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Dieses WC ist kein Griff ins Klo

Wichterich. Die Erfindung von Heinrich Meier ist für den Hintern, aber nicht, weil sie nichts taugt – ganz im Gegenteil sogar: Eigentlich benötigt sie fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens. Die Rede ist von einer elektrisch höhenverstellbaren Wand-Toilette. »Jetzt suche ich jemanden, der meine Erfindung unter die Leute bringt. Im wahrsten Sinne des Wortes«, erzählt der 73-jährige Schöpfer lachend.

Bei der Vorführung seines Proto-Typen in der heimischen Garage in Wichterich erklärt Heinrich Meier: »Durch zwei Tasten, die mit Auf- und Ab-Pfeilen gekennzeichnet sind, kann das WC zwanzig Zentimeter bewegt werden.« Angetrieben wird seine Innovation durch einen simplen Rolladenmotor. Dieser treibt die beiden Zahnräder und die zwei Zahnstangen laufruhig nach oben oder unten. Diese Technik bewegt wiederum die Aufhängung der Toilette. Der Grundstock ist ein handelsüblicher Träger mit eingebautem Spülkasten, der hinter einer Wand montiert wird.

Alte Bekannte

»Ich bin von Hause aus Techniker und immer begeistert, wenn Menschen ihre Idee in die Tat umsetzen – und im Fall von Heinrich Meier auch noch mit so simplen Dingen«, sagt Günter Rosenke. Zur Vorführung seines schöpferischen Einfalls hatte Heinrich Meier den Landrat des Kreises Euskirchen eingeladen. »Wir kennen uns aus vergangenen Zeiten. Heinrich Meier war Vorsitzender des Euskirchener Industrieclubs und ich war Mitglied«, erzählt Rosenke und ergänzt: »Er war schon immer ein kleiner Daniel Düsentrieb«.

Komfort und Hygiene

Als Rentner hatte Meier, der vorher als Kfz-Meister mit einem Autohaus in Euskirchen selbstständig war, dann auch die Zeit, seine Gedanken weiterzuspinnen. »Wer stehen bleibt, steht im Weg«, so der 73-Jährige. Die Idee zu seinem elektrisch-höhenverstellbaren Wand-WC kam ihm, als er zu Besuch in einer Klinik war. Meier: »Zwei Patienten sprachen auf dem Gang über die Toilettenanlagen und bemängelten den Komfort und die Hygiene durch die Toiletten-Aufsätze für kranke und in der Bewegung eingeschränkte Menschen«. Diese Unterhaltung habe sich dann in seinem Kopf festgesetzt. »Meine Erfindung könnte für die Hygiene in Kranken- und Pflegehäusern aber auch für jeden Privathaushalt ein Segen sein«.

Patent angemeldet

Drei Jahre lang hat Heinrich Meier dann an seiner Idee gefeilt. »2015 habe ich sie dann vom Patentamt prüfen lassen«, so Meier. Unterstützung hatte er dabei von einem befreundeten Juristen. Rund anderthalb Jahre hat das Verfahren gedauert. Dann hielt er seine Urkunde über die Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt in der Hand. Es gebe zwar ähnliche Erfindungen, diese Toiletten seien aber nicht elektrisch höhenverstellbar. »Sogar unter Belastung – also während man drauf sitzt – lässt sich das WC noch auf und ab fahren und ist somit auch eine Hilfe beim Hinsetzen und Aufstehen«, erklärt der Wichtericher.

Jetzt sucht der Erfinder ein Unternehmen, das ihm das Patent abkauft und das Produkt weiterentwickelt. »Ich hoffe bald auf einer der von meinem Mann entwickelten Toiletten sitzen zu können«, sagt Margot Meier. Denn auch wenn sie körperlich noch fit ist, hat sie mit ihrer geringen Körpergröße häufig Probleme mit zu hoch montierten Klos.

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