GOLD für Kalterherberg

Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« mit 99 Prozent gewonnen

Kalterherberg. Strahlende Eifeler und überglückliche Kalterherberger: Der Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« hat den Süden der Städteregion Aachen zum großen Gewinner gemacht. An der Spitze der Ort mit dem Eifeldom, der sich als neues Zentrum für Wander- und Radtourismus zukunftsfähig aufstellt. Der Lohn: Gold mit 494 von 500 Punkten bedeuten den Einzug in den Landeswettbewerb im nächsten Jahr.

»Wir fühlen uns ausgezeichnet«, skandierte Aarne Kreuzinger-Janik voller Stolz im doppeldeutigen Sinne. Es geht aufwärts im 2000-Seelen-Dorf, dem so oft eine düstere Zukunft vorhergesagt worden war. »Gerade die Schließung der Grundschule hing wie eine dunkle Wolke über dem Ort«, weiß Kreuzinger-Janik, der mit dem »Initiativkreis Dorfentwicklung« seit rund zwei Jahren den Ort auf Vordermann bringt. Mit Ideenreichtum und Engagement habe man Kalterherberg ein neues Gesicht gegeben. So soll in dem Grenzort am Rande der Städteregion Aachen in den nächsten zehn bis 15 Jahren ein Rad- und Wanderdorf mit großer Kompetenz entstehen. Es gebe ein tolles Radwegenetz rund um den Ort - diese Chance wolle man nutzen. »Wir wollen die Bevölkerung mitnehmen und haben das beim Besuch der Jury gezeigt«, versichert Rainer Mertens, der den Dorfwettbewerb akribisch vorbereitet hat. Über die Zukunftswerkstatt und das professionelle Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) habe man es geschafft, viele Bürger in einen dauerhaften Veränderungsprozess einzubinden.

Grenzenlos

Und dabei will man womögliche Nachteile in Chancen umwandeln. »Wir wollen die bereits gute Zusammenarbeit mit unseren belgischen Nachbarn ausweiten«, nennt Mertens ein Beispiel. Dann sei man nicht mehr das Ende der Städteregion, sondern das »Tor zu den Ardennen«. Grenzenloses Zusammenleben werde mit Küchelscheid bereits seit vielen Jahren praktiziert. Übrigens auch ein Punkt, der die Jury begeisterte.

Dass ein Kalterherberger Bürger die Nachnutzung der Grundschule für den Ort und das Vereinsleben möglich mache, sei ein Glücksfall. Mit Breitband und besserer Mobilität wolle man den Wirtschaftsstandort stärken und mit touristischen Highlights unter dem Leitgedanken »RadDorf« den Ort für Einheimische und Gäste attraktiv halten. Mehr zur Zukunft Kalterherbergs gibt es im Internet auf www.zukunftswerkstatt-kalterherberg.eu

Doch viel Zeit, den Triumph zu feiern, gönnen sich Mertens und Kreuzinger-Janik nicht. »Wir wollen einige Projekte bis zum Landeswettbewerb 2018 konkretisieren, um dann Zukunftsfähigkeit dokumentieren zu können«, so Mertens. »Wir sind ein lebendiger Ort«, unterstreicht Kreuzinger-Janik und stellt fest: »Wir bringen das Rad wieder zum Rollen«. Stimmen zum »GOLD für Kalterherberg« finden Sie auf www.wochenspiegellive.de/epaper

Die weiteren Platzierungen

2. Eicherscheid (489 Punkte), 3. Konzen (468), 4. Einruhr (398), 5. Huppenbroich (382), 6. Vicht (368), 7. Rott (355), 8. Werth (337), 9. Hammer (319), 10. Rurberg (315), 11. Dedenborn (312), 12. Kesternich (257)

Sonderpreise
starke Dorfgemeinschaft: Eicherscheid
ortstypische Grüngestaltung und Pflege von Naturflächen: Rurberg
Konzeption/Umsetzung: Rott
Barrierefreier Zugang zur Kirche: Konzen
Landwirtschaft: Konzen

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