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Brückensperrung zwischen Salmtal und Sehlem

Wer sonst die L 141 nutzt, muss 18 Monate lang Umleitungen in Kauf nehmen.
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Ab heute, 20. Juni ist die Landesstraße L 141 wegen eines Brückenneubaus für 18 Monate gesperrt. Alle Einwände der Gemeinde gegen die Vorgehensweise des Landesbetriebs Mobilität (LBM) sind damit vom Tisch. Seit Monaten raufen sich Salmtaler Bürger und Gewerbetreibende die Haare. Die Landesstraße 141 in Richtung Sehlem braucht eine neue Brücke über die Bahnlinie von Koblenz nach Trier. Entschied der Landesbetrieb LBM. Selbst das ist umstritten: Einwohner berichten von einem 65 Tonnen-Schwertransporter, der erst kürzlich genau diese Brücke passiert habe. Umstritten ist besonders auch die Vorgehensweise des LBM, der der Gemeinde Salmtal das fertige Ergebnis der Maßnahmenplanung lediglich präsentiert hatte. 4.500 Autos täglich Bürgermeister Anton Duckart: »Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man eine Gemeinde, die in diesem Ausmaß von einer baulichen Maßnahme betroffen ist, an der Planung zu beteiligen hat.« Selbst wenn es gesetzlich nicht vorgeschrieben sei, es gehöre sich einfach. Die Informationsveranstaltung sei sachlich, aber eben zu spät gewesen. Die Salmtaler hatten zwei Alternativen vorgeschlagen: eine zeitlich begrenzte Behelfs- oder eine Ersatzbrücke neben der heutigen, die nach Fertigstellung mit Verschwenkungen an die Fahrbahn angeschlossen würde. Während der Bauphase, die ihnen ohnehin unerklärlich lange vorkommt, wäre die alte Brücke in Betrieb geblieben. Beide Varianten verwarf der LBM. Sie seien zu teuer und zu gefährlich. In einer Pressemitteilung heißt es: »Das Abwägungsergebnis lautet, dass es bei dem Ersatzneubau an Ort und Stelle bleiben muss.« Die Gewerbetreibenden fürchten, durch die Umleitung auf Dauer Kunden zu verlieren. Wer die L 141 nutzt, wird nun einen erheblichen Mehraufwand an Zeit und Geld einplanen müssen. Täglich passieren 4.500 Fahrzeuge die Brücke. Etwa die Hälfte, schätzt Duckart, werde die ausgeschilderte Umleitung nutzen, die für den Schwerlastverkehr über die Autobahn erfolgt. Die andere, ortskundige Hälfte werde sich alternative Wege durch Salmrohr und Dörbach bahnen. Ihm ist an einer verträglichen Lösung gelegen. Er bittet alle Anwohner, in Zukunft rücksichtsvoll zu parken, damit der innerörtliche Verkehr problemlos fließen kann. pug  Foto: P.Geisbüsch