Tanja Gräff: Schrei an der Kabinenbahn nachgestellt

Stadt Trier. Nach dem Verschwinden von Tanja Gräff ist die Polizei über 900 Spuren nachgegangen. Eine davon war die so genannte "Schrei an der Kabinenbahn"-Spur. Bereits vergangene Woche hatte die Polizei mitgeteilt, den Schrei rekonstruieren zu wollen. Das ist heute Morgen (8. Juni) geschehen.

Ein Zeuge hatte damals ausgesagt, dass er in der Nacht, in der Tanja Gräff verschwand, den Schrei einer Frau gehört habe. Der Schrei kam laut Zeuge aus der Richtung der Kabinenbahn am Moselufer. Der Zeuge hatte den Hinweis der Polizei erst Wochen nach dem Verschwinden mitgeteilt. Der Hinweis führte bereits 2007 zu Ermittlungen, die jedoch ergebnislos blieben.

Untersuchung bei phonetischem Institut

Die sterblichen Überreste von Tanja Gräff wurden vor gut einem Monat von Forstarbeitern unterhalb des roten Felsens in Trier-Pallien entdeckt. Die Kabinenbahn verlief vom Zurlaubener Ufer über die Mosel bis zur Weisshausterrasse. Die Ermittler haben deshalb eine Untersuchung bei einem phonetischen Institut in Auftrag gegeben. Die Untersuchung soll Aufschluss darüber geben, ob der Schrei mit dem Tod von Tanja Gräff zusammenhängt. 

Äußere Bedingungen ähnlich wie am Tag des Verschwindens

Ermittler der Trierer Staatsanwaltschaft, der Soko "FH neu" und Phonetiker des Instituts haben nun heute Morgen um 4 Uhr mehrere Schall- und Rufexperimente vorgenommen. Diese hatte die Polizei bereits vergangene Woche angekündigt, ohne jedoch den genauen Termin nennen zu können. Aus wissenschaftlichen Gründen entschied sich das Institut kurzfristig für den heutigen Morgen. Grund: Viele der äußeren Bedingungen waren ähnlich, wie in der Nacht als Tanja Gräff verschwand.

 

Zeuge in Untersuchung eingebunden

Von vier verschiedenen Punkten am linken Moselufer wurden als Referenzgeräusch mehrere Huptöne mit einer Gasdruck-Fanfare abgegeben. Danach erfolgten laute Frauenschreie -  ähnlich denen, die der Zeuge damals gehört hatte. Die Geräusche wurden mit einem Schallpegelmessgeräten in der Wohnung des Zeugen, der in die Untersuchung eingebunden wurde, aufgezeichnet.

Anwohner beschweren sich

Die Auswertungen und Ergebnisse der Untersuchungen werden erst in einigen Tagen/Wochen erwartet.  Während der Untersuchung, die etwa bis 5 Uhr dauerte, meldeten sich drei Bewohner von ufernahen Straßen bei der Polizei, die sich über Lärmbelästigung durch Hupen beschwerten.

 

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