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Mit Motorrad abseits der "Haupteinflugschneisen" unterwegs

Satzvey, Heimbach, Simonskall und Monschau in Schräglage

Kreis Euskirchen. Tourenvorschläge für die Eifel? Braucht man so etwas überhaupt? Eigentlich nicht, denn man kann sich einfach an einem sonnigen Wochenende mit seinem Bike an eine der »Haupteinflugschneisen« in die Eifel stellen und lässt sich mitziehen. Das, was den Reiz der Eifel aber ausmacht, bleibt häufig verborgen. Abseits der viel befahrenen Hauptrouten gibt es in der Eifel eine Reihe von kleinen, kurveneichen Strecken, die es zu entdecken lohnt.

Unsere Tour beginnt in Euskirchen. Das trübe Wetter tut der Vorfreude auf das, was wir in den nächsten Stunden entdecken wollen, keinen Abbruch. Wir lassen den Trubel der Kreisstadt schnell hinter uns und folgen der B 51 in Richtung Bad Münstereifel. In Höhe von Arloff biegen wir an der großen Ampelkreuzung rechts ab in Richtung Kalkar – Antweiler – Satzvey. Wir lassen es ruhig angehen. Dies liegt nicht nur an der frü-hen Morgenstunde, sondern auch an der Tatsache, dass die Schilder »Achtung Wildwechsel« ihren Sinn haben.

Burgen und Felsen

Die Burg Zievel, malerisch eingebettet in eine 18-Loch-Golfanlage, passieren wir kurz vor dem Ort Satzvey. Das Dorf und die gleichnamige Burg sind über die Landesgrenzen hinaus für die dort stattfindenden Events bekannt.

Wir passieren die Orte Obergartzem, Schwerfen und Floisdorf, um dann in Eicks das barocke Schloss der Familie Bacher von Gescher zu erreichen. Wer sich das Schloss, zumindest von außen, in aller Ruhe anschauen möchte, kann dies sehr gut von der Außenanlage des gegenüberliegenden Bauerncafés »Zur Zehntscheune« machen.

Der Blick auf die Uhr drängt uns wieder in den Sattel. Wir fahren zügig weiter in Richtung Glehn. Vorbei an den Orten Hergarten und dem Weiler Walbig erreichen wir die Nationalparkstadt Heimbach, die kleinste Stadt in NRW. Sehenswert sind vor allem die Burg Hengsbach, markant über der Stadt gelegen, und für technikaffine Zeitgenossen lohnt sich der Besuch des 1905 erbauten Jugendstil-Wasserkraftwerkes.

Mittlerweile ist es später Vormittag und die Sonne lugt ab und an durch die Wolkendecke. Unser Weg führt nun durch das enge Tal der Rur in Richtung Nideggen. Jetzt im Frühjahr konkurrieren an den Berghängen alle Schattierungen der Farbpalette grün. Wir rollen an den Orten Hausen und Abenden vorbei und können bald die Buntsand-steinfelsen, die sich Uhu, Fledermäuse und natürlich Kletterer teilen, kurz vor Nideggen ausmachen. In der Stadt angekommen gönnen wir den Bikes eine kurze Pause. Ein Fußweg führt uns zur Burgruine. Von hier oben hat man einen tollen Blick in das Rurtal.

Simonskall - ein Muss

Wir folgen der Empfehlung eines Eifelkenners und tippen als nächstes Ziel den Ort Simonskall in das Navi. Über Zerkall, Bergstein, Kleinau und Hürtgenwald führt unser Weg nach Vossenack. Kurz hinter Vossenack kurven wir über eine Serpentine zum Zielort.

Nachdem im 19. Jahrhundert die Landwirtschaft zum Broterwerb diente, ist heute der Tourismus die Haupteinnahmequelle für die Simonskaller. Sehenswert ist der Ortskern und das Junkerhaus mit den Gedenkausstellungen. Interessant ist auch der historische Wanderweg zur Industrie- und Siedlungsgeschichte des Kalltales.

Nach einer ausführlichen Ortsbesichtigung geht es nun über Rollesbroich und Strauch nach Steckenborn. Am Kreisverkehr der K 20 liegt das bekannte Café »Biker Ranch«, ein Bikertreff in der Eifel. Hier gilt das Motto sehen und gesehen werden. Die Gespräche an den Nachbartischen haben uns mit so viel Grundlagenwissen über Schräglagen und Kurventechnik versorgt, dass wir uns nun frohen Mutes auf die nächsten Serpentinen »trauen«.

Steckenborn, Woffelsbach und Rurberg sind die nächsten Zwischenziele (Achtung: An Sonntagen und Feiertagen ist die Strecke für Motorradfahrer gesperrt). Dieses Teilstück gehört zweifelsfrei zu den schönsten Straßen in der Nordeifel. Um die Serpentinen ohne Adrenalinschübe genießen zu können, sollte man im Vorfeld seine Ambitionen auf seine fahrerischen Möglichkeiten abstimmen.

Eifelperle Monschau

Einmal in der Nordeifel unterwegs darf ein Besuch der Stadt Monschau nicht fehlen. Von Rurberg aus wählen wir den Weg über Dedenborn, Hammer und Rohren nach Monschau. Mit einigen Spitzkehren verläuft die Straße größtenteils entlang der Rur, windet sich durch Buchenalleen, um dann im Heckenland auf die B 258 einzumünden. Bis Monschau ist es jetzt nur noch ein Katzensprung.

In Monschau erwartet den Besucher ein mittelalterliches Stadtbild mit engen Gassen und Fachwerkhäusern. Eine Stadtbesichtigung, verbunden mit einem längeren Fußmarsch in Endurostiefeln, ist schon eine Herausforderung. In Monschau lohnt sich dies jedoch allemal. Den letzten Kaffee des Tages trinken wir in Morsbach im Morsbacher Hof. Die Eindrücke der schönen Tagestour schwirren noch unsortiert in unseren Köpfen, als wir die Heimfahrt antreten.

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