Schützenfest im Verfolgerduell – Erste Kampfansagen

Eintracht Trier fertigt Kickers Offenbach mit 6:0 ab

Stadt Trier. Heimsieg im Montagabend-Flutlichtspiel – und was für einer! Mit 6:0 (2:0) hat die Trierer Eintracht im Verfolgerduell der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den amtierenden Meister Kickers Offenbach gewonnen und sich damit auf Platz drei gehievt – nur noch drei Punkte hinter dem aktuellen Zweiten aus Elversberg und deren vier hinter Spitzenreiter Waldhof Mannheim.

Als Knackpunkt des Spiels war die Szene in der 42. Minute zu werten: Im Anschluss an eine Ecke von Christopher Spang kam Patrick Lienhard auf der gegenüberliegenden linken Seite zum Flanken, fand mit seiner Hereingabe den Kopf von Christoph Buchner, der zum 1:0 traf. Noch vor der Pause das 2:0: Nach Spang-Flanke war Offenbachs Marcel Gebers mit der Hand am Ball - Elfmeter! Den Strafstoß verwandelte Lienhard cool. Bis in die Schlussphase der ersten Hälfte hinein hatten die Zuschauer im Moselstadion eine sehr kampfbetonte Partie gesehen, in der es keine klare Chance zu verzeichnen gab. Trier hatte zwar ein Plus an Ballbesitz, kombinierte etwas gefälliger, konnte zunächst gegen gut verteidigende Gäste aus Hessen daraus aber kein Kapital schlagen. Gerade einmal 20 Sekunden waren im zweiten Durchgang absolviert, da klingelte es erneut im Kasten des OFC. An einem lang nach vorne geschlagenen Ball rutschte Alexis Theodosiadis vorbei, Hammel kam an die Kugel und spitzelte am herausstürmenden Alexander Sebald, der den Platz für den angeschlagenen Daniel Endres eingenommen hatte, vorbei zum 3:0 ins Netz. Klaus Gjasula probierte es in der 56. Minute mit einem Fallrückzieher, der knapp am Trierer Tor vorbei strich.

Trier mit großer Lust

Es klingelte kurz danach aber wieder auf der Gegenseite: Auf Linksflanke von Christian Telch stocherte Benedikt Koep den Ball aus kurzer Distanz über die Linie des Offenbacher Tores (60.). Die Partie vor 3128 Besuchern im Stadion und einer sechsstelligen Kulisse via Sport1 am Fernsehen war damit gelaufen, Trier hatte aber weiter Lust am Toreschießen. "Fußballträume werden wahr - der SVE ist wieder da", sangen die Fans der Blau-Schwarz-Weißen. Den Torjubel hatten sie bereits in der 63. Minute wieder auf den Lippen; Spang traf aber per Freistoß nur das Außennetz. Ab der 72. Minute mussten die Kickers in Unterzahl weitermachen: Martin Röser senste Spang in der Nähe der Trierer Eckfahne um und sah dafür zurecht die rote Karte. Das fünfte Tor ging danach auf das Konto von Torge Hollmann: Er war nach einer Spang-Ecke zur Stelle (76.). In der Nachspielzeit machte der eingewechselte Robin Garnier das halbe Dutzend voll (90.+1).

Stimmen zum Spiel

Unterm Strich hätte die Partie noch höher ausgehen können; Offenbach war mit dem 0:6 noch gut bedient. SVE-Torhüter Chris Keilmann, der einen sehr ruhigen Abed verlebt hatte, machte nach dem Abpfiff eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Wir haben die beste Abwehr der Liga. Das achte Zu-Null-Spiel der Saison belegt unsere Konstanz. In dieser Saison geht noch viel mehr, und das werden wir auch erreichen." Christoph Buchner traf nach langer Verletzungspause zum zweiten Mal in Folge: "So einen Lauf hatte ich noch nicht. Nach sieben Monaten Verletzungspause fühlt sich das unglaublich an. Die Mannschaft hat in der Zeit meiner Abwesenheit an Qualität und Charakter zugelegt." Der sportliche Leiter Heiner Semar nutzte den Erfolg, um nach etwa neun Monaten im Amt eine Art Zwischenbilanz zu ziehen: "Ich konnte mir beim Amtsantritt wirklich nicht vorstellen, dass wir in der Kürze der Zeit so ein Ergebnis erzielen würden. Im Sommer haben wir nach der schwierigen Vorsaison 15 neue Spieler geholt. Ich wusste damals, dass Peter Rubeck aus den vielen Neuen in sechs bis acht Wochen ein Team formen kann. Als ich damals als Saisonziel 55 Punkte ausgab, galt das als mutig. Vielleicht können wir dieses Ziel bald nach oben korrigieren." "Wir hatten bereits vor der Trierer Führung keinen Zugriff auf das Spiel und sind nachher voll an die Wand gefahren", musste OFC-Coach Rico Schmitt eingestehen. Sein Gegenüber Peter Rubeck lobte die anfangs geduldige Spielweise seiner Schützlinge: "Insgesamt haben wir unsere Chancen diesmal ziemlich konsequent genutzt. In der zweiten Hälfte hat sich meine Mannschaft dann in einen Rausch gespielt." Rubeck wäre aber nicht Rubeck, wenn er nicht schon den Blick auf das nächste Spiel gerichtet hätte: "Samstag spielen wir bei Freiburg II. Da müssen wir wieder voll konzentriert sein. Wir können uns jetzt zwei Tage freuen. Ab Donnerstag schaue ich im Training aber wieder sehr genau hin, wer Gas gibt und wer nicht..."

AA/DH

Statistik

Aufstellung Trier: Keilmann - Hollmann, Dingels, Fiedler, Buchner (87. Bidon) - Hammel, Spang, Telch, Müller - Lienhard (89. Laux), Koep (80. Garnier). Aufstellung Offenbach: Endres (46. Sebald) - Korb (63. Maslanka), Franke, Maier, Theodosiadis - Roeser, Gjasula, Gebers, Dobros - Yao (46. Markus Müller), Pintol. Schiedsrichter: Gaetano Falcicchio (Konstanz) Zuschauer: 3128 im Moselstadion Tore: 1:0 Buchner (42.), 2:0 Lienhard (45., Handelfmeter), 3:0 Hammel (46.), 4:0 Koep (60.), 5:0 Hollmann (76.), 6:0 Garnier (90.+1) Rot: Röser (OFC, grobes Foulspiel, 72.)

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