TBB: Neuzugang feiert im letzten Test überragenden Einstand

Stadt Trier. Es hätte ein Leistungstest in Vollbesetzung werden sollen. Doch das Verletzungspech zwang TBB-Headcoach Henrik Rödl im letzten Vorbereitungsspiel gegen das belgische Topteam Port of Antwerp Giants zur Improvisation: Sein Kapitän Dragan Dojcin sitzt mit Achillesproblemen in Zivil auf der Bank, Vitalis Chikoko ist erkältet, Jone Lopes nach überstandener Lungenentzündung noch nicht spielbereit - kein Wunder, dass Rödl bereits im ersten Viertel den erst am Vortag in Trier eingetroffenen Dojcin-Ersatz Jermaine Bucknor aufs Feld schickt.

Seine Mannschaft wollte ihrem Heimpublikum trotzdem zeigen, was da geht: Brian Harper hämmert den Ball wuchtig zum 2:0 durchs Netz; Jarrett Howell beweist beim Fastbreak trotz hohem Tempo viel Übersicht und legt auf den einfliegenden Nate Linhart ab, der trifft zum 4:2 - die ersten Minuten gehörten der TBB. Antwerpen hielt vor allem über seinen starken Aufbauspieler Bryan Hopkins dagegen, profitierte dazu von Trierer Abstimmungsproblemen in der Offense. Trier erkämpft sich die 17:13 -Führung mit fünf Punkten in Folge von Barry Stewart, zur ersten Viertelpause einer Partie mit Testspielcharakter steht es 17:17.

Auch im zweiten Viertel suchte die TBB nach ihrer Linie, Antwerpen wirkte strukturierter und ließ sich auch von spektakulären Aktionen nicht beeindrucken: Brian Harper zieht stark zum Korb, trifft trotz Foul zum 22:18. Dennoch: Antwerpen hatte die besseren Karten, Roel Moors trifft mit der Halbzeitsirene zum 28:33. Im dritten Viertel drohte Trier zunächst unter die Räder zu kommen; Antwerpen hatte jetzt seinen Distanzwurf gefunden, traf ein ums andere Mal von jenseits der 6,75m; zudem hatte Bryan Hopkins (am Ende mit 20 Punkten Topscorer der Partie) einen Sahnetag erwischt - der Point Guard der Belgier traf entweder selbst oder bediente die langen Leute am Brett. Das Ergebnis war eine zwischenzeitliche 17-Punkte-Führung der Gäste (30:47). Aber: Die TBB Trier unter Henrik Rödl zeigt mittlerweile im dritten Jahr, dass sie nicht aufgibt - und diese Maxime gilt, auch mit wechselndem Personal: Jarrett Howell und Neuzugang Jermaine Bucknor rissen das Trierer Spiel jetzt an sich. Bucknor trifft nach schönem Zuspiel von Howell mit der Sirene zum 36:47, Howell macht danach per Fastbreak den Rückstand einstellig: 38:47. Überhaupt hatte Bucknor jetzt ins Trierer Spiel gefunden, trifft zweieinhalb Minuten vor Viertelende aus der Mitteldistanz zum 42:47. Trier war wieder dran - und drückte weiter, verteidigte hart und stellte die Belgier mit einer gründlich ausgeführten Ganzfeldpresse immer wieder vor arge Probleme. Zum Viertelende dann der Spielzug, der das Trierer Spiel für die kommende Saison auf den Punkt brachte: Bucknor erobert mit guter Antizipation den Ball auf Höhe der eigenen Dreier-Linie, passt lang zu Saibou, der steckt schnell durch auf Stewart, der kann unbedrängt einlegen - nach dem dritten Viertel steht es 48:49, die TBB hat den Kopf eindrucksvoll aus der Schlinge gezogen.

Mit diesem Elan ging es in den letzten Spielabschnitt, Trier kann die Führung zurückerobern. Beim Stand von 54:49 steht ein 24:2-Run zu Buche - ein ganz starkes Comeback. Antwerpen kann sich noch einmal fangen, doch in den Schlussminuten ist es Nate Linhart, der die Verantwortung übernimmt: ein schneller Drive über die Baseline bedeutet das 65:57, danach bekommt der Mann aus Ohio Standing Ovations für einen dreisten Block gegen Antwerpens Routinier Ralph Biggs. Es sind Aktionen wie diese, die gegen Ende einer Partie wie dieser den Unterschied machen können. Trier gewinnt dank eindrucksvoller Kollektivleistung und einer konzentrierten Schlussphase seinen letzten Test mit 72:65 - bis zum ersten Auswärtsspiel am kommenden Mittwoch in Tübingen (18:00 Uhr) werden auch Vitalis Chikoko und Jone Lopes wieder mit von der Partie sein. TBB-Headcoach Henrik Rödl: "Der Einstand von Jermaine Bucknor war heute natürlich überragend - man kann nicht voraussetzen, dass jemand der gestern erst aus dem Flieger gestiegen ist, so ein Spiel macht. Zum Spiel an sich muss ich sagen, dass wir noch viel zu tun haben - vor allem in der ersten Halbzeit hatten wir so viele Ballverluste, dass es in der Bundesliga schwierig werden würde. Aber meine Mannschaft hat den Charakter, sich mit viel Leidenschaft zurückzukämpfen, ich kam auch beim Publikum an. Wenn wir die Fehler, die wir heute gemacht haben, ausmerzen können, können wir durch unsere Offensive und unsere intensive Verteidigung jedem gefährlich werden." Punkteverteilung Trier: Stewart 14, Bucknor 13/6Reb/4Ast/2St, Seiferth 13/5, Harper 9, Linhart 8/8Reb/2St, Howell 6/4Ast, Saibou 4/2Ast, Doreth 2/3Ast. Medieninformation Treveri Basketball AG

Foto: Schwarz

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