Jutta Kruft

Ulmener Maar in weltweite Liste aufgenommen

Vulkaneifel. Vereinigung der Geowissenschaftler/innen zeichnet weltweit bedeutende Geoerbestätten aus.
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Prof. Dr. Georg Büchel, Sabine Kummer und Prof. Dr. Volker Lorenz haben für den Natur- und Geopark Vulkaneifel das Ulmener Maar und die Maarlandschaft der Vulkaneifel in Spanien vorgestellt.

Prof. Dr. Georg Büchel, Sabine Kummer und Prof. Dr. Volker Lorenz haben für den Natur- und Geopark Vulkaneifel das Ulmener Maar und die Maarlandschaft der Vulkaneifel in Spanien vorgestellt.

Foto: Natur- und Geopark Vulkaneifel

Im Geopark Basque Coast, Spanien, wurden  Ende Oktober die ersten 100 Geo-Erbestätten weltweit vorgestellt. Es handelt sich dabei um geologische Stätten oder auch geologisch geprägte Landschaften, die eine hohe internationale Bedeutung besitzen und anschaulich beispielgebende geologische Bildungen repräsentieren. Als eine von drei deutschen Lokalitäten wurde das Ulmener Maar in diese erstmals aufgestellte weltweite Liste aufgenommen. Das Ulmener Maar ist nicht nur der jüngste Vulkan Zentraleuropas, sondern steht sinnbildlich für den Maarvulkanismus in der Vulkaneifel und weltweit. Die International Union of Geological Sciences (IUGS) ist eine der größten wissenschaftlichen Organisationen der Welt, die über eine Million Geowissenschaftler/innen vertritt. Sie feiert ihr 60-jähriges Bestehen mit der Ankündigung der ersten 100 IUGS Geoerbestätten in Zumaia. Mit dieser Ankündigung wurde der Startschuss für die Benennung von geologischen Stätten aus der ganzen Welt gegeben, die aufgrund ihrer Bedeutung für das Verständnis der Erde und ihrer Geschichte von der gesamten geowissenschaftlichen Gemeinschaft anerkannt werden.

Geologisches Erbe

Ein geologisches Erbe der IUGS ist ein wichtiger Ort mit geologischen Elementen und Prozessen von internationaler wissenschaftlicher Bedeutung, die als Referenz dienen und einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Geowissenschaften leisten. Dazu zählen beispielhaft einige der besten fossilen Überreste von Dinosauriern aus Kanada, die ersten Beweise für die frühe Entwicklung von Hominiden aus Tansania, der Maarvulkanismus der Vulkaneifel oder auch ikonische Stätten, wie der beeindruckende Grand Canyon (USA). Mehr als 200 Fachleute aus fast 40 Ländern haben sich an der Auswahl der Standorte beteiligt. 181 Kandidaten aus 56 Ländern wurden vorgeschlagen und von 33 internationalen Expertinnen und Experten bewertet. Das Ergebnis ist die Liste der ersten 100 IUGS Geoerbestätten, die in Zumaia von den Autorinnen und Autoren vorgestellt wurde. "Es besteht immer eine gewisse Unsicherheit, ob ein Vorschlag erfolgreich sein wird. Mit der wissenschaftlichen Unterstützung durch die Professoren Georg Büchel und Volker Lorenz ist uns aber eine überzeugende Darstellung des Ulmener Maares und des Maarvulkanismus gelungen. Auf die internationale Auszeichnung dürfen wir, darf Ulmen und die ganze Vulkaneifel stolz sein", so Dr. Andreas Schüller, Geschäftsführer des Naturparks und UNESCO Global Geoparks Vulkaneifel.

Viele der "First 100" sind in Nationalparks, Geoparks und Naturschutzgebieten gut geschützt, viele aber auch nicht. Die Anerkennung und Sichtbarkeit der "First 100" Geoerbestätten kann zur Wertschätzung, zur Nutzung als Bildungsorte und vor allem zur Erhaltung derer führen. Neben dem Ulmener Maar in der Vulkaneifel sind die Fundstätte des Archaeopteryx aus dem Jura von Solnhofen-Eichstätt und die des Urpferdchens aus dem Eozän der Grube Messel bei Darmstadt als internationale Geoerbestätten in Deutschland ausgewählt worden.

Die vollständige Liste und das Buch "The First 100" können auf der neuen Website der IUGS International Geological Heritage Commission heruntergeladen werden: www.iugs-geoheritage.org


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