Jeder Fünfte zeigt seelische Auffälligkeiten

Gesundheitskonferenz des Landkreises: Seelische Gesundheit – ein Thema in der Schule
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Großes Interesse fand die diesjährige Gesundheitsförderungskonferenz des Landkreises Bernkastel-Wittlich am 07. Oktober 2015. In Vertretung des Landrats begrüßte  der Geschäftsbereichsleiter für Gesundheit und Soziales, Dr. Pascal Schleder rund 300 Zuhörer und Aktive im  Cusanus-Gymnasium Wittlich. Nach aktuellen Studien zeigen etwa zwanzig Prozent der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten. Neben einer sich wandelnden Gesellschaft und veränderten familiären Strukturen spielt auch die Lebenswelt Schule eine zentrale Rolle. Sie weist zwar eigene Problemfelder auf wie Leistungsdruck und Mobbing, kann aber andererseits neben einem guten Familienklima auch ein bedeutender Schutzfaktor für seelische Gesundheit sein.

Schutzfaktoren für seelische Gesundheit

Deshalb sind gesundheitsfördernde Programme mit dem Schwerpunkt der Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen in der Schule besonders wertvoll. Im Eröffnungsvortag berichtete Dr. Alexander Marcus, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Mutterhaus der Borromäerinnen Trier sehr lebendig und anschaulich über verschiedene typische psychische Störungen im Kindes- und Jugendlichenalter wie Schulangst und Trennungsangst, die zur Schulverweigerung führen können. ADHS und Störungen des Sozialverhaltens sind weitere häufige Krankheitsbilder.

Stärken, nicht Schwächen im Fokus

Er wies darauf hin, dass es sehr wichtig sei, die Stärken jedes einzelnen Schülers zu sehen und zu wertschätzen. Der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Hans-Peter Brettle aus Wittlich beschrieb wichtige Faktoren, die Kinder zu stabilen und verantwortungsbewussten Erwachsenen werden lassen. Nicht jedes Kind, nicht jeder Jugendliche mit Auffälligkeiten sei auch therapiebedürftig. Frauke Lörsch, Schulleiterin der Grundschule Morbach und Nadine Werner, Schulsozialarbeiterin an der Freiherr vom Stein Realschule plus in Bernkastel-Kues betonten die hohe Bedeutung einer engen und guten Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus und zeigten die derzeitigen Möglichkeiten des Umgangs mit Verhaltensauffälligkeiten von Schülern und Schülerinnen auf.

Verschiedene Präventionsprojekte im Kreis

Die Kultusministerkonferenz der Länder hat 2012 Gesundheitsförderung und Prävention als Kernaufgabe von Schulen erklärt. Es gibt bereits gute und effektive Projekte und Programme. Im Landkreis werden verschiedene präventive Projekte von Schulen durchgeführt, dies vor allem an Grundschulen. Speziell auf die seelische Gesundheit ausgerichtete Programme wie „MindMatters- mit psychischer Gesundheit gute Schule machen“ sind im Landkreis Bernkastel-Wittlich derzeit aber noch nicht verankert. Über dieses Programm berichtete bei der Gesundheitsförderungskonferenz Dr. Birgit Nieskens, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leuphana Universität Lüneburg, gemeinsam mit Gabi Paus von der Barmer GEK. Das Programm ist kostenfrei erhältlich. Auch die Stiftung „Achtung Kinderseele“, gegründet von Ärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie, setzt sich sehr für die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ein und bietet Informationen und Projekte zum Beispiel für Kitas an.

Vorträge und Fakten unter www.bernkastel-wittlich.de/GesKon15.html.  Foto: Veranstalter


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