässt 110 Meter Bahnsteigdach am Bahnsteig 10/11 erneuern und 150 Meter Bahnsteigdach im Nordbereich zurückbauen und durch zwei Wetterschutzhäuser ersetzen. Wie dem Baustellenschild zu entnehmen ist, wird das noch bis Frühjahr 2016 dauern. Auch die Fassade der Halle und das Vordach zum Bahnhofsplatz präsentieren sich noch immer eingerüstet.

"Habe sie trotzdem gegessen"

Mit der alten Postkarte sandte übrigens Schütze Hermann Bredfeld am 15. August 1917 per Feldpost Grüße aus Trier an seinen Bruder in Hamburg. Er sei an diesem Morgen gut in Trier angekommen, allerdings lässt er seiner Mutter mitteilen, "dass ich mit den Eiern Pech gehabt habe. Sie sind mir nämlich alle in der Tasche zerdrückt worden. Habe sie aber trotzdem noch gegessen." (cn)

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