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Euskirchener Chefarzt half in Ghana aus

Euskirchen. Dr. Norbert Golz nutzte seinen Ruhestand, um in einem Krankenhaus in Kpando in Ghana vier Wochen lang die gynäkologische Abteilung zu leiten.

24 Jahre lang hat Norbert Golz als Chefarzt die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Euskirchener Marien-Hospital geleitet, bevor er im vergangenen Mai in den Ruhestand eingetreten ist. Aber die Arbeit gleich ganz an den Nagel hängen, das kam für Golz nicht infrage. Stattdessen suchte sich der Euskirchener Chefarzt  eine spannende Aufgabe: Er reiste für vier Wochen nach Ghana und übernahm dort die Vertretung in der gynäkologischen Abteilung einer Klinik in Kpando.
»Das wollte ich immer schon machen, wenn ich in Rente gehe«, erzählt Golz. Vermittelt wurde die Stelle über die »German Rotary Voluntary Doctors«, die in Ghana und Nepal Kliniken unterstützen.
Kpando liegt in der ärmsten Region Ghanas und dementsprechend sind die medizinischen Verhältnisse auch deutlich anders als in Deutschland.
»Die Ärzte dort haben an Equipment alles da, aber sie können schlecht damit umgehen«, sagt Golz. So wurde das Endoskopie-Gerät beispielsweise seit drei Jahren nicht mehr benutzt, weil die Lampe darin kaputt ist.
41 Operationen, meist Kaiserschnitte und Gebärmutterentfernungen, nahm Golz in seiner Zeit dort vor. Durch die medizinische Ausstattung dauerten die Operationen deutlich länger als es hierzulande mittlerweile der Fall ist.
Golz nahm in dem Krankenhaus schnell die Rolle des Lehrers ein und gab sein Wissen an das Team dort weiter.
Über das Gesundheitssystem vor Ort konnte der Arzt nur staunen. Üblich ist es, dass zwar alle Menschen privat versichert sind, diese Versicherung aber nicht alles abdeckt. So müssen sie für Operationen und Behandlungen selber zahlen. Ein Geburt kostet umgerechnet 10 Euro, ein Kaiserschnitt 20. Die Betreuung nach der OP übernehmen keine Krankenschwestern sondern die Familie, so erzählte Golz.
»Ich habe erlebt, dass es extrem fröhliche und dankbare Menschen trotz niedrigem Lebensniveau gibt«, resümiert er.
Für ihn wird es nicht der letzte Einsatz gewesen sein. Im nächsten Jahr will er eine Klinik in China unterstützen.

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