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Es wird wieder geschnitten

Ab dem 4. Mai dürfen auch Friseure ihre Salons wieder öffnen. Auf die Kunden warten dann viele verschiedene Schutzmaßnahmen, die sie und die Friseure in Zeiten der Corona-Pandemie schützen sollen.
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Michele von Landenberg (l.) und Silvia Barg (r.) freuen sich darauf, ab kommender Woche wieder in ihren Salons in Jünkerath und Kelberg zu arbeiten. Fotos: Woltmann

Michele von Landenberg (l.) und Silvia Barg (r.) freuen sich darauf, ab kommender Woche wieder in ihren Salons in Jünkerath und Kelberg zu arbeiten. Fotos: Woltmann

Frisieren, Haare schneiden, färben und mehr: All das ist ab kommendem Montag, 4. Mai, wieder möglich. An diesem Tag dürfen Friseure ihre Salons nach den Corona-bedingten Schließungen in den vergangenen Wochen wieder öffnen. Eine von ihnen ist Michele von Landenberg. »Die ersten zwei Wochen nach der Schließung waren besonders hart für mich und ich bin buchstäblich in ein kleines Loch gefallen«, erzählt die Inhaberin des Friseursalons »von Landenberg« in Jünkerath. Seit fünf Jahren betreibt sie ihren Salon und habe solch eine Existenzangst vorher noch nie erlebt: »Der Salon läuft sonst gut und auf einmal ist kein Geld mehr da.« Wichtig sei ihr in der Zeit vor allem gewesen, ihre Mitarbeiter halten zu können.

Anmeldebücher der Salons sind voll

Die Anmeldebücher seien mittlerweile voll, so dass sich nach der Wiedereröffnung vorerst auch montags in dem Jünkerather Salon um die Haare der Kunden gekümmert. »Eigentlich hat unser Salon montags geschlossen, aber um die ganzen Termine abzuarbeiten, werden wir erst einmal auch montags geöffnet haben«, so die Friseurin. Auf die Kunden warten nach der Wiedereröffnung verschärfte Hygiene- und Schutzmaßnahmen, die die zuständige Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) erarbeitet hat. Diese schreiben unter anderem das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Beschäftigte und Kundschaft, das Desinfizieren der Arbeitsmaterialien nach jedem Kunden und das obligatorische Haarewaschen vor.  »Zusätzlich habe ich Einweg­umhänge und -becher für die Kunden besorgt«, erklärt Michele von Landenberg. Somit soll das Ansteckungsrisiko weiter minimiert werden. Auch der »Salon Schäfer« in Kelberg öffnet am Montag wieder seine Türen. In den vergangenen drei Wochen stand das Telefon von Inhaberin Silvia Barg kaum still: »Wir haben gemerkt, wie wichtig wir als Friseure für die Menschen doch sind.« Auch für sie sei die Zeit der Schließung aus finanzieller Sicht schlimm gewesen, sie zieht aber auch positive Aspekte aus der derzeitigen Coronakrise. »Ich hatte in den letzten Wochen viel Zeit für meine Familie. Die hat man so sonst nur sehr selten«, erzählt die Mutter von vier Kindern. Mund-Nasen-Schutz, Desinfektionsmittel und der nötige Abstand werden auch den Alltag im Kelberger Salon bestimmen. Zusätzlich werde man in den kommenden Tagen auch Schutzwände zwischen den einzelnen Sitzplätzen anbringen. Auf Getränke, Zeitungen und Frisurenbücher müssen die Kunden aufgrund der derzeitigen Situation verzichten.

Zusammenhalt in Krisenzeit wichtig

»Ich habe in den vergangenen Wochen im Austausch mit anderen Friseuren ein Gefühl der Gemeinschaft gespürt«, sagt Michele von Landenberg. Trotzdem erzählen sowohl von Landenberg als auch Barg, dass sie viele Menschen gesehen hätten, die sich die Haare haben professionell schneiden lassen – trotz Schließungen. »So ein Verhalten finde ich unverschämt«,  kritisiert Silvia Barg das Verhalten von einzelnen Friseuren und den Menschen, die sich in der Zeit der Zwangsschließung die Haare haben professionell schneiden lassen.


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