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Corona wirkt sich auf Kriminalfälle aus

Die Polizeiinspektion Daun hat den Bericht zur Kriminalstatistik 2020 veröffentlicht. In den meisten Bereichen waren die Fallzahlen rückläufig.
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Im vergangenen Jahr musste die Polizei im Landkreis Vulkaneifel weniger Einbruchsspuren aufnehmen als 2019. Symbolfoto: www.polizei-beratung.de

Im vergangenen Jahr musste die Polizei im Landkreis Vulkaneifel weniger Einbruchsspuren aufnehmen als 2019. Symbolfoto: www.polizei-beratung.de

Die Corona-Pandamie einschließlich der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen hat sich deutlich auf die Fallzahlen der registrierten Straftaten ausgewirkt. Das geht aus dem Bericht zur Kriminalstatistik 2020 hervor, die die Polizeiinspektion (PI) Daun am Donnerstag veröffentlicht hat. Insgesamt ist die Zahl der Straftaten im Vergleich zu 2019 deutlich von 2.803 auf 2.342 Straftaten gefallen. Die Aufklärungsquote ist um 0,7 Prozent auf 70,3 gestiegen und liegt damit rund vier Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt. Die Anzahl der Rohheitsdelikte ist von 480 auf 450 Fälle gefallen. 94,9 Prozent derTaten wurden aufgeklärt. Höchsten Anteil hatten in diesem Bereich die Körperverletzungen mit 271 Straftaten, die von 190 männlichen und 58 weiblichen Tatverdächtigen begangen wurden. Bei den 211 vorsätzlichen leichten Körperverletzung war der Anteil jugendlicher und heranwachsender Täter mit 30 Personen hoch. Insgesamt wurden Körperverletzungen vielfach von Wiederholungstätern begangen, die laut Polizei nicht mehr aus der Spirale von Alkoholmissbrauch, Suchtverhalten, individuelle Gewaltbereitschaft, Arbeitslosigkeit und damit einhergehenden Perspektivlosigkeit herauszukommen scheinen. Die einfachen Diebstähle sind um 38 Fälle auf 279 Fälle, die Diebstähle unter erschwerenden Umständen um 41 Fälle auf 139 Fälle gesunken. Bei den Wohnungseinbrüchen hat die PI Daun 36 Taten (2019: 51 Taten) verzeichnet. Acht Einbrüche fanden zwischen 6 und 2 Uhr statt. Hinter den meisten Einbrüchen in der Region werden Banden vermutet. Sie hinterlassen kaum Spuren. Die Aufklärungsquote lag 2020 bei 11,1 Prozent. Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten gingen die registrierten Taten von 2019 nach 2020 deutlich von 688 auf 457 Fälle nach unten. Die Aufklärungsquote lag bei 68,5 Prozent. Dieser Bereich wird überwiegend von Betrugsstraftaten dominiert, die zunehmend via Internet und sonstiger elektronischer Datenträger begangen werden. Häufig erlangen die Täter illegal und unerkannt Daten von fremden Computern. Sie agieren oft aus dem Ausland und die Geschädigten stellen erst später fest, dass ihr Computer mit einem Virus oder Trojaner befallen wurde, der versucht hat, Geld vom Konto der Geschädigten abzubuchen. Leicht gefallen sind auch die bekannt gewordenen Rauschgiftdelikte gegenüber dem Vorjahr. Waren es 2019 noch 246 Fälle, registrierte die PI Daun 232 Fälle im Jahr 2020. Die Aufklärungsquote lag bei 94,4 Prozent und erreicht so das Vorjahresniveau. Die Schwerpunkte der Taten waren in Gerolstein und Daun zu finden. Durch Aufklärungs- und Ermittlungsarbeit in diesem Deliktsbereich werde eine Reduzierung der »indirekten Beschaffungskriminalität« bewirkt, also der Diebstahl oder Betrug von Geld, um Rauschgift zu kaufen, heißt es im Polizeibericht. Ebenfalls deutlich zurückgegangen ist die Zahl der Sachbeschädigungen. 2020 wurden insgesamt 231 Delikte registriert 2019 waren es 316 Taten. Die durch Graffiti begangenen Sachbeschädigungen sind gegenüber 2019 um zehn Fälle auf insgesamt 30 registrierte Straftaten gefallen. Die Aufklärungsquote hier betrug 13,3 Prozent. Die PI Daun hat 2020 insgesamt 1299 Tatverdächtige ermittelt. 2019 waren es 1359 Tatverdächtige. Davon waren im vergangenen Jahr 961 männlich (2019: 1020) und 335 weiblich (2019: 339). Der Anteil der Straftäter unter 21 Jahren lag bei 255 Personen (193 männlich und 62 weiblich). Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen lag bei 241 Personen, was einem Anteil von 18,6 Prozent entspricht. Der Dienstbezirk der Polizeiinspektion Daun umfasst die Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein und Kelberg mit einer Einwohnerzahl von rund 56.000 Menschen.


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