Es wird eng – Dolphins schwimmen bald auf dem Trockenen

Rollstuhl-Basketballer kämpfen ums Überleben

Stadt Trier.  Sportlich läuft es in der Rollstuhl-Basketball-Bundesliga rund für die Doneck Dolphins; aktuell sind sie Dritter in der wohl stärksten Liga der Welt. Finanziell ist es jedoch nicht so rosig um den RSC-Rollis Trier bestellt. Sollten bis Mitte Januar nicht 15.000 bis 20.000 Euro in die Kassen gespült werden, wird es eng um den inklusiven Verein aus der ältesten Stadt Deutschlands.

"Ja es stimmt. Wenn keine zusätzlichen Gelder in die Kassen kommen, müssen wir ernsthaftüberlegen, ob wir den Verein weiter aufrecht erhalten können oder sogar den Spielbetrieb im Januareinstellen müssen." so Otmar Passiwan, Vorsitzender des Vereins. "Uns fehlen etwa 15 bis 20.000 Euro, um die Saison zu überstehen."Das Loch im eh schon kleinen Etat der Dolphins kam für alle Beteiligten überraschend. "Wir hatten vor der Saison einige Zusagen von Sponsoren erhalten, mit denen wir auch kalkuliert haben. Kurz vor Beginn der Spielzeit haben allerdings einige Sponsoren ihr Angebot zurückgezogen. Darunter auch einer der größeren, mit denen wir eigentlich schon lange zusammengearbeitet haben. Plötzlich sind 18.000 Euro weggebrochen. Für uns als kleiner Verein ist es nicht leicht, so eine Lücke zu schließen."

Sponsoren wandern ab

Auch verließen viele kleinere und mittlere Sponsoren den Verein in Richtung anderer Trierer Sportvereine. "Es ist schade, dass ein Verein wie der RSC-Rollis kaum Unterstützung bekommt. Unser Oberbürgermeister Wolfram Leibe versucht viel, um zusätzliche Gelder zu akquirieren. Wir selber gehen jeden Tag auf die Suche. Nur leider kommt sehr oft die Absage, da für Rollstuhlsport kein Geld im Budget wäre. Lieber geht man in untere Ligen", so Passiwan weiter. Bei einer möglichen Insolvenz des Vereins müsste jedoch nicht nur die erste Mannschaft den Spielbetrieb einstellen. Die  Dolphins starten in der ersten Bundesliga. Die zweite und dritte Mannschaft in Regional- und Oberliga. Auch die Kinder- und Jugendgruppen mit insgesamt fast 45 behinderten und nicht-behinderten Kindern müssten sich ein neues Hobby suchen, sollten die Trierer kein weiteres Geld bekommen.

Passiwan & Co. wissen, was es heißt, zu kämpfen

"Wir arbeiten an einer Lösung und suchen händeringend nach Sponsoren, die bereit sind, in diesen Sport und hierbei nicht nur in die Bundesliga, sondern auch in die Kinder und Jugendarbeit, zu investieren. Wir hoffen, dass wir das schaffen. Alles andere wäre eine herbe Enttäuschung für uns alle, und das nach dem 30-jährigen Bestehen des Vereins", so Otmar Passiwan, der sich aber nach wie vor kämpferisch zeigt: "Wir als behinderte Menschen haben in unserem Lebenstets gelernt, nie aufzugeben, und das wird auch jetzt der Fall sein."

Pressemitteilung RSC Rollis

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