Bernd Schlimpen

Schalkenmehrener Kirche wird saniert

Schalkenmehren. Wegen Innensanierung ist die Pfarrkirche St. Martin in Schalkenmehren für etwa acht Monate geschlossen.
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Vor dem Start der Sanierungsarbeiten wurde die Schalkenmehrener Pfarrkirche St.Martin ausgeräumt.

Vor dem Start der Sanierungsarbeiten wurde die Schalkenmehrener Pfarrkirche St.Martin ausgeräumt.

Foto: Bernd Schlimpen

Schalkenmehren. Bereits seit sieben Jahren steht die Innensanierung der Schalkenmehrener Pfarrkirche St. Martin auf dem Plan. Nun wird er endlich umgesetzt. Gottesdienste werden in die Kapelle nach Weinfeld verlegt oder können in der Mehrener Kirche besucht werden.Mit der Planung der Sanierung waren die Architekten Professor Walter Krings und Roland Thelen aus Daun beauftragt. Die örtliche Bauleitung obliegt Diplom-Ingenieur Konstantin Bischler aus Schalkenmehren. Architekt Roland Thelen erklärt: »Ein um das Jahr 2012 plötzlich sichtbarer Baumangel in einer Ecke der Flachdecke über dem Kirchenschiff veranlasste die Verantwortlichen seinerzeit die Empore sofort zu sperren. Ursache dieses Mangels war ein über viele Jahre hinweg nicht erkannter, verdeckter Schaden an der Dacheindeckung des Kirchenschiffes. Ein Auflager des Dachstuhls am Westgiebel war durch den permanenten Wassereintritt verrottet und nicht mehr tragfähig. Im Schadensbereich mussten zwei Deckenfelder geöffnet werden um die Schäden instandsetzen zu können. Diese Deckenöffnung gab Aufschluss über den konstruktiven Aufbau der historischen Deckenkonstruktion aus den 1840er Jahren. Ursache für viele sichtbare kleine und große Risse in der verputzten Deckenuntersicht ist das Fehlen eines sogenannten Putzträgers, der damals jedoch nicht üblich war. Flächendeckend hat sich die oft nur wenige Milimeter dicke feine letzte Kalkputzschicht in vielen handtellergroßen bis handtuchgroßen ovalen Einzelflächen vom Untergrund ablöst. Diese Einzelflächen werden jedoch durch die Einspannung der Gesamtputzfläche gehalten und zumindest vorläufig vom Absturz bewahrt.«

Decke muss erhalten bleiben

»Ungeachtet von dieser Situation fordert jedoch der Denkmalschutz, diese Decke – insbesonderr wegen der vorhandenen authentischen historischen Farbfassung im Stil der Nazarener Schule (19. Jahrhundert) – im Orginalzustand zu erhalten und zu sichern. Hierzu werden in Abstimmung mit dem Amt für kirchliche Denkmalpflege (AKD) und der Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats mehrere Fachgutachten eingeholt. Die Stabilisierung und Sicherung der labilen Deckenuntersicht soll nun in einem speziellen Verdübelungsverfahren erffolgen. Dazu ist es erforderlich, eine Gerüstbühne etwa zwei Meter unterhalb der gesamten Deckenfläche einzubauen.« Diese Sicherungsmaßnahme veranlasste um das Jahr 2020, die damalige Pfarrei St. Martin die schon lange geplante Innensanierung in Angriff zu nehmen und beim Bischöflichen Generalviktariat zu beantragen. Die letzte Innensanierung war 1981 bis 1984 erfolgt. Die jetzt anstehende Baumaßnahme beinhaltet auch die Neugestaltung des gesamten Altarraumes einschließlich des Hauptaltares und die abschließende Standortfindung für die Aufstellung der Schmerzensmadonna aus der Weinfelder Friedhofskapelle. Die veranschlagten Baukosten betragen etwa 265.000 Euro.

Errichtet wurde die Kirche von 1840 bis 1844 nach den Plänen des Baumeisters Barthels aus Daun und die Einsegnung erfolgte am 12. November 1845. Die Pfarrkirche hat vier Glocken. Eine sehr schlichte Ausstattung hat offenbar Johann Baptist Konter, der Retter von Weinfeld, während seiner Amtszeit zwischen 1867 und 1891 bedeutend erweitert. Mit dem Bau der Pfarrkirche St. Martin wurden der Schalkenmehrener Bevölkerung aber auch große Lasten auferlegt. 1957 bis 1960 wurde die Kirche renoviert und »modernisiert«. Wertvolle Altäre, Predigt- und Beichtstuhl, Komnmunionbank und Beichtstuhl wurden entfernt, religiöse Darstellungen an Decke und Wänden mit einem Weißanstrich übertüncht. Ein neuer Altarstein und weitere einfache Einrichtungsteilen sorgten für eine schlichte Ausstattung. Schon 1981 fasste man den Entschluss, die wertvollen, dezenten Wandgemälde wieder freizulegen. Mehrere Schäden am Glockenturm und an der Decke des Kirchenschiffs, entstanden durch ein Erdbeben vom 1992, mußten behoben werden. 1995 erfolgte die Stabilisierung des Glockenstuhls und der Einbau einer elektrischen Läutanlage. 2005 wurden die stark angegriffenen großen Kirchenfenster saniert.