Belgische Wissenschaftler für die Abschaltung von Tihange 2

Monschau. Wissenschaftler der belgischen Universität Löwen haben jetzt massive Zweifel an der Sicherheit des als „Bröckelreaktor“ bekannt gewordenen Kernkraftwerks Tihange 2 geäußert.

Die Erklärung des Betreibers von Tihange (ENGIE Electrabel) und der belgischen Atomaufsicht (FANK), von den tausenden Haarrissen gehe keine Gefahr aus, ist der neuen unabhängigen Studie zufolge stark zu bezweifeln. Städteregionsrat Helmut Etschenberg hat daraufhin seine Forderung erneuert, Tihange 2 unverzüglich abzuschalten. „Mittlerweile ist auch in Belgien klar, dass von dem Reaktor Tihange 2 eine Gefahr ausgeht. Das kann auch die FANK nicht immer weiter ignorieren. Es darf nicht sein, dass hier mutwillig und offensichtlich aus finanziellen Interessen eine Gefahr für Leib und Leben für die Menschen in Belgien und auch in unserer Region in Kauf genommen wird.“Etschenberg weiter: „Auch unsere jetzige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sollte jetzt endlich aus ihrer Lethargie erwachen und sich aktiv und mit Nachdruck für die Interessen der Menschen in der Aachener Region einsetzen. Wir brauchen jetzt keine Sonntagsreden von theoretischen Nicht-Zuständigkeiten mehr, sondern einen aktiven und eindringlichen Einsatz in Belgien. Sich einmal jährlich zum Gedankenaustausch in einer Kommission zu treffen, mag aus Expertenebene wichtig und richtig sein, ändert nichts an den Unsicherheiten, mit denen wir alle hier Tag für Tag leben müssen.“

Wie tief die Sorgen in der Bevölkerung der DreiländerRegion verankert sind, könne man laut Etschenberg unter anderem an der Beteiligung von 50.000 Menschen an der Menschenkette gegen Tihange im Juni ablesen. Zudem liegen wenige Tage nach dem Start der Vorverteilung von Jodtabletten alleine in den zehn Kommunen der StädteRegion jetzt schon rund 14.000 Anträge für weit mehr Personen vor (7.500 im Jodportal der Stadt Aachen und 6.400 im Jodportal für die neun weiteren Kommunen bei der StädteRegion Aachen). „Ich würde lieber heute als morgen die Vorverteilung der Jodtabletten stoppen“, so Etschenberg. „Dazu müsste man in Belgien nur endlich den unseligen Reaktor 2 in Tihange abschalten. Das ist überfällig!“

 

 

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