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Immer mehr Jugendliche landen im Krankenhaus

Karneval ist für viele Menschen ein Höhepunkt im Jahr. Hier können sie Feiern, Spaß haben und sich mit Freunden treffen. Dabei hat sich die »fünfte Jahreszeit« für viele Heranwachsende und Erwachsene als Zeit intensiven Alkoholkonsums entwickelt. Ein Wandel, der nachdenklich macht.
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Immer mehr Heranwachsende landen nach exzessivem Rauschtrinken im Krankenhaus  - übrigens nicht nur in der Karnevalszeit. Themenbild: Karin Schumann/pixelio.de

Immer mehr Heranwachsende landen nach exzessivem Rauschtrinken im Krankenhaus - übrigens nicht nur in der Karnevalszeit. Themenbild: Karin Schumann/pixelio.de

Bernkastel-Wittlich. Oft konsumieren sogar Kinder Alkohol in der Karnevalszeit. Während der Straßenumzüge an Alkohol zu gelangen ist leicht; viele mischen sich Berauschendes auch selbst oder umgehen auf andere Weise die Jugendschutzbestimmungen. Stephan Rother, Jugendschutzbeauftragter des Kreises Bernkastel-Wittlich warnt: »Verharmlosung ist hier nicht angebracht. Alkohol wirkt bei Kindern und Jugendlichen viel stärker als bei Erwachsenen.«
Aus den Jugendschutzkontrollen und Rückmeldungen der Notdienste zur Fastnacht sei in den letzten Jahren leider deutlich geworden, dass immer mehr Minderjährige wegen übermäßigem Alkoholkonsum aufgefallen oder sogar mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden seien. Zusammen mit dem Arbeitskreis »Jugendschutz/Suchtprävention im Landkreis Bernkastel-Wittlich« regt Stephan Rother deshalb auch in diesem Jahr die Karnevalsvereine und Veranstalter an, sich für eine Selbstverpflichtung zur Einhaltung des Jugendschutzes stark zu machen.
Alkoholmissbrauch zunehmendes Problem Einige Karnevalsvereine beteiligen sich wieder an der Aktion und wollen dafür sorgen, dass bei Karnevalsumzügen an die Zuschauer kein Alkohol abgegeben wird. Eine Initiative, die das Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich sehr begrüßt. »Unsere Teams in der Notaufnahme bestätigen, dass der Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen ein zunehmendes Problem ist,« sagt Krankenhaussprecherin Sabine Zimmer. So verzeichnet das Controlling im Jahr 2015 alleine 33 alkoholindizierte Aufnahmen Jugendlicher, darunter vier erst 13-Jährige. Von Januar bis November 2016 sind bereits 39 Jugendliche eingeliefert worden.
Folgende gesetzliche Regelungen des Jugendschutzes gelten übrigens nicht nur im Karneval: »An Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen alkoholische Getränke weder abgegeben werden , noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden. An Personen unter 18 Jahren dürfen branntweinhaltige Getränke weder abgegeben werden, noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden. Die Anwesenheit bei öffentlichen Tanzveranstaltungen (z.B. Kappensitzungen, Maskenbälle) ohne Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person darf Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht und Jugendlichen ab 16 Jahren längstens bis 24  Uhr gestattet werden. . .«
Informationen: Stephan Rother, Tel.: 0 65 71 / 14 - 2220, Mail: Stephan.Rother@Bernkastel-Wittlich.deExtraAnzahl der alkoholindizierten Aufnahmen im Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich im Jahr 2015: 13-Jährige: 4; 14-Jährige: 2; 15-Jährige: 5; 16-Jährige: 10; 17-Jährige: 12. Im Jahr 2016 (Januar bis November): 13-Jährige: 4; 14-Jährige: 6; 15-Jährige: 10; 16-Jährige: 7, 17-Jährige: 12.
Die kritischsten Zeiten sind neben Karneval das Wittlicher Oktoberfest, die Säubrennerkirmes und das Bernkasteler Weinfest.