Update Hochwasser:Weiter kein Strom in Ehrang

Bewohner kämpfen gegen Schlammmassen

Ehrang. Das Hochwasser im Trierer Stadtteil Ehrang geht seit Freitagmorgen zurück, der Pegelstand der Kyll ist gesunken. Die Lage ist dennoch weiterhin angespannt. Am höchsten steht das Wasser auch am Freitagnachmittag noch in einzelnen Bereichen der Merowingerstraße. Mit Hilfe des THW und zahlreicher Feuerwehren arbeiten die Bewohner in Ehrang daran, ihre Keller leer zu pumpen und die Häuser vom Schlamm zu befreien. Die Stadtwerke arbeiten weiterhin daran, die Stromversorgung im Stadtteil sukzessive wiederherzustellen, was aber wohl noch einige Zeit - vermutlich bis Sonntag - dauern wird. Wie die Einsatzleitung der Feuerwehr gegenüber dem Wochenspiegel erklärte, sind die Schäden im Stadtteil noch nicht zu beziffern. Zahlreiche Autos sind mit Wasser vollgelaufen und fast alle Keller und viele Erdgeschosswohnungen sind von den Hochwasserfluten stark beschädigt worden. Wegen der hochwasserbedingten Absperrungen in Ehrang muss weiterhin weiträumig mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Unsere Fotos zeigen einige Eindrücke aus der Merowingerstraße und dem Ortskern von Ehrang sowie den Verkehrsumleitungen am Freitagnachmittag.

80 Menschen aus dem Evakuierungsgebiet in Ehrang haben die Nacht auf Freitag im Schulzentrum am Mäusheckerweg verbracht. Für die Menschen wurden dort mit Feldbetten die Schulklassen der Moseltal Realschule plus zur Übernachtung eingerichtet. Am Freitagmorgen wurden vor Ort rund 130 Menschen betreut und mit Essen und Trinken versorgt. Vor Ort sind neben Feuerwehrkräften Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes und des Arbeiter Samariterbunds.

Viele Menschen hätten bei der Stadtverwaltung spontan ihre Hilfe für die Flutopfer angeboten, berichtete Oberbürgermeister Wolfram Leibe, der sich am Freitagmorgen zusammen mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei einem Besuch der Hauptfeuerwache am Barbaraufer über die Lage in der Region Trier informierte. Leibe betonte: „Heute brauchen wir diese Hilfe noch nicht, es sind weiter zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort. Aber in den kommenden Tagen und Wochen, wenn es ums Aufräumen und Saubermachen geht, wird Nachbarschaftshilfe sehr gefragt und willkommen sein.“

Die am Donnerstag evakuierten Einwohnerinnen und Einwohner von Ehrang dürfen aktuell wieder in Häuser zurückkehren, die nicht mehr unter Wasser stehen und die gefahrlos erreichbar sind. Sie werden aber dringend gebeten, nur mit größter Vorsicht in ihre Wohnungen zu gehen, um wichtige persönliche Dinge wie Handys oder Geldbeutel herauszuholen. Derzeit kann noch nicht abschließend beurteilt werden, ob alle von Flutschäden betroffenen Häuser im Ortskern Ehrang standsicher sind. Wegen akuter Gefahr wird davor gewarnt, mit Sicherungskästen oder anderen elektrische Geräten zu hantieren. „Wer nicht unbedingt in sein Haus muss, sollte warten, bis die Lage gesichert ist und die Straßen wieder begehbar sind“, appelliert Baudezernent Andreas Ludwig. Die Polizei ist mit Einsatzkräften vor Ort und achtet verstärkt darauf, dass sich nicht Unbefugte Zugang in offen stehende Häuser verschaffen. Die Feuerwehr hat rund 60 Haustiere aus dem Einsatzgebiet gerettet. Sie werden derzeit im Tierheim Zewen versorgt.

(red/Fin/Fotos: Finkenberg)

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Simmerath hilft mit 10000 Euro

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