Elefant gibt Denkanstoß für Kinderrechte

KiTa St. Martin veranstaltet kindgerechte Projektwochen

Zemmer. Manchmal braucht es einen bunten Elefanten namens Elma, um uns wichtige Denkanstöße zu verpassen. Die KiTa St. Martin in Zemmer-Schleidweiler macht’s vor und bringt uns allen ein wichtiges Thema näher: Kinderrechte.

Dazu riefen die Erzieher Tanja Thelen, Andrea Schuh, Jana Willerscheidt und Benedikt Nigbur ein Projekt ins Leben, bei dem sie zusammen mit den Kindern zwei Wochen lang Aktionen rund um dieses Thema durchführten. Am 16.September stellt die KiTa ihre Ergebnisse auf einer Vernissage im eigenen Hause vor. Den Projektleitern sei es wichtig, so Andrea Schuh, das Bewusstsein für Kinderrechte in die Öffentlichkeit zu bringen und Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Kindern sei immer mehr bewusst, dass sie Rechte haben, die "geachtet und beachtet" werden müssen, ergänzt Tanja Thelen. Dies beinhaltet nicht nur grundlegende Rechte, wie "man darf mir nicht wehtun", sondern auch die Wertschätzung der Meinung des Kindes und dessen körperliche Autonomie.

"Wir müssen denen helfen"

"Manche Leute gehen auf Kinder zu und streichen ihnen durch die Haare oder fassen sie an. Das wollen die Kinder aber nicht", erklärt Tanja Thelen. Dies wird auch auf einem der Plakate thematisiert, auf dem die Kinder an einer Figur Stellen makiert haben, an denen sie nicht angefasst werden wollen. Auch die Thematik von Krieg und Flucht ist längst bei den Kindern angekommen. Ein eindrucksvolles Beispiel für die gutherzige Grundeinstellung der Kinder gibt Andrea Schuh. So realisierten diese nämlich sofort, dass die Rechte von Kindern, die vor Krieg fliehen mussten, in Gefahr sind und gestärkt werden müssen. "Wir müssen denen helfen", heißt es in den Projektgruppen. Natürlich können solche Themen schwierig für Kinder sein. Allerdings könne man den Kleinen "ruhig mehr zutrauen", so die Erzieherinnen, als man vielleicht denkt. Zudem sind die Methoden des Projekts "Kinderrechte" entspechend gewählt.

Thema kindgerecht vermitteln

Mit einem selbst entworfenen bunten Elefanten namens Elma, dem Maskottchen des Projekts, sowie mit zahlreichen Plakaten, Aktionen und sogar einem Theaterstück wird die Thematik kindgerecht vermittelt. Bei all dem wurde zwar Hilfestellung gegeben, für Inhalt und Gestaltung allerdings hatten die Kinder viel Freiraum und kreierten somit genau das, was ihnen selbst am wichtigsten war. In Zusammenarbeit mit  Silvia Willwertz des Familienzentrums "Fidibus" Trier entstand zudem das Lied "Kinder haben Rechte", dessen Text die Kinder aus dem Stehgreif begeistert mitsingen. Das Recht zu spielen und das Recht auf gesunde Ernährung und eine saubere Umwelt stehen beim Songtext genauso im Mittelpunkt, wie das Recht auf Sicherheit und Fürsorge. Ganz im Sinne von Integration und Inklusion wird der Text auch in Gebärdensprache widergegeben.

Kleine Exkursionen mit "Umhänge-Elma"

Doch das Projekt Kinderrechte ist nicht nur auf die vier Wände der KiTa beschränkt. Um die Wichtigkeit dieser Thematik noch mehr in die Öffentlichkeit zu bringen und Menschen direkt zum Nachdenken anzuregen, begeben sich Kinder und Erzieher schon mal auf eine kleine Exkursion. Mit einer "Umhänge-Elma" ausgestattet fordern die Kinder Menschen in ihrer Umgebung, sei es beim Bäcker oder vor dem Supermarkt, dazu auf, ihnen bekannte Kinderrechte zu nennen. Dabei wird schnell klar, dass es auch in unserer Gesellschaft mehr Aufklärung bedarf.

"Ohne Bindung geht gar nichts"

Erzieher und Kinder arbeiten eng zusammen. So erklärt Andrea Schuh "ohne Bindung geht gar nichts". Mit gegenseitigem Respekt und reichlich Interaktion sollen durch das Projekt "Kinderrechte" gesundes Sozialverhalten, Kommunikationsfähigkeit und Integration gefördert werden. Nach Ende der Projektwochen erhält jedes Kind einen "Elma-Button", der signalisiert, dass es sich hier um eine Person handelt, die über ihre Rechte bestens Bescheid weiß. Zweifelsohne ist das Projekt Kinderrechte der KiTa St. Martin schon jetzt ein voller Erfolg und die Kinder sind mit Herz und Seele dabei.

JF

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