Stefanie Baumann

PI Wittlich: Mehr Unfälle in 2021

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion (PI) Wittlich sind die Gesamtunfallzahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Das "Vor Corona"-Niveau wurde aber nicht erreicht. 1.698 Unfälle weist die Unfallstatistik für das Jahr 2021 aus, 67 mehr als im Jahr 2020. Zwei Menschen verloren ihr Leben.
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Foto: DJV

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden sank erfreulicherweise von 185 im Jahr 2020 auf 152 im Jahr 2021 (minus 33). Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Getöteten erhöhte sich von einem im Jahr 2020 auf zwei in 2021. Bei den Unfällen mit schwerverletzten Personen fiel die Zahl von 52 (2020) auf 39 (minus 13). Die Zahl der Unfälle mit leichtverletzten Personen fiel ebenfalls, von 132 (2020) auf 111 VU (- 21) im Jahr 2021.
Verunglückte
Bei der Zahl der bei Unfällen insgesamt verunglückten/ verletzten Personen ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Im Jahr 2020 lag die Zahl bei 235 Personen (185 VU mit Personenschaden) und in 2021 bei 179 Personen (152 VU mit Personenschaden). Die Zahl der Getöteten stieg von einer Person auf zwei Personen, die Zahl der Schwerverletzten sank von 58 Personen (2020) auf 45 Personen und die Zahl der Leichtverletzten fiel von 176 Personen (2020) auf 132 Personen  in 2021.
Bei den beiden Getöteten handelt es sich um einen Fahrradfahrer (Pedelec), der im Stadtgebiet auf einer abschüssigen Straße mit einem ordnungsgemäß am rechten Fahrbahnrand geparkten PKW kollidierte. Beim Sturz zog er sich schwerwiegende Kopfverletzungen zu, an denen er an der Unfallstelle verstarb. Der Verstorbene trug bei dem Unfall keinen Helm. Ein Motorradfahrer, der vor einer Kuppe zum Überholen von zwei PKW ansetzte, erlitt ebenfalls tödliche Verletzungen. Aufgrund von Gegenverkehr hatte er versucht, zwischen den beiden überholten PKW einzuscheren, dabei die Kontrolle über sein Motorrad verloren, stürzte und rutschte auf die Gegenfahrbahn, wo er mit einem entgegenkommenden PKW zusammen prallte.
Verkehrsunfälle mit Flucht
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort ist im Vergleich zum Vorjahr von 260 auf 243 VU rückläufig. Von den aufgenommenen Unfällen konnten 112 Unfallfluchten geklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 46,5 Prozent (42,3 Prozent in 2020). Wie die Polizei mitteilt, sei die erfreuliche Steigerung der Aufklärungsquote unter anderem auf die Mitwirkung von - oftmals unbeteiligten - Zeugen zurückzuführen.
Die Unfallursachen
Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden ist die nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit - überwiegend außerorts - mit 33 Prozent die häufigste Unfallursache, gefolgt von Abstand mit 17 Prozent, und Vorfahrt/Vorrang mit 11 Prozent. Die häufigsten Unfallursachen bei den Verkehrsunfällen mit Sachschaden liegen beim Abstand mit 22 Prozent Abbiegen/ Wenden/ Rückwärtsfahren (20 Prozent), Vorfahrt/ Vorrang (4,6) und der nicht angepassten oder überhöhten Geschwindigkeit (3,9). Die Ursachen der übrigen Unfälle liegen im niedrigen Prozentbereich .
Die Unfallursache Alkohol liegt bei 28 Verkehrsunfällen vor (27 in 2020). Es ereigneten sich dabei zwei VU mit Schwerverletzten und vier Unfälle mit Leichtverletzten. Insgesamt wurden bei diesen Verkehrsunfällen zwei Personen schwer und acht Personen leicht verletzt. Die Beteiligung der Unfallursache Alkohol an der Gesamtunfallzahl beträgt 1,64 Prozent. Die Unfallursache Fahren unter Drogeneinfluss ist bei einem Verkehrsunfall zu verzeichnen, wobei keine Person verletzt wurde. Bei Unfällen unter Medikamenteneinfluss ist kein Unfall zu verzeichnen. Es ereigneten sich zwei Verkehrsunfälle, bei denen eine Ablenkung durch Handynutzung während der Fahrt nachweislich ursächlich war. Bei beiden Unfällen wurden hierbei insgesamt eine Person schwer und vier Personen leicht verletzt.  
Risikogruppen
Mit zwölf Verkehrsunfällen im Jahr 2021 ist die Kinderbeteiligung am Gesamtunfallgeschehen gegenüber dem Vorjahr (15 in 2020) zurückgegangen. Bei diesen Unfällen wurden neun Kinder verletzt. Im Jahr 2021 ereignete sich kein Schulwegunfall. Bereits im Jahr 2005 erfolgte im Stadtgebiet Wittlich im Bereich einer weiterführenden Schule die Einrichtung eines Schülerlotsendienstes, heute "Verkehrshelfer". Hier versehen Schüler tagtäglich bei "Wind und Wetter" ehrenamtlich ihren Dienst am Fußgängerüberweg, um besonders den jüngeren Mitschülern an dieser verkehrsreichen Stelle das sichere Überqueren der Straße zu ermöglichen. Seit Einrichtung des Schülerlotsendienstes hat sich an diesem Fußgängerüberweg kein Verkehrsunfall mit Personenschaden zugetragen.
Junge Erwachsene
Die Gruppe der jungen Fahrer und Fahrerinnen im Alter von 18 bis 24 Jahren stellt im Bereich der PI Wittlich immer noch eine große Risikogruppe dar. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg in dieser Gruppe zu verzeichnen. Im Jahr 2021 haben sich 401 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von 18 bis 24-jährigen Verkehrsteilnehmern ereignet (2020/ 380 VU). Der Anteil dieser Risikogruppe an der Gesamtunfallzahl liegt bei 23,6 Prozent. Insgesamt wurden dabei 32 Personen der Risikogruppe verletzt, fünf davon schwer und 27 Personen leicht. Von den 401 Unfällen wurden 280 Unfälle durch diese Altersgruppe verursacht (68,8 Prozent). In 43 VU setzten dabei die "jungen Fahrer*innen" aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit die Hauptunfallursache.
Ältere Verkehrsteilnehmer
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Senioren ab 65 Jahren ist von 297 Unfällen in 2020 auf 315 Verkehrsunfälle leicht gestiegen. Der Anteil dieser Gruppe an der Gesamtunfallzahl liegt bei 18,5 Prozent. In 233 der 315 VU setzten Personen dieser Altersgruppe die Hauptunfallursache. Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden unter Beteiligung von Senioren ab 65 Jahren ereigneten sich ein VU mit tödlich verletzter Person (Radfahrer), 10 VU mit schwer und 18 VU mit leicht verletzten Personen. Die Hauptunfallursachen seitens der Senioren sind ungenügender Sicherheitsabstand mit 63 VU, Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren mit 55 VU sowie Missachtung der Vorfahrt mit 22 VU.
Motorisierter Zweiradverkehr
Mit Beginn des Frühjahrs startet die Saison der motorisierten Zweiräder. Kurvenreiche Strecken üben für die Führer von Motorrädern eine besondere Faszination aus. In dieser Gruppe gehen Unfälle häufig mit erheblichen Personenschäden einher. Im Jahr 2021 ist die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern, dazu Motorräder mit amtlichen Kennzeichen und mit Versicherungskennzeichen, nur leicht von 57 VU im Jahr 2020 auf 56 VU im Jahr 2021 gefallen. Bei 44 dieser Unfälle kam es zu Personenschäden. Insgesamt verunglückten 47 Personen: eine Person wurde getötet, 21 wurden schwer und 25 leicht verletzt.
 Den größten Anteil bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden unter Beteiligung der motorisierten Zweiräder stellt nach wie vor die Gruppe der Motorräder mit 34 Verkehrsunfällen dar. Dabei wurde insgesamt eine Person getötet und 33 Personen wurden verletzt. Bei den motorisierten Zweirädern mit Versicherungskennzeichen gab es 12 VU mit insgesamt zehn Verletzten. Die Hauptunfallursache aller Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweirädern ist die überhöhte Geschwindigkeit (bei 25 VU), aber auch die Unerfahrenheit bzgl. der örtlichen Gegebenheiten und der eigenen Fähigkeiten (Kurvenfahren) können mitursächlich sein. Die Hauptunfallzeit liegt am Wochenende, insbesondere am Samstag, zwischen 9 und 18 Uhr (10 VU) und am Sonntag, zwischen 15 und 21 Uhr (9 VU).
Radfahrer
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern ist im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr von 40 Verkehrsunfällen auf 26 Verkehrsunfälle gesunken. Dabei wurde eine Person getötet, fünf Personen wurden schwer und 19 Personen leicht verletzt. Bei der Betrachtung der Risikogruppe "Radfahrer" muss unterschieden werden zwischen Fahrrädern und Pedelecs. Es gab insgesamt 22 Unfälle mit Fahrrädern, bei denen vier Personen schwer und 15 Personen leicht verletzt wurden. Die Unfälle mit Pedelec bis 25 km/h (ohne Kennzeichen) liegen bei vier, bei denen eine Person tödlich, eine Person schwer und vier Personen leicht verletzt wurden.
Fußgänger
Es ereigneten sich im Jahr 2021 fünf Verkehrsunfälle mit Fußgängerbeteiligung, davon vier VU mit Personenschaden. Bei diesen Unfällen setzte lediglich in einem Fall der Fußgänger die Unfallursache. Insgesamt wurden als Fußgänger eine Person schwer und zwei Personen leicht verletzt. Im Vergleich hatten sich im Jahr 2020 zwölf VU mit Fußgängerbeteiligung ereignet, bei denen drei Personen schwer und neun  Personen leicht verletzt wurden.
LKW
Es ereigneten sich im Jahr 2021 87 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von LKW über 3,5t. Bei 15 Unfällen kam es zu Personenschaden (zwei VU mit Schwerverletzen, 13 VU mit Leichtverletzten). Insgesamt wurden zwei Personen schwer und 17 Personen leicht verletzt.
Unfälle mit Wild
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wild ist gegenüber dem Vorjahr (462) auf 521 VU in 2021 gestiegen und entspricht einem Anteil von 30 Prozent der Gesamtunfälle. Bei den diesjährigen Unfällen mit Wildbeteiligung ereigneten sich fünf Unfälle mit Personenschaden, es wurden zwei Personen schwerverletzt (vier in 2020) und drei Personen leicht verletzt (fünf in 2020).