Rheinlandliga: Zuschauer-Tumulte und Polizei-Einsatz nach Tarforster Spiel gegen Rot-Weiß Koblenz

Stadt Trier. Am Samstagabend kam Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst zuhause gegen die TuS Rot-Weiß Koblenz nicht über ein 3:3 Unentschieden hinaus. Ein frühes und schnelles Tor, so lautete das Ziel der Rot-Weißen aus Koblenz, die vor rund 185 Zuschauern stürmisch und mit viel Druck die Partie am heimischen Trimmelter Hof begannen.

 

Jedoch standen die Trierer Höhenstädter sicher. Fast schon ''cool'' vereitelte man die groben Nadelstiche der Gäste, die mit Elan und Siegeswillen immer wieder den Abschluss suchten, jedoch am Ende ohne Erfolg. Chancen blieben aus. Ganz anders auf der anderen Seite, wo die Hausherren im roten Dress fast die Führung auf dem Fuß hatten. Nach einem Freistoß von Kapitän Stefan Castello, köpfte Tarforsts Sturmgarant Patrik Kasel nur knapp das runde Leder neben das von Julien Ndolumingu gehütete Gehäuse (6.). Der FSV war nun im Spiel. Man bot dem Titelfavoriten vom Eck bestens Paroli.

Denn nach rund einer Viertelstunde verbuchte die Fries-Elf eine weitere Chance. Ein frecher Distanzschuss von Philipp Hermes verfehlte das Koblenzer Tor nur um Haaresbreite (15.). Die Trierer Höhenstädter kombinierten gut. Schnelle Pässe, raffinierte Spielzüge, ließen selbst die Rot-Weißen staunen. Eine tolle Moral und das nach drei Niederlagen in Folge. Nach gut einer halben Stunde wurde man schließlich belohnt. Das Koblenzer Netz wackelte und Tarforsts ''Rot-Hosen'' jubelten.Im Anschluss einer mustergültigen Flanke über links Außen von Tobias Spruck, fand der Ball Phillipp Hermes, der aus der Drehung heraus eiskalt das runde Leder in die Maschen versenken konnte (32.). Mit jenem hochverdienten Spielstand ging es auch zum Pausentee.

Nach dem Seitenwechsel machte der Tarforster FSV es kurz und schmerzlos. Rot-Weiß-Keeper Ndolumingu musste wehmütig erneut hinter sich greifen. Patrik Kasel schob kurz nach Wiederanpfiff ein zum 2:0, nachdem er erstklassig von Simon Krugmann bedient wurde. War das der Koblenzer Knock-Out? Nicht ganz! Die Mannschaft um Trainer Michael Maur kam ins Spiel zurück und konnte nach rund einer Stunde dank dem zuvor eingewechselten Sanel Rahic auf 2:1 verkürzen (64.). Jedoch ließen sich die Trierer Höhenstädter keineswegs von jenem Gegentor beeindrucken. Ganz im Gegenteil, man legte sogar noch eine Schippe drauf. In der 73. Minute trug sich Patrik Kasel mit dem 3:1 nach einer gezirkelten Flanke von Stefan Castello erneut in die Torschützenliste ein. Der Käse war wohl gegessen, dachten womöglich auch die Zuschauer. Falsch gedacht! Koblenz kam zurück und verkürzte zehn Minuten vor dem Ende auf 3:2. Wieder war es Sanel Rahic, der seine Rot-Weißen jubeln ließ.

Koblenz ließ wieder Hoffnung auflodern. Man übte erneut Druck aus. Auf den Rängen drückte man die Daumen. Ein Stoßgebet zum Fußball-Gott, jedoch war dieser an jenem Abend nicht in Triers Höhen zuhause. Die Gäste vom Eck markierten den Ausgleich in sprichwörtlich aller letzter Minute. Und wieder hieß der Schütze Sanel Rahic, der mit jenem Treffer seinen Hattrick wehmütig vor den Tarforster Augen notierte. Das Spiel hatte nun mehr als Würze. Fouls bestimmten die Schlusssekunden. Fouls, wo selbst Luca Schlosser, Unparteiischer des Spiels, in der Nachspielzeit durchgreifen musste und Tarforsts Tobias Spruck mit der roten Karte aufgrund einer Tätlichkeit vom Platz verwies. Was für ein Ende! Der Ausgleich und ein Platzverweis. Als der Schlusspfiff ertönte konnte sich keiner so recht freuen. Weder Koblenz noch Tarforst sprangen im Kreis. Eine starke Tarforster Leistung die nicht belohnt wurde. Viel investiert, zwei Punkte verschenkt. Einzig die Niederlagenserie, die wurde zur Freude des Trainer gestoppt! Bereits am kommenden Samstag (06. Oktober) können die Trierer Höhenstädter an jene gute Leistung wieder anknüpfen, wenn man ab 17:15 Uhr beim TuS Mayen gastiert!

Stimmen: Stefan Fries (Trainer FSV Trier-Tarforst):

''Großen Respekt was meine Jungs heute auf den Platz gebracht haben. Aus meiner Sicht haben wir heute hier zwei Punkte unverdient nicht gewonnen. Ganz bitter ist natürlich die rote Karte von Tobias Spruck, die wir in dieser Phase überhaupt nicht gebrauchen können. Sehr zufrieden hingegen war ich mit der Leistung von Benedikt Decker, der heute von Beginn an eine Chance bekam und sich bestens präsentierte. Kompliment an den Jungen''!

Michael Maur (Trainer TuS Rot-Weiß Koblenz): ''Eine ganz schwache erste Halbzeit, die schlechteste die ich je von Rot-Weiß gesehen hab. Keine Einstellung, kein Wille, man könnte dies auch Arbeitsverweigerung nennen. Im zweiten Durchgang dann ein ganz anderes Bild. Wenn die Einstellung passt, erzielen wir auch unsere Tore. Aber unterm Strich denke ich war der Punkt verdient''. Statistik: So spielte der FSV Trier-Tarforst: Deuster - Gorges - Castello - Lay - Krugmann - Kasel - T. Spruck - Hermes (62. / Oeltges) - Meyer - Decker - Decker - Cartus (68. / Reichert) So spielte die TuS Rot-Weiß Koblenz: Ndolumingu - Cift - Wagner-Galda - Lazarevic - Akkaya - Hawel (61. / Buschbaum) - Dreher (53. / Rahic) - Steiner (53. / Schmidt) - Lauer - Buehrmann - Grasmik Tore: 1:0 (32. / Hermes) - 2:0 (47. / Kasel) - 2:1 (64. / Rahic) - 3:1 (73. / Kasel) - 3:2 (80. / Rahic) - 3:3 (89. / Rahic) Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Tobias Spruck nach Tätlichkeit Zuschauer: 185 Schiedsrichter: Luca Schlosser (Stahlhofen)

++++Randbemerkung++++ Leider gab es nach dem insgesamt fair ausgetragenen Fußballspiel zwischen einigen Zuschauern aus Koblenz und Trier (dies waren nach unseren Kenntnissen keine ''Tarforster Fans'' einige Handgreiflichkeiten. Die Tarforster Ordner u.a. Manfred Kühne, Werner Gorges, Charly Schroeder sorgten sofort dafür, dass die Spieler und Zuschauergruppen getrennt wurden so dass bis zum Eintreffen der angeforderten Polizei alles ruhig verlief. Das Schiedsrichterteam reagierte ebenfalls hervorragend und beobachtete in aller Ruhe die Vorkommnisse. Der Verein, so Vorsitzender Werner Gorges, wird alles daran setzen die Angelegenheit detailliert aufzuklären um solche Vorkommnisse künftig -soweit möglich- zu vermeiden. Gewalt und Provokationen gehören nicht zum Sport.

Aus Tarforst berichtete André Mergener

 

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