Miezen gehen mit Herz und Leidenschaft in die Saison

Stadt Trier. Die Trierer Zweitligahandballerinnen starten mit dem Pokalspiel am Samstag, 18 Uhr, bei Ligakonkurrent Beyeröhde in eine neue Zeitrechnung: 15 Jahre Erstklassigkeit gehören der Vergangenheit an, Konsolidierung heißt das Zauberwort für die Spielzeit 2015/2016. Die Trainerin neu, der Kader verändert sowie eine ausgeglichene, starke Zweite Liga.

Im Sport gehört es mithin zur Normalität einen Absteiger in der darauffolgenden Spielzeit als Favoriten zu sehen. Die Trierer Miezen wollen sich diese Etikette allerdings nicht anheften lassen: Zu groß der Umbruch – im Kader, aber auch im Sponsorenbereich. „Wir sind in der Lage uns in dieser Liga zu behaupten und das werden wir auch tun, aber oben mitspielen? Aufstieg? Das sind Dinge, von denen wir Abstand nehmen“, sagt MJC-Vorstand Jürgen Brech und ergänzt, dass man sich „sportlich, wie auch wirtschaftlich konsolidieren will.“ Trainerin Daniela Filip schlägt in die gleiche Kerbe, bittet vor allem um Geduld: „Ich werde keine Platzierung ausgeben, denn die Mannschaft hat einen großen Umbruch hinter sich und unser Kader ist nicht sehr üppig besetzt. Aber all das sind Dinge mit denen wir zurechtkommen werden, es benötigt nur Zeit.“

Neue Hierachie ist wichtig 

Filip, von Ligakonkurrent Sachsen Zwickau an die Mosel gewechselt, muss vor allem eine neue Hierarchie aufbauen, denn mit Top-Torschützin Katrin Schneider (TSG Ketsch), Mégane Vallet (Pause), Maxime Struijs (Göppingen), Silvia Solic (2. Mannschaft) sowie Franziska Garcia (Karriereende) hat fast die komplette erste Sieben den Verein verlassen. Acht Spielerinnen, dazu Trainerin Cristina Cabeza – der Aderlass nach 15 Jahren Erstklassigkeit war groß, dennoch sehen sich die Verantwortlichen für die kommende Spielzeit gerüstet. „Wir haben eine starke Truppe und bewiesen, dass wir Handball spielen können“, betont die 45-jährige Rumänin. Zuversicht die begründet ist, denn der fünften Platz beim Lotto-Cup hat gezeigt, dass die Miezen in einer guten Verfassung konkurrenzfähig sind. Die Vorbereitung hat allerdings auch deutlich gemacht, dass die Moselstädterinnen nur als Team bestehen können, sportliche Ausfälle nur schwer zu verkraften, Verletzungen gar nicht zu kompensieren sind.

Acht sind weg, vier kommen dazu

Denn den acht Abgängen stehen mit Rückkehrerin Caroline Thomas (Koblenz), Oberliga-Torschützenkönigin Joline Müller (Zweibrücken), Tina Welter (Nellingen) sowie Lucia Weibelova (Ober-Eschbach) lediglich vier Neuzugänge gegenüber, und auch deshalb hofft Filip auf weitere Verstärkungen. „Wir versuchen etwas zu machen, können uns finanziell allerdings nicht strecken“, sagt Brech und nimmt die Sponsoren in die Pflicht: „Wir haben in der Zweiten Liga einen identischen Etat zu Liga eins. Wenn wir Bezüge aber reduziert oder ganz gestrichen bekommen, wird es schwer Spielerinnen zu verpflichten. Brech zeigte sich enttäuscht vom Verhalten einiger Partner, die sich nach dem Abstieg zurückgezogen haben, ist aber nicht müde zu betonen, dass sich Handball in der ältesten Stadt Deutschlands lohnt: „Die Mannschaft und wir werden alles Mögliche tun, um potentielle Sponsoren zu überzeugen. Die Miezen sind eine Marke, nicht nur auf dem Spielfeld“, so der Vorstandvorsitzende. Die besten Argumente sind natürlich Siege, am besten schon in der ersten Runde des DHB-Pokals. Die Zutaten dafür und eine erfolgreiche Saison 2015/2016: Ein großes Herz, Leidenschaft und Teamgeist.

Kader Miezen 2015/2016

Tor: Jessica Kockler (24) – Rückraum: Esther Mohr (31), Joline Müller (22), Linsey Houben (21), Lucia Weibelova (32)– Außen: Judith Derbach (28), Hannah Sattler (21), Jana Kordel (22), Tina Welter (22) – Kreis: Caroline Thomas (25), Andrea Czanik (35).

Trainerin: Daniela Filip (45).

Neuzugänge: Caroline Thomas (Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern), Joline Müller (SV 64 Zweibrücken), Tina Welter (TV Nellingen), Lucia Weibelova (TSG Ober-Eschbach), Daniela Filip (BSV Sachsen Zwickau).

Abgänge: Cristina Cabeza (Spanien), Mégane Vallet (Pause), Katrin Schneider (TSG Ketsch), Maxime Struijs (Frisch Auf Göppingen), Celine Michielsen (TuS Metzingen), Verena Flöck (Hypo Niederösterreich), Silvia Solic (2. Mannschaft), Franziska Garcia (Karriereende), Sanne Backhed (unbekannt).

Die ersten fünf Partien: 12. September: Neckarsulmer Sportunion – Miezen (18 Uhr), 19. September: Nellingen – Miezen (19 Uhr), 26. September: Beyeröhde – Miezen (18.45 Uhr), 11. Oktober: Miezen – Haunstetten (16 Uhr), 18. Oktober: Miezen – Herrenberg (17 Uhr).

Heimspiele bis Weihnachten: 11. Oktober: Miezen – TSV Haunstetten (16 Uhr), 18. Oktober: Miezen – H2Ku (17 Uhr), 24.Oktober: Miezen – Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern (19 Uhr), 1. November: Miezen – Mainz Bretzenheim (17 Uhr), 21. November: Miezen – BSV Sachsen Zwickau (19.30 Uhr), 5. Dezember: Miezen – TG Nürtingen (19.30 Uhr), 20. Dezember: Miezen – HSG Bensheim-Auerbach (16 Uhr).

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