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Achse von Nord nach Süd soll Durchbruch für Radverkehr sein

Stadt Trier. Die Steigerung des Radverkehrsanteils von neun auf 15 Prozent ist ein Ziel, das bereits im Trierer Mobilitätskonzept 2009 festgeschrieben wurde. Seither sind viele einzelne Verbesserungen umgesetzt worden, zwischen denen jedoch häufig die Verbindung fehlt. Eine Achse von Nord nach Süd könnte dem Radverkehr in Trier zum Durchbruch verhelfen.

"Mein Eindruck ist, dass viele Leute gerne mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren würden, sich aber nicht trauen. Und deshalb erreichen wir nicht den Radanteil, wie er in anderen Städten schon normal ist", schilderte OB Wolfram Leibe in der Pressekonferenz des Stadtvorstands die Situation. Dem könnte die Nord-Süd-Achse möglicherweise Abhilfe schaffen. Ziel ist deshalb die Schaffung einer durchgängigen Verbindung von Ruwer bis Mariahof auf einer Länge von 8,3 Kilometern.

Piktogramme statt Radstreifen

Wie Jonas Klöpfer, Koordinator für den Fahrradverkehr im Stadtplanungsamt, erläuterte, wurden mit der Metzer Allee, der Spitzmühle, der Walramsneustraße, der Trevirispassage, der Herzogenbuscher- und der Loebstraße seit 2010 wichtige Abschnitte der Trasse mit separaten Radwegen, Radfahrstreifen oder Umweltspuren für den Radverkehr fit gemacht. Für die Weberbach und die Paulinstraße, wo aus Platzgründen die Markierung eines Radfahrstreifens nicht möglich ist, wird in den kommenden Wochen ein innovatives Konzept umgesetzt: Piktogramme, die in regelmäßigen Abständen auf die Fahrbahn aufgebracht werden, signalisieren den Autofahrern, dass Radverkehr hier zu erwarten ist und auch erwünscht ist. Die Radfahrer selbst sollen so ermutigt werden, die Fahrbahn statt den Gehweg zu benutzen. Die Fahrradsymbole auf der Straße werden jeweils durch zwei Richtungspfeile ergänzt, die auf eine kontinuierliche Radroute hinweisen. Für das Aufbringen der insgesamt 61 Piktogramme auf einer Strecke von knapp 1,5 Kilometern wird mit Kosten von rund 15.000 Euro gerechnet. Sofern es keinen frühen Wintereinbruch mit Dauerfrost gibt, soll die Markierung noch 2017 abgeschlossen sein.

Modellprojekt

"Es geht darum, mit kleinem Aufwand das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit für den Radverkehr zu erhöhen", erklärte Beigeordneter Andreas Ludwig. Da diese Art der Markierung bisher nicht in der Straßenverkehrsordnung vorgesehen ist, hat die Stadt ein Modellprojekt daraus gemacht: Verkehrsexperten der Universitäten Wuppertal und Dresden werden in einem Vorher- Nachher-Vergleich die Wirkung der Piktogrammfolge in den beiden Straßen analysieren.

Lücke zwischen Ruwer und Nord

Eine weitere größere Lücke in der Nord-Süd-Achse besteht noch zwischen Ruwer und Trier-Nord. Auch Touristen, die vom Ruwertal- auf den Moselradweg wechseln wollen, müssen derzeit noch auf der Hauptstraße in Richtung Grüneberg weiterfahren. An dieser Stelle ist bis 2019 der Neubau eines separaten Radwegs geplant, der auf der früheren Moselbahntrasse verläuft. Die Kosten für diesen Abschnitt belaufen sich voraussichtlich auf 960.000 Euro.

PA/RED

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