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Fährt die Eifelquerbahn oder nicht?

Der Verein »Eifelquerbahn« fordert weiterhin die Reaktivierung der Trasse – und auch die Deutsche Bahn prüft mittlerweile, ob sie aktuell eine Alternative zur zerstörten Eifelstrecke bieten kann.
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Geht es nach dem Eifelquerbahn-Verein, sollte der Gerolsteiner Bahnhof bald wieder zur Instandsetzung und den Personenverkehr genutzt werden. Foto: Mager

Geht es nach dem Eifelquerbahn-Verein, sollte der Gerolsteiner Bahnhof bald wieder zur Instandsetzung und den Personenverkehr genutzt werden. Foto: Mager

Erst »deutlich nach 2021« wird die Eifelstrecke zwischen Eus­kirchen und Ehrang wieder in Betrieb gehen, verkündete die Deutsche Bahn (DB) vor gut drei Wochen. Laut dem Verein »Eifelquerbahn« gehe die DB nun davon aus, dass es bis mindestens Ende 2022 dauern wird. »Dies stellt nicht nur Schüler und Berufspendler vor große Probleme, denn auch lokale Unternehmen und die Tourismusbranche sind auf die Schienenverbindung angewiesen«, sagt der Vereinsvorsitzende Jens Wießner. Eine Sprecherin der Bahn vermied es auf Nachfrage des WochenSpiegel, Zeitprognosen zu nennen. Bei einem Treffen mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Gerolstein hatten Vertreter der DB vor einem Monat die Frage nach der vorübergehenden Reaktivierung der Eifelquerbahn zwischen Kaisersesch und Gerolstein noch negativ beantwortet. »Wir haben die Erwartung, dass wir mit der Eifelstrecke schneller fertig sind als die Reaktivierung der Eifelquerbahn einen positiven Effekt zeigen würde«, hatte der DB-Konzernbevollmächtigte Dr. Klaus Vornhusen erklärt. Inzwischen ist der Einsatz der Eifelquerbahn für die DB doch eine Option geworden. Vornhusen habe dem Verein gegenüber erklärt, dass deren Nutzung geprüft werde, so Wießner. Die Bahnsprecherin bestätigte auf Nachfrage des WochenSpiegel: »Im Rahmen der Planungen prüfen wir auch, ob die Instandsetzung der Eifelquerbahn eine schnellere Entlastung für die Fahrgäste bringen kann. Für eine verlässliche Einschätzung sind vertiefende Planungen notwendig.« So müsse etwa geklärt werden, in welcher Zeit und mit welchem Aufwand die gesperrte Brücke über die Kyll in Betrieb genommen werden könne.
Der Eifelquerbahn-Verein kommt seinem Ziel der Reaktivierung so ein Stück näher – und hat auch gleich einige Vorschläge parat. Grundvoraussetzung sei, die Eifelquerbahnstrecke als Baugleis in Betrieb zu nehmen, so der stellvertretende Vorsitzende Valentin Michels. Vom Gerolsteiner Bahnhof aus könne in einem ersten Schritt die Instandsetzung in Richtung Jünkerath sowie Densborn erfolgen. »Damit würden wir die Schülerverkehre wieder zurück auf die Schiene bekommen und auch ein direkter Anschluss an den Schnellbus in Jünkerath wäre hiermit gegeben«, sagt Michels. Auch ohne die beschädigte Leit- und Sicherungstechnik könnten die Verbindungen Gerolstein – Densborn über Gleis 2, Gerolstein – Jünkerath über Gleis 3 und Gerolstein – Kaisersesch über Gleis 1 abgewickelt werden, da es so keine Zugkreuzungen gebe, so Michels. Benötigte Fahrzeuge könnten über Dieseltriebwagen aus dem Angebot der Konzerntochter DB Gebrauchtzug oder sicher auch aus dem Fuhrpark der Vulkan-Eifel-Bahn abgedeckt werden, sagt er. Auch wenn die Strecke nicht den Anforderungen für den Personenverkehr genüge, seien die vorhandenen technischen Sicherungseinrichtungen für eine Art Vorlaufbetrieb ausreichend. Sollte es nötig sein, Bahnübergänge zusätzlich zu sichern, könne dies durch Sicherungsposten geschehen. »Jetzt ist die Zeit für pragmatische Lösungen, daher muss die Deutsche Bahn nun endlich Klarheit schaffen, wie sie die Region wieder schnellstmöglich an die Schiene anbinden will«, fordern Wießner und Michels. Die Bahnsprecherin kommentierte die Vorschläge des Eifelquerbahn-Vereins nicht, wies aber darauf hin, dass »auch mit der Instandsetzung der Eifelquerbahn die Eifelstrecke nördlich von Trier aufgrund der Hochwasserschäden nicht befahrbar sein würde«.