Trier: "Fridays for future"-Demo in neuen Dimensionen

Bislang größter Protestzug - Veranstalter: 2.500 Teilnehmer

Stadt Trier. Ob Förster, Wissenschaftler, Schüler, Eltern, Studenten, Omas, Tangotänzer, Kirchenvertreter oder Einzelhändler: Die sechste "Fridays for future"-Demonstration in Trier am heutigen Freitag sprengte alle bislang bekannten Dimensionen. Die wegen zahlreicher applaudierender und spontan teilnehmender Passanten nur schwer zu schätzende Teilnehmerzahl - von den Veranstaltern mit rund 2.500 angegeben - übertraf die angemeldeten und erwarteten 400 Teilnehmer bei Weitem. Die nächste "Fridays for future"-Demo ist für den 25. Oktober geplant.

Hauptrednerin der um 10 Uhr auf dem Domfreihof beginnenden Kundgebung war die Trierer Universitätsprofessorin Antje Bruns. Die renommierte Geografin, die auch zu den "Köpfen der Zukunft"  im Fona-Programm (Forschung für nachhaltige Entwicklung) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zählt, sieht unsere Gesellschaft und die ganze Welt in der Krise. Notwendig sei eine Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit auf allen Ebenen.

Uniprofessorin Antje Bruns als Hauptrednerin

Ziel müsse eine sozio-ökologisch gerechtere Gesellschaft sein. Deshalb sei es das richtige Zeichen an der "Fridays for future" Demonstration Flagge zu zeigen und sich persönlich miteinzubringen, erklärte die Professorin unter dem Applaus der Demonstranten. Bruns rief dazu auf, sich gemeinsam und nachhaltig für mehr Gerechtigkeit einzusetzen, auch wenn der Weg dahin über eine komplette Veränderung des persönlichen Mobilitäsverhaltens bishin zum Ernährungsverhalten führen könne. 

Moselaufstiegsgegner nutzen Gelegenheit

Richard May von der Bürgerinitiative "Nein zum Moselaufstieg" nutzte als weiterer Redner die Gelegenheit auf die jahrzehntelange Arbeit seiner Initiative hinzuweisen und rief die Anwesenden dazu auf den Kampf gegen die politisch seit den 90-er Jahren umstrittene - wirtschaftlich aber geforderte - große Straßenbaumaßnahme zur Entlastung des Moseltals vom Durchgangsverkehrs und Anbindung des Konz-Saarburger Wirtschaftraumes sowie des Eurener Gewerbegebietes an den Fernverkehr weiter fortzuführen. Es gelte das ökologisch wertvolle Waldgebiet zwischen Zewen und Euren zu erhalten, so der Vertreter der lokalen Bürgerinitiative.   

"Wacht auf! - Brecht die Regeln und rettet uns vor dem Abgrund!"

Auch Hannah Wengenroth: "Wacht auf! - Brecht die Regeln und rettet uns vor dem Abgrund!", Henry und Rosi vom Bündnis "Friday for future" wurden für ihre Redebeiträge mit viel Applaus von den Demonstranten bedacht, die im Anschluss an die rund einstündige Kundgebung vom Domfreihof über die Windstraße Richtung Balduinsbrunnen weiterzogen, um dann über die Theodor-Heuss-Allee, Porta Nigra, Simeonstraße, Hauptmarkt, Fleischstraße, Kornmarkt und Brotstraße wieder zurück zum Domfreihof zu gelangen. Dort endete die Veranstaltung mit einer kurzen Abschlusskundgebung und den Hinweis auf die nächste geplante Fridays for future Demonstration in Tier am 25. Oktober.    Fin

Fotos: Finkenberg/Video: Steil-TV

 

 

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