Es war einmal... die Gneisenaukaserne

Stadt Trier. Erst städtische Kaserne, dann »Caserne de la Malmaison«, schließlich Wohnblöcke im sozialen Brennpunkt: Heute beherbergt der Gneisenaubering einige kommunale und soziale Einrichtungen. Ein weiterer Gebäudetrakt soll demnächst für Sozialwohnungen saniert werden.

Um 1900 wurden in Trier-West drei Kasernen errichtet, eine davon war die von der Stadt Trier erbaute »Gneisenaukaserne«, zu der mehrere Blöcke und Baracken sowie ein Offizierskasino (heute das sanierte Don-Bosco-Haus) gehörten.
Als die Franzosen 1919 das Gelände besetzten, teilten sie es in zwei Bereiche auf, einer davon trug den Namen »Caserne de la Malmaison«. Von hier aus ging unsere historische Postkarte (Foto unten) auf die Reise nach Nizza und überbrachte Grüße aus »Trèves«.

Aus der Kaserne wird eine Siedlung

Später dienten die Gebäude der Gneisenaukaserne als Notunterkünfte und auch langfristiger Wohnraum,  vor allem für sozial schwächere Familien, der schließlich dringend sanierungsbedürftig war. Aus denkmalpflegerischen Gründen entschied man sich gegen einen Abriss der maroden Gebäude. Vier Blöcke wurden in den 90er-Jahren zu Wohnzwecken saniert. 2012 bezogen das Jobcenter und das Haus des Jugendrechts mit ihren Büros die mit Millionen-Aufwand sanierten Gebäude 38-40 sowie 41-43. Dann herrschte erst mal Stillstand.

Sozialwohnungen statt Studi-Heim

»Die Sanierung der Gneisenau-Kasernen ist dringend erforderlich«, befand Ministerpräsidentin Malu Dreyer schließlich Anfang Mai 2015, als sie einen Förderbescheid in Millionenhöhe für das Projekt Soziale Stadt Trier-West überreichte. Konkret soll das verwahrloste Gebäude Gneisenaustraße 33-37 in Angriff genommen werden, das seit Jahren leer steht. Die vorgesehene Nutzung als Studierendenwohnheim scheiterte aus wirtschaftlichen Gründen. Nun ist vorgesehen, auf 1.700 Quadratmetern insgesamt 26 Sozialwohnungen verschiedener Größe zu schaffen. Für den Umbau werden Kosten von rund 5,6 Millionen Euro veranschlagt. (cn)

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