Svenja Pees

Showdown auf Trierisch in der "City Royale"

Stadt Trier. 2010 war es der Kassenschlager im Trierer Broadway-Kino, und auch die 23.000 daraufhin produzierten DVDs gingen weg wie warme Semmeln: "Freck langsam", die Actionparodie über den fiktiven Diebstahl des Heiligen Rocks aus dem Trierer Dom, erwies sich als Überraschungserfolg für die Hobby-Filmemacher Michael Schu (Regie, Kamera, Schnitt, Ton) und Jürgen Becker (Drehbuch). Jetzt hat die beiden erneut das Filmfieber gepackt, im Oktober 2014 haben sie mit den Dreharbeiten zu "City Royale ? Wei is pillo" begonnen. Was die Fans im neuen Streifen erwartet, haben Schu und Becker im Gespräch mit "Wir sind Trier" verraten.

Das Wichtigste vorab: Handelt es sich bei "City Royale" um die versprochene Fortsetzung von "Freck langsam"?

Michael Schu: Nein. Zwar ist das Genre ähnlich ? eine Gangsterkomödie ? und viele Schauspieler aus "Freck langsam" spielen, in anderen Rollen, auch wieder mit, aber es handelt sich um einen komplett neuen Film mit einem ganz anderen Thema, das mit dem ersten Film eigentlich gar nichts zu tun hat.

Worum dreht es sich in "City Royale"?

Jürgen Becker: Wir wollen an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten. Klar ist: "City" bezieht sich auf die Trierer Innenstadt, "Royale" wiederum passt zum Genre. Es geht um vier Gangster, die, ähnlich wie bei "Freck langsam", ziemlich unbekümmert in den Tag hineinleben. Zum Beispiel überfallen sie, weil sie Geld brauchen, eine Bank und verprassen dann alles innerhalb von wenigen Tagen. Das hat alles bis zu einem gewissen Punkt für sie keine Auswirkungen, bis sie dann mal an den "Richtigen" geraten: einen "echten" Gangster (Dirk Bares), der noch eine Spur härter ist und ihnen das Leben so richtig schwer macht...

Ist der Titel eher zufällig gewählt oder gibt es Parallelen zum 007-Streifen "Casino Royale"?

Michael Schu: Nein, mit James Bond hat es gar nichts zu tun.

Wird auch diesmal Trierer Platt gesprochen?

Michael Schu: Ja, wobei jeder der Darsteller seine ganz persönliche Mundart hat.

An welchen Orten wurde beziehungsweise wird gedreht?

Michael Schu: Wir haben tolle Kulissen. Zum Beispiel hat uns Gastronom Eric Naunheim das Kasino am Kornmarkt zur Verfügung gestellt. Auch in der ehemaligen Landeszentralbank haben wir gedreht. Besonders aufwendig aber war eines unserer Highlights, der Boxkampf-Dreh in einer Turnhalle in Trier-West. 

Wie kam das zustande?

Jürgen Becker: Das haben wir Peter Stockreiser, dem Leiter der Boxabteilung des Trierer Polizei-Sportvereins, zu verdanken. Er hat es uns ermöglicht, in dieser Halle zu drehen.  

Wie lange werden die Dreharbeiten noch andauern?

Jürgen Becker: Das kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen. Oft ist es schwierig, alle Darsteller unter einen Hut zu bekommen. Viele arbeiten in Schichten. Da kann es schon mal mehrere Wochen dauern, bis wir einen neuen Drehtermin gefunden haben.

Um die 70 Laiendarsteller haben bei "Freck langsam" mitgespielt ? wie viele werden es diesmal sein?

Jürgen Becker: Allein durch die Boxkampf-Szene sind es bereits über 100, wobei laut Drehbuch nur zwischen zehn und 15 Rollen feststehen. Hinzu kommt die eine oder andere kleinere Sprechrolle, die von Statisten übernommen wird. Anders als in Hollywood ist das jedoch nicht von vornherein festgelegt, sondern ergibt sich spontan. Schon "Freck langsam" lebte von den guten Ideen der Darsteller, die so nicht im Drehbuch standen. Oft kommen so die lustigsten Szenen zustande. Umso wichtiger ist es uns, dass die Darsteller Spaß vor der Kamera haben.

 

 

Obwohl alle Darsteller unentgeltlich mitwirken, gibt es bei jeder Produktion Dinge, die Geld kosten. Wie finanziert ihr euch?

Jürgen Becker: Im Moment zahlen Michael und ich alles aus unserer eigenen Tasche ? angefangen bei Plakaten, die wir als Hintergrund-Deko für die Boxkampf-Szene brauchten, bis hin zur Nebelmaschine. Zudem steuern unsere Darsteller auch selbst Verpflegung, Kostüme oder Requisiten bei.

Wird "City Royale" auch auf DVD erscheinen?

Michael Schu: Gut möglich. Auch eine Veröffentlichung als BluRay in HD-Qualität ist denkbar. Letzten Endes hängt es aber davon ab, wie viele Leute den Film sehen wollen.

 ...im Kino?

Jürgen Becker: Konkrete Gespräche dazu gibt es noch nicht. Gerade für uns als Hobby-Filmproduzenten ist es natürlich ein tolles Erlebnis, wenn der Film im Kino läuft, professionell produziert wird und sogar einen Wikipedia-Eintrag hat. Allein dafür lohnt es sich, so etwas zu machen. Natürlich hoffen wir, dass "City Royale" den Leuten genauso gut gefällt. Im Moment gilt es aber erst einmal, den neuen Film abzudrehen ? alles Weitere wird sich zeigen.

DW/Fotos: MS-Film

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