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Gefahren beim Baden in Flüssen und Seen

Baden im Sommer ist für viele ein Muss. Aber Flüsse und Seen bergen Gefahren – insbesondere für alle, die nicht richtig schwimmen können.
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Viele unterschätzen die Gefahren beim Baden. Die Wasserschutzpolizei mahnt zur Vorsicht.

Viele unterschätzen die Gefahren beim Baden. Die Wasserschutzpolizei mahnt zur Vorsicht.

Ein leckeres Eis, kurze Hosen und ein Sprung ins kalte Nass: so kann man den Sommer ertragen. Obwohl das Wetter im Moment wechselhaft ist, zieht es die Menschen hinaus und an die Mosel, Lieser und andere Flüsse und Seen.
Was eigentlich ein vergnüglicher Tag mit der Familie oder den Freunden werden sollte, kann schnell zum Albtraum werden: denn Badeunfälle – mitunter tödlich – häufen sich. Schnell gerät man in einem Fluss oder See in eine unsichtbare Strömung oder verheddert sich in den Unterwasserpflanzen. Wer dann nicht richtig schwimmen kann, gerät schnell in eine Notsituation. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gab 2017 bekannt, dass eine repräsentative forsa-Umfrage gezeigt hat, dass 59 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer sind. Und auch jeder zweite Erwachsene bezeichnet sich als schlechter Schwimmer oder gar Nichtschwimmer.
Eine Situation mit fatalen Folgen: »Deutschlandweit sind 2020 mindestens 378 Menschen ertrunken«, berichtet Matthias Pauly, Vorsitzender des DLRG Wittlich.
Die Gründe für diese Entwicklung sieht die DLRG u.a. in den deutschlandweiten Schwimmbadschließungen und dem Mangel an Unterricht in der Schule.
Viele Badewütige unterschätzten aber auch einfach ihr eigenes Können: »Eine der größten Gefahren in der Mosel besteht beispielsweise im Schifffahrtsverkehr«, weiß Achim Bartholome von der Wasserschutzpolizei Trier, die auch für den Bereich Bernkastel zuständig ist. »Die Schiffe sind mitunter sehr groß und beim Vorbeifahren entsteht eine große Sogwirkung, die die Schwimmer nicht richtig abschätzen können.«
Zu beachten seien auch die sogenannten Baggerstrecken. Bedingt durch den Schiffsverkehr gebe es Stellen in der Mosel, an denen das Wasser sehr niedrig ist. Wie an einer Klippe geht es dann aber plötzlich steil nach unten. »Nichtschwimmer denken, sie befinden sich in seichtem Wasser und stürzen dann ab, weil sie den Halt verlieren«, warnt Bartholome.

Weitere Gefahren beim Baden

Weitere Gefahren listet die Wasserschutzpolizei in einem Flyer auf: Verletzungsgefahr durch Sprünge, Kollisionen mit Treibgut und Steganlagen sowie Schockreaktionen durch unterschiedliche Wassertemperaturen. Auch sollte man darauf achten, dass in der Nähe von Hafeneinfahrten oder in vielen Ortslagen das Schwimmen im Fluss generell verboten ist.
Wenn man dann doch in Not gerät, ist eswichtig ruhig zu bleiben, sich mit der Strömung ans Ufer treiben zu lassen und mit Rufen auf sich aufmerksam zu machen. Wer helfen will, sollte sich niemals selbst in Gefahr begeben und lieber den Notruf verständigen.
Damit man am Ende nicht wie ein Stein im Wasser untergeht, ist ein regelmäßiges Schwimmtraining unumgänglich. Der DLRG Wittlich bietet dazu u.a. Schwimmkurse für Kinder an. »Dafür sind wir auf die ehrenamtliche Unterstützung unserer Helferinnen und Helfer anwiesen«, so Matthias Pauly. »Weiter kann eine Schwimmausbildung nur stattfinden, solange wir Zugang zu Schwimmbädern bekommen. Die DLRG Wittlich kann zurzeit noch auf einen ausreichend großen Helferkreis zurückgreifen und wir bekommen auch noch genügend Schwimmbadzeiten im städtischen Schwimmbad. Wir erwarten allerdings in den nächsten Jahren eine längere Schließzeit auf Grund des Schwimmbadneubaus bzw. der Renovierung.« Das sei nicht nur problematisch für das Erlernen des Schwimmens an sich, sondern nehme den Kindern auch die Möglichkeit die neuen Bewegungsabläufe später zu trainieren.

Landesregierung fördert Kinder

Unterstützung erhält der DLRG jetzt von der Landesregierung Rheinland-Pfalz: »Es ist wichtig, dass Kinder bereits in frühen Jahren das sichere Schwimmen erlernen und trainieren, um auch in Gefahrensituationen besser reagieren zu können. Deshalb wird das Land die Fördergelder für das Kleinkinderschwimmen der DLRG erhöhen«, so Innenminister Roger Lewentz kürzlich. Pro Jahr sollen 40.000 Euro für die Schwimmausbildung zur Verfügung stehen.
Eine positive Nachricht: Im Zuständigkeitsbereich des DLRG Wittlich und der Wasserschutzpolizei gab es in diesem Jahr noch keinen tödlichen Unfall. (ju)


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