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Entscheidung steht immer noch aus

Es ist still geworden um die geplante Mülldeponie in der Strohner Lavagrube: Seit mehr als einem Jahr ist das Thema aus den Schlagzeilen verschwunden. Doch vom Tisch ist das Projekt immer noch nicht. Deshalb will die Strohner Bürgerinitiative jetzt wieder aktiv werden.
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Für jede Menge Aufregung hat in den Jahren 2013 und 2014 die geplante Deponie in der Lavagrube am Wartgesberg gesorgt: Die Firma Scherer Baustoffe wollte eine Deponie der Klasse 1 (u.a. für belasteten Erdaushub, Bauschutt und Abfälle aus dem Straßenbau) in der Lavagrube am Ortsrand einrichten, was im Dorf und in den Nachbargemeinden zu lautstarken Protesten von Anwohnern und Naturschützern führte. Nach einer offiziellen Anhörung in Strohn teilte die Struktur- und Genehmigungsbehörde (SGD) Nord  in Koblenz dann schließlich im September 2014 mit, dass sie keinen Bedarf für eine zusätzliche Deponie der Klasse 1 in der Region sehe.

Thema ist noch nicht vom Tisch

Doch wer glaubte, mit diesem damals durchaus überraschenden »Urteil« sei die Deponie bereits offiziell vom Tisch, der irrt: Bis heute hat die Koblenzer Genehmigungsbehörde noch nicht das offizielle »Aus« für die Strohner Deponie verkündet. »Es ist derzeit nicht absehbar, wann die Entscheidung ergehen wird«, teilte SGD-Pressesprecherin Rebecca Burghardt am Montag auf Anfrage des WochenSpiegels mit.
Hinter den Kulissen wird nämlich weiter über die Deponie verhandelt: Die Genehmigungsbehörde hatte den betroffenen Landkreisen aus der Region aufgetragen, sich untereinander über eine Zusammenarbeit bei der Bauschutt-Deponierung zu verständigen. »Der Zweckverband Regionale Abfallwirtschaft (dem auch der Landkreis Vulkaneifel angehört, Anm. der Redaktion) hat mit Beschluss der Verbandsversammlung vom 14. Juli 2015 die Feststellung im Abfallwirtschaftskonzept vom Dezember 2014 bekräftigt. Danach wird die Errichtung einer DK-1-Deponie für zwingend erforderlich gehalten«, fasst Burghardt die Haltung der Landkreise zusammen.
Der Grünen-Landtagsabgeordnete Dietmar Johnen beklagt, dass der Landkreis Vulkaneifel die Verantwortung an den regionalen Müll-Zweckverband abgegeben habe: »Damit stiehlt sich der Kreis mit Unterstützung der beiden großen Fraktionen aus der Verantwortung und verschiebt diese in ein intransparentes Gremium«, sagte Johnen. In Strohn sorgt die immer noch ausstehende Entscheidung über die Deponie inzwischen wieder für Unruhe. In Kürze will die Bürgerinitiative (BI), die sich 2013 nach Bekanntwerden der Pläne gegründet hatte, wieder verstärkt auf sich und das Thema aufmerksam machen. Eine Mitgliederversammlung ist geplant. »Viele denken, die Deponie ist definitiv vom Tisch«, sagt BI-Sprecher Jörg Steffes aus Mückeln. »Aber keiner weiß, wie das Verfahren zur Zeit wirklich steht.«

Gerüchte kursieren im Dorf

Schon machen Gerüchte die Runde, die Deponie sei schon längst beschlossene Sache und es werde nur noch auf den richtigen Moment gewartet, diesen Entschluss der Öffentlichkeit mitzuteilen. Sogar von Plänen, dass Betonabfälle aus dem geplanten Abriss des stillgelegten Atomkraftwerks in Mülheim-Kärlich in Strohn deponiert werden sollen, ist die Rede. »Natürlich ist das alles spekulativ«, weiß auch Jörg Steffes, »aber es ist auch nicht auszuschließen«. – »Nein, die Gerüchte sind nicht zutreffend«, betont hingegen SGD-Sprecherin Rebecca Burghardt.