Stefanie Baumann

Die Welt zu Gast bei Freunden

Es ist das größte kommunale Inklusionsprojekt in der Geschichte der Bundesrepublik: Zwölf Host Towns in Rheinland-Pfalz werden im Juni 2023 Delegationen der Special Olympics World Games Berlin 2023 begrüßen. Die internationalen Athlet*innen und deren Angehörige werden die Regionen zwischen Rhein, Mosel, Hunsrück, Eifel und Pfälzer Wald und ihre Menschen kennenlernen.
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Große Freude bei den Verantwortlichen des Landesverbandes von Special Olympics - hier gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach den Landesspielen in Trier.

Große Freude bei den Verantwortlichen des Landesverbandes von Special Olympics - hier gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach den Landesspielen in Trier.

Foto: SO-RLP

Bad Dürkheim, Bitburg (zusammen mit den Verbandsgemeinden Bitburger Land und Prüm), Koblenz (zusammen mit dem Kreis Mayen-Koblenz), Ludwigshafen, Mendig, Neuwied, Pirmasens, Speyer und Trier werden zum Bild Deutschlands in der Welt beitragen.
Vom 12. bis 15. Juni 2023 sind die Host Towns Gastgeber für die Athlet*innen und deren Angehörige vor Beginn der Wettbewerbe in Berlin. Sie bereiten den Empfang für die internationalen Delegationen. Das Host Town Program ist vor allem ein Baustein der Special Olympics World Games 2023 für eine nachhaltig inklusive Gesellschaft. Von den bundesweit 216 Host Towns wird ein starker Im-puls für eine bundesweite Bewusstseinsbildung ausgehen.
Gegen Barrieren im Kopf
Mark Solomeyer, Athletensprecher und Vizepräsident von Special Olympics Deutschland und stellvertretender Athletensprecher Special Olympics Rhein-land-Pfalz ist begeistert. „Zwölf Kommunen aus meiner Heimatregion! Dass die Kommunen überall so zahlreich dabei sind, macht die Freude der Athletinnen und Athleten auf das Host Town Programm noch größer. Sie können mit ihren Familien, ihren Freunden und den Gästen zusammen feiern, Inklusion erleben und den Sport in ihre Regionen tragen.Aber noch mehr freut uns, dass wir dadurch Aufmerksamkeit in den Regionen bekommen, dass Barrieren im Kopf abgebaut werden! Am wichtigsten ist die Nachhaltigkeit – dass die Inklusion auch nach den Weltspielen in den Kommunen bleibt.“
Wichtiger Motor für eine bundesweite Inklusion
“Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit den Projekt-Kommunen in Rheinland-Pfalz weitere Schritte auf dem inklusiven Weg zu gehen. Die Bewerbungen und vielfältigen Ideen für inklusive Projekte und Angebote zeigen die große Begeis-terung und das starke Interesse unserer rheinland-pfälzischen Kommunen”, sagt Burkhard Schappert, Präsident von SO Rheinland-Pfalz. “Die Weltspiele 2023 sind mit ihrer Strahlkraft ein ganz wichtiger Motor für die Inklusion bundesweit – aber auch vor Ort, in den Städten und Gemeinden in Rheinland-Pfalz.” Schappert ist der festen Überzeugung, zusammen mit den Kommunen die Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung in den kommenden Jahren nachhaltig zu verankern und breitgefächerte Angebote zu schaffen. In den ausgewählten rheinland-pfälzischen Host-Towns werde es großartige inklusive Feste und Begegnungen geben. Schappert: “Die Welt wird hier "Zu Gast bei Freunden" sein!”
"Herzlich willkommen in Rheinland-Pfalz"
Innen- und Sportminister Roger Lewentz sagt: „Rheinland-Pfalz ist ein Land, in dem Sport und Bewegung großgeschrieben werden. Und das gilt für alle Menschen, ganz gleich, ob sie eine Behinderung haben oder nicht. Sport und Bewegung sind inklusiv, sie verbinden und führen zusammen. Deshalb bin ich stolz auf unsere rheinland-pfälzischen Kommunen, die diese Werte hochhalten und im Rahmen der Special Olympics World Games in Berlin Athletinnen und Athleten aus aller Welt mit großer Gastfreundschaft beherbergen werden. Schon jetzt sage ich herzlich: willkommen in Rheinland-Pfalz!“
Katarina Barley, die Vize-Präsidentin des EU-Parlaments, sieht in den Special Olympics World Games Berlin 2023 den Anstoß für mehr Inklusion. “Die Spiele sind ein großes sportliches und soziales Ereignis, das für bessere Bedingungen sorgen wird.” Barley erkennt auch den europäischen Kontext. Mit großer Begeisterung und Freude habe sie die Bewerbungen aus ihrer Heimatregion Trier und die gemeinsame Bewerbung von Perl, Schengen, Apach und weiteren Gemeinden aus dem Dreiländereck Frankreich, Deutschland, Luxemburg (Titel: “Brückenschlag”) verfolgt. Hier werde mit der Kraft des Sports “Europa grenz-überschreitend gelebt und gestaltet”.
Den Ausschlag zur Auswahl als Host Town haben vor allem die Konzepte für die inklusiven Projekte vor Ort gegeben. Die Kommunen überzeugten zudem mit Motivation und Ideen. Insgesamt werden bundesweit 216 Kommunen Host Towns. 216 kommunale Projekte sorgen für einen Aufbruch für mehr Teilhabe und Anerkennung von Menschen mit Behinderung.
Ein bundesweit starker Impulus
„Das Programm ist ein Baustein der Special Olympics World Games Berlin 2023 für eine nachhaltig inklusive Gesellschaft. Umso größer ist unsere Freude über die riesige Resonanz, die es bundesweit in Städten, Gemeinden und Landkrei-sen gefunden hat“, sagt Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland. „Das Programm zielt auf die Etablierung inklusiver Strukturen und auf selbstbestimmte Teilhabe vor Ort. Damit ist es Ausdruck unserer ganzheitlichen Strategie, über den Sport hinaus die Lebenswelten von Menschen mit geistiger Behinderung und deren Wahrnehmung in der Gesellschaft im Blick zu haben. Die 216 Host Towns gehen mit dem Programm einen großen Schritt in Richtung Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und senden einen starken Impuls für eine bundesweite Bewusstseinsbildung.“
Das größte kommunale Inklusionsprojekt in der Geschichte der Bundesrepublik stiftet ein neues Miteinander und öffnet den Raum für Begegnungen weit über die Special Olympics World Games Berlin 2023 (17. bis 25. Juni 2023) hinaus.
"Wir gehören dazu"
Mit den Weltspielen 2023, dem weltweit größten inklusiven Sportevent, wird Inklusion (be-)greifbarer. Menschen mit geistiger Behinderung werden sicht-bar, Begegnungen einfacher, Austausch selbstverständlicher. Im Berliner Olympiastadion, auf dem Alexanderplatz – und dank des Programms auch in zwölf Host Towns in Rheinland-Pfalz. Zusammen mit den Projekten von Special Olympics “Live” und “Wir gehören dazu” entsteht eine kraftvolle Inklusionsbewegung. Auch die Bewerbungen, die nicht berücksichtigt werden konnten, sollen Teil des Netzwerks der inklusiven Kommunen werden. Zusammen unschlagbar, zusammen inklusiv – in Vielfältigkeit vereint.