Harmonie ist anders: Misstöne bei Eintracht-Versammlung

Ernst Wilhelmi feiert Comeback – Schulden über einer Million

Stadt Trier. Es knirscht im Gebälk beim SV Eintracht Trier 05 – und das nicht nur sportlich, wie aktuell der vorletzte Tabellenplatz in der Fußball-Regionalliga Südwest belegt. Auch hinter den Kulissen gibt es einige Probleme. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung des Klubs am Mittwoch Abend im Nells-Park-Hotel deutlich.

Fast wäre dem sonst so souveränen Alexander Bergweiler die Versammlungsleitung entglitten:  Bei der geheimen Wahl zum Vorstand tauchten auf einmal drei Stimmen mehr auf, als es die Anwesenheitsliste (hier waren 94 Mitglieder eingeschrieben) hergab – Unruhe machte sich breit.  Nachdem Bergweiler jedes einzelne Mitglied namentlich aufgerufen hatte, konnte das Ganze aber geklärt werden… Die beiden Vorstandsmitglieder Roman Gottschalk (75 Ja- und 17 Neinstimmen sowie zwei Enthaltungen) sowie Harry Thiele (54 mal Ja, 26 mal Nein, 14 Enthaltungen) wurden zwar in ihren Ämtern bestätigt, verzeichneten aber schwächere Ergebnisse als vor zwei Jahren. „Die Nein-Stimmen tun weh, sind aber zu akzeptieren. Ich will mich weiterhin voll für den Verein einsetzen und das Beste geben“, unterstrich der inzwischen im neunten Jahr der SVE-Führungsriege angehörende Gottschalk.

Großteil des Aufsichtsrats bleibt zusammen

Dessen langjähriger Vorstandskollege Ernst Wilhelmi hatte im Spätherbst 2014 nach massiven Anfeindungen aus dem Fanlager  seinen Rücktritt bekannt gegeben; ein drittes Vorstandsmitglied gibt es seitdem nicht mehr. Wilhelmi feiert indes nun sein Comeback in der Vereinsführung und gehört ab sofort dem Aufsichtsrat an. Als bislang kooptiertes Mitglied ist jetzt auch Christian Müller hier vertreten. Bei der En-Bloc-Abstimmung wurden außerdem Simone Schuler, Alexander Jelen, Dieter Friedrich, Alfons Jochem, Klaus Jensen und die (beide abwesenden) Andreas Garnier und Michael Grasmück wieder gewählt. Das Gleiche gilt für den Aufsichtsratsvorsitzenden Frank Natus, der das Gremium mit beratender Funktion auch im Vorstand vertritt.  Ein offensichtlich aus dem Umfeld der Ultra-Gruppierung lancierter Antrag, auch dieses Votum geheim durchzuführen, fand nicht die erforderliche 25-Prozent-Zustimmung. Nicht mehr im Aufsichtsrat dabei sind Adolf Hess jr. und der schon vor einigen Monaten ausgeschiedene Alexander Bergweiler. Gewählt wurde auch erstmals der Fanbeirat (hat nach einer Satzungsänderung nur noch drei statt der ursprünglich geplanten sieben  Mitglieder): Eva Schneider, Patrick Mohr und Christophe Acloque wollen als Mittler zwischen den Anhängern und dem Vorstand auftreten.

Sportliche Situation "äußerst unbefriedigend"

Während der gut zweieinhalbstündigen Versammlung wurde immer wieder die Sorge deutlich, dass die Eintracht am Ende der Saison den bitteren Gang in die fünftklassige Oberliga antreten muss. Der 18. Tabellenplatz sei „äußerst unbefriedigend“ und der starke fünfte Rang in der Vorsaison längst „Schnee von gestern“, wie Gottschalk in seinem Rechenschaftsbericht klar machte. Als Erklärung für den sportlichen Niedergang führte er die vielen Englischen Wochen und die für den SVE unglückliche Konstellation an, immer gegen Teams zu spielen, die vorher spielfrei hatten und folglich ausgeruht(er) seien. Zudem sei die Regionalliga in ihrer Breite besser geworden – und Trainer Peter Rubeck und der sportliche Leiter Heiner Semar hätten bei ihren Personalentscheidungen „nicht immer glücklich agiert“. Warum man den schlagkräftigen Kader der 2015/16er Runde gesprengt habe und Semar viel zu viel Freiraum ermöglicht habe, wollten Mitglieder bei der Aussprache wissen. „Aufgrund unseres zunächst erfolgreichen Abschneidens haben sie bei uns einen Vertrauensvorschuss genossen“, antwortete Gottschalk. Er habe sich zudem „nicht anmaßen wollen“,  sich in sportliche Belange einzumischen. Verblüffend: Mitte September, nach der 0:1-Niederlage bei Wormatia Worms, habe man „die Reißleine gezogen“ und sich vom Coach getrennt. Quasi parallel war auch die Ära Semar vorbei. Seinerzeit legte man aber Wert auf die Feststellung, Rubeck habe von sich aus seinen Rücktritt angeboten…  Außerdem merkwürdig: Anfang September hatte die Eintracht mitgeteilt, der Vertrag mit dem zuvor beurlaubten  Rubeck sei aufgelöst worden. Nun sagte der für die Finanzen zuständige Harry Thiele, Rubecks neuer Klub, der Oberligist SC Hauenstein, trage einen Großteil der Verpflichtungen gegenüber dem Übungsleiter, was zu einer „deutlichen Entlastung“ der Eintracht führe. Somit scheint der Kontrakt mit Rubeck also doch noch zu existieren.

Celik ist der erste Neue

In seinem Finanzbericht wies Thiele für die vergangene Spielzeit ein Minus von rund 200.000 Euro gegenüber der Vorsaison – vor allem aufgrund geringerer Werbeerlöse und der ausgebliebenen Teilnahme am DFB-Pokal – aus. Der Schuldenstand sei dadurch auf 1,15 Millionen Euro gestiegen. In der aktuellen Saison entsteht nach momentaner Lage ein Minus von knapp 100.000 Euro. „Eingepreist“, so Thiele, seien hier Verstärkungen für die Winterpause. Gleichwohl will und wird sich der SVE auch von Akteuren trennen (wie offenbar etwa von Rico Gladrow und Alexander Dartsch). Als erste Neuverpflichtung bestätigte Roman Gottschalk am Mittwoch Abend  Antonyos Celik. Der 22-jährige Mann für die rechte Außenbahn stand zuletzt beim schwedischen Zweitligisten FC Syrianska unter Vertrag. Davor kickte der aus dem VfB Gießen hervorgegangene Celik unter anderem für die SV 07 Elversberg und Waldhof Mannheim. „Wir müssen alles daran setzen, die Liga zu halten und müssen und werden dafür kämpfen“, schwor Gottschalk die Versammlung auf intensive Monate ein. Dass es oft schwer ist, das Vereinsschiff auf Kurs zu halten, gab der Trierer Unternehmer unumwunden zu: „Körperlich und seelisch musste ich in den vergangenen Jahren oft ans Limit gehen.

Ultras machen Verein zu schaffen

Zweifelhafte Aktionen von Mitgliedern aus dem Ultra-Lager oder deren Umfeld erschweren das ehrenamtliche und zudem durch nachhaltige finanzielle Unterstützung geprägte Wirken. Mehrfach versuchten sie am Mittwoch durch Anträge oder Fragen den Fluss der Versammlung zu stören und sich in Szene zu setzen – ganz zu schweigen von den Undiszipliniertheiten rund um die Spiele im Moselstadion oder auswärts (alleine das Abbrennen der verbotenen Pyrotechnik hat  den Verein in den vergangenen Jahren schon viele tausend Euro gekostet.).

Nachwuchs meldet viel Positives

Viel Freude macht den Verantwortlichen unterdessen die Eintracht-Jugend. So führen die A-Junioren momentan die Tabelle der Regionalliga Südwest an. Im Frühjahr steht ferner für den blau-schwarz-weißen Talentschuppen eine DFB-Zertifizierung ins Haus. Für den Sommer haben sich laut Gottschalk Nachwuchsteams  namhafter europäischer Klubs wie Manchester United, Juventus Turin, Olympique Marseille und des RSC Anderlecht für den Porta-Nigra-Junior-Champions-Cup angekündigt.

Ehrungen

 

Für 25 Jahre Vereinstreue wurden/werden ausgezeichnet: Benjamin Bretz, Bernd Raach, Robert Mario Spanier, Dieter Wahlen, Franz Zamberger; 40 Jahre: Wolfgang Berger, Helmut Bergfelder, Edmond Hein, Karl Kahlen, Peter Kinzig, Roland Morgen, Günther Philipps, Peter Pries, Paul-Ernst Willems, Marco Zenner; 50 Jahre:Albert Hamm; 60 Jahre: Peter Keuter; 70 Jahre: Heinrich Müller

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