Mega-Statue von Karl Marx sorgt für Ärger

Kommt sechs Meter große Skulptur auf den Simeonstiftplatz?

Stadt Trier. Im Mai 2018 feiert Karl Marx seinen 200 Geburtstag. Der bedeutende Philosoph ist in Trier geboren. Die chinesische Staatsregierung nimmt das als Anlass, um der Stadt eine Marx-Skulptur zu schenken. Die sorgt jetzt jedoch für jede Menge Unmut.

Die Marx-Statue sollte eigentlich unweit des Karl Marx-Hauses auf dem kleinen Platz Ecke Karl-Marx-Straße/Jüdemer Straße aufgestellt werden. Der chinesische Künstler Wu Weishan war im Januar in Trier, um sich einen Eindruck von dem Standort zu machen. Jetzt ist allerdings klar: Der Platz eignet sich nicht für die Marx-Skulptur. Grund: Sie ist mit 6,30 Meter schlichtweg zu groß.

Angst vor Glorifizierung

Die Stadt Trier überlegt deshalb die Mega-Statue auf dem Simeonstiftplatz aufzustellen. "Der Simeonstiftplatz bietet einen idealen Raum, der eine Skulptur der angedachten Größe vertragen kann. Platz und Skulptur müssen proportional zueinander passen", so Baudezernet Andreas Ludwig auf WochenSpiegel-Anfrage. Bei Teilen der Bevölkerung stößt das auf Unmut. Man befürchtet, dass Marx mit der Mega-Statue und der prominenten Platzierung am Simeonstiftplatz unkritisch glorifiziert werden könnte.  Entschieden ist der neue Standort laut Ludwig bislang allerdings noch nicht. Um sich ein realistisches Bild von der Skulptur machen und darüber entscheiden zu können, müsse ein Entwurf vorliegen. Das sei im Moment noch nicht der Fall, heißt es.

Entscheidung fällt noch

Um einen ersten Eindruck zu gewinnen, hatte die Stadt vor kurzem probeweise ein Holzmodell auf dem Simonstiftplatz aufgestellt.  "Aber erst wenn Ort, Größe, Form und Material der Skulptur klar definiert sind, wird man öffentlich hierüber diskutieren und vom zuständigen Gremium schließlich eine Entscheidung treffen können", so Ludwig. Historisch gesehen weist der Simeonstiftplatz übrigens einen Bezug zu Karl Marx auf. Ein Jahr nach seiner Geburt zog die Familie von der Brückenstraße in ein Wohnhaus schräg gegenüber der Porta Nigra in der heutigen Simeonstraße 8.

Lesen Sie das vollständige Interview mit Baudezernt Andreas Ludwig hier.

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