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Zum Lernen geht es in die Container-Schule

Thalfang. Ende März soll das Containerdorf an der Realschule Plus stehen und so den Start der Sanierung des gegenüberliegenden Schulgebäudes einläuten. Den Baubeginn feierten Vertreter aus Politik und Gesellschaft mit einem traditionellen Spatenstich. Die Sanierungkosten werden aktuell mit 10,77 Millionen Euro beziffert.

Die Realschule in Thalfang besteht seit 1971. Wegen des hohen Alters wurde nun eine Sanierung notwendig, um sie weiterhin wettbewerbsfähig zu halten. »Das ist für Thalfang eine Herkulesaufgabe«, sagte Marc Hüllenkremer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Thalfang, in seiner Ansprache. Die Sanierung kostet rund 10,77 Millionen Euro und stellen für die VG eine gewaltige Herausforderung dar. Das Land bezuschusst das Projekt mit zwei Millionen Euro. Vor dem Hintergrund der Kommunalreform und eines möglichen Wechsels der Verbandsgemeinde in den Landkreis Trier-Saarburg trägt Thalfang die Hauptlast der Schulsanierung: 8,4 Millionen Euro. Der Landkreis Bernkastel-Wittlich ist mit 330. 000 Euro beteiligt. »Dies ist eine Investition in eine zukunftsorientierte Bildungsinfrastruktur und damit in unsere jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger«, so Hüllenkremer. Es sei zugleich ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Grundzentrums Thalfang und der Förderung des ländlichen Raums.

Das komplette Schulgebäude wird generalsaniert

In den Schulcontainern sollen vorübergehend 260 Schüler untergebracht werden. Die Fläche, auf die die Container aufgebaut werden, hat die  Gemeinnützige Gesellschaft für ambulante und stationäre Altenhilfe, die in direkter Nachbarschaft eine betreute Wohnanlage betreibt, der VG überlassen. Andreas Janouschkowetz vom Planungsbüro Loewer und Partner in Darmstadt sagte mit Blick auf die bevorstehende Sanierung des Schulgebäudes: »Sie haben nachher ein Gebäude in Neuqualität.«  Geplant ist, dass nach dem Umzug der Schüler im Frühjahr in einem ersten Schritt eine Schadstoffsanierung erfolge, denn beim Ausbau von Zwischendecken und Fenstern würden Asbest, PCB und Mineralfasern frei. Anschließend werde das Gebäude auch energetisch saniert und die gesamte Schule werde barrierefrei umgebaut. Während der Bauphase sollen zwei Jahrgänge im in den Schul-Containern unterrichtet werden.  „Es war zwar eine schöne Zeit in der alten Schule, aber was danach kommt, ist besser“, sagte Schülersprecher Jordan Ziedell Tankeu (15 Jahre). Er freue sich für die zukünftigen Schüler, auch wenn sein Jahrgang die neue Schule nicht mehr erleben werde.  »Mit vielen Arbeitsgemeinschaften wird hier auch das soziale Lernen und die Persönlichkeitsentwicklung gefördert«, sagte Staatssekretär Hans Beckmann. Ende 2017 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Extra

Die seit 1971 bestehende Erbeskopf-Realschule plus wurde zunächst als zweizügige Hauptschule dann als zweizügige Regionale Schule und zuletzt seit 2009 als Realschule Plus geführt. Als kooperative Realschule Plus bietet sie eine Alternative zu den beiden Integrierten Gesamtschulen in Hermeskeil und Morbach. Im Dezember 2013 erhielt die Schule aufgrund der ländlichen Siedlungsstruktur eine Ausnahmegenehmigung von der Mindestzügigkeit. Die Schüler kommen aus dem gesamten Einzugsbereich der Verbandsgemeinde Thalfang und auch darüber hinaus. Derzeit besuchen rund 260 Schüler die Schule. Diese Zahl ist seit Jahren stabil. Davor war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Im Jahr 2007 zählte die Schule noch 208 Schüler. Neben der klassischen Unterrichtsform wird auf freiwilliger Grundlage ein Ganztagsschulangebot bereit gehalten, das zunehmend in Anspruch genommen wird. Hinzu kommt ein vielfältiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften, wie etwa der Schulband, einer Theater-AG, englische und französische Sprachzertifikate. Besondere Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit liegen in der Berufsorientierung sowie dem Präventionsprogramm (zum Beispiel Sucht und Drogen, Gesundheitsförderung, Cyperspace, Team-Training). Eng arbeitet die Schule mit den Jugendhilfeeinrichtungen der Region zusammen und bietet Austauschprogramme an.

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