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Es war einmal... Röschen Görgen

Stadt Trier. Eine Frau erobert Land und Luft: Mit gerade mal 23 Jahren konnte Röschen Görgen (1919 bis 1956) auf eine internationale Fliegerkarriere zurückblicken und gründete dann in Trier den Autohof Görgen, der bis heute besteht.

Rosa Schmitt, eigentlich geborene Therese Elisabetha Görgen, kam in Köln zur Welt. Mit 18 Jahren machte sie ihren Kunstfliegerschein. Dass sie es als Frau schwieriger hatte als ihre männlichen Kollegen, beeinträchtigte die energiegeladene Dame wenig. Ende der 20er Jahre stieg generell der Andrang junger Frauen im Flugsport. Man denke nur an Hanna Reitsch, Elly Beinhorn und Liesel Bach. Womöglich begeistert von der Nordatlantiküberquerung durch Charles Lindbergh 1927 und der ersten Atlantiküberquerung von Ost nach West durch Hermann Köhl 1928 und dem Aufschwung der Luftfahrt, etwa durch die flugsportliche Veranstaltung "Deutscher Rundflug" 1925, die Gründung der Deutschen Luft Hansa 1926 oder der Deutschen Luftfahrt GmbH 1927 fanden jungen Frauen ein abenteuerliches neues Tätigkeitsfeld. Die Luftfahrt wurde nach und nach publik und beliebt - zum Sportmachen oder der Unterhaltung. Und zum Transport über längere Strecken.

Kurzer aber großer Erfolg

Mit ihrer "Klemm-Hirth Sportmaschine" gewann Röschen viele Urkunden und Trophäen.  Ein Höhepunkt war der zweite Platz bei Sternflug nach Berlin 1933. Eigentlich gehörte ihr der Sieg, doch sie ließ dem Deutschen Serienmeister Gerhard Fieseler den Vortritt. Dazu habe sie einfach eine Extra-Runde über den Flugplatz gedreht. Als Deutschland beflogen war, trieb es die junge Frau nun auch weiter weg. Ihr Können stellte sie an einigen Flugtagen im Ausland unter Beweis, so auch in Spanien. Doch auf Dauer war es schwierig, als Frau zu fliegen. Sie konnten damit kein Geld verdienen. Ab 1924 wurde sogar festgesetzt, dass nur Männer in der Passagierbeförderung, der einzig möglichen Einnahmequelle, tätig sein dürfen. Außerdem waren die Ausbildungsgebühren für Frauen oftmals höher als für Männer. Den Damen blieb lediglich der Sport- oder Kunstflug als Hobby.

Vom Flugzeug zum Auto

1934 beendete Rosa ihre Karriere. Die Nationalsozialisten versuchten ihren Flieger für die staatliche Fliegerjugend (NSKK) zu okkupieren. Kurzerhand sattelte das mit Automobilen bewanderte Multitalent um und eröffnete nach einer Automobilfirma 1945 den Autohof Görgen. Das Tankstellennetz ist bis heute in Betrieb und versorgt Trier und Umgebung mit Kraftstoff.

Nachwirkungen von Röschen Görgen

Anfang der 30er Jahre bezifferte sich der Deutsche Luftsportverband auf 3.000 Mitglieder. Lediglich 25 davon waren Frauen. Und Rosa gehörte dazu. Sie ließ sich weder von der finanziellen Not, die einer Frau in diesem Beruf entgegen sprang, noch von der Meinung der Männer davon abbringen, das zu tun, was sie wollte und konnte. Und das mit großem Erfolg: Als sie 1956 einem Krebsleiden erlag, hinterließ sie nicht nur die Erinnerung an eine beispiellose weibliche Sportfliegerkarriere, sondern als Unternehmerin auch eine wirtschaftliche Goldgrube.

SF

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Kommentar von Greta
Schwierig ist es jedoch meines Erachtens Aussagen mit "man erzählt sich das in Trier" zu untermauern. Richtigstellungen sind immer gut, jedoch mit Vorsicht zu genießen, wenn man dafür keine eindeutigen Quellen hat.
Kommentar von karin
Zu Rosa Görgen, finde ich sagen zu müssen:,
"Schon allerhand Mutiges, als Frau geleistet. Alle Achtung". Doch, es wäre auch lesenswert gewesen, die starke, Überzeugte National Sozialistin, in dieser "Dame", herauszuheben. Zumindest, erzählt man sich das in Trier. Vom beschlagnahmten Flugzeug ;-einfach so aufs Auto umgewechselt. Toll! Wers glauben will? Aber immerhin steht ihr Name für Geschäftssinn, und außerdem, wer einst mit Nazitreue geglänzt hatte, nach dem wird dann auch in Trier eine Straße, benannt. Bravo!