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Bistum Trier: "Die Finanzen entwickeln sich weiter kritisch"

Bistum rechnet mit Defizit von über 28 Millionen Euro

Stadt Trier. "Wir wollen nachhaltig und wirtschaftlich mit unseren Ressourcen umgehen, sodass Kirche im Bistum Trier auch für künftige Generationen da sein kann." Das hat Generalvikar Dr. Graf Ulrich von Plettenberg bei der Haushaltspressekonferenz am 31. Januar gesagt. Die Verantwortlichen stellten den Haushaltsplan 2018 sowie den Jahresabschluss für 2016 vor. Für das Haushaltsjahr 2018 erwartet das Bistum ein Defizit von 28,8 Millionen Euro, da den Erträgen von rund 429 Millionen Euro Aufwendungen in Höhe von rund 458 Millionen Euro entgegenstehen.

Wesentliche Ursache für das Defizit sei die Anpassung der Pensionsrückstellungen, für die das Bistum auf seine allgemeine Rücklage zurückgreifen muss. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Altersvorsorgeaufwendungen um 11,4 Millionen Euro auf rund 55 Millionen – ein durch das niedrige Zinsniveau bedingter Trend der vergangenen Jahre, der sich auch in den kommenden Jahren noch fortsetze, wie Finanzdirektorin Kirsten Straus erklärte. Mittelfristig sei zwar wieder mit höheren Zinserträgen auf die Rückstellungen zu rechnen, doch "das Prinzip Hoffnung ist uns für die Sicherheit der Pensionen unserer Mitarbeiter nicht genug".

Kirchliche Träger sind größer Ausgabeposten

Der größte Ausgabenposten (rund 40 Prozent) des Bistums sind Zuschüsse an kirchliche Träger in Höhe von rund 180 Millionen Euro – dazu gehören etwa Personal-, Bau-, und Sachkostenzuschüsse. Die Kosten für das Personal liegen mit rund 170 Millionen Euro (rund 37 Prozent) an zweiter Stelle, gefolgt von den Finanz- und Sachaufwendungen, Abschreibungen und dem Bauunterhalt. Aufgeschlüsselt nach Aufgabenbereichen wendet das Bistum mit 148 Millionen etwas mehr als ein Drittel seiner Mittel für die Seelsorge und verwaltungsbezogene Unterstützung auf, 62 Millionen fließen in Katholische Schulen und den Religionsunterricht, rund 51 Millionen in die Kindertagesstätten. Weitere Aufgabenbereiche sind unter anderem Caritas, Berufliche und Erwachsenenbildung, Beratung oder Jugend. Bei den Investitio-nen spielen mit 4,4 Millionen Euro die Baumaßnahmen die wichtigste Rolle. Der Großteil wird an Schulen investiert – etwa für Brandschutzmaßnahmen und energetische Sanierungen an Schulen in Neunkirchen, Bitburg, und Saarbrücken oder einen Erweiterungsbau an einer Koblenzer Schule. Bei den Erträgen macht die Kirchensteuer den größten Anteil mit 75 Prozent und prognostizierten 322 Millionen Euro aus, hinzu kommen Zuschüsse von rund 63 Millionen Euro (14,7 Prozent), Staatsleistungen (4,1 Prozent), Erträge aus Finanzanlagevermögen und Zinsen (3,6 Prozent) sowie Mieten und Pacht, Spenden und Kollekten und sonstige Erträge.

"Finanzen entwickeln sich weiter kritisch"

Mit Blick auf den Geschäftsbericht und den Jahresabschluss 2016 sagte Straus, die Finanzen entwickelten sich weiterhin kritisch. Während der Jahresabschluss 2016 einen Verlust von 10,2 Millionen Euro aufweist, erwarte man auch 2017 Verluste in zweistelliger Millionenhöhe. Die Pensionsrückstellungen und das niedrige Zinsniveau seien hier wesentliche Kostentreiber, doch auch andere Risikofaktoren seien zu beachten, wie etwa der demografische Wandel und die sinkende Zahl der Katholiken. Nachdem drei Jahre in Folge negative Jahresabschlüsse verzeichnet worden seien, werde nun ein Haushaltssicherungskonzept notwendig.

Ziel: Ausgeglichener Haushalt bis 2024

"Unser Ziel ist ein ausgeglichener Haushalt bis 2024", unterstrich Generalvikar von Plettenberg. Das Haushaltssicherungskonzept sei dabei weit mehr als ein "Kostensenkungsplan", sondern biete die Chance zur Aufgabenkritik und eine Schärfung des strategischen Profils des Bistums. "Die Synodenumsetzung wird natürlich ein vorrangiges Ziel sein. Auch das wird ein Mehraufwand werden angesichts der Umstrukturierungsmaßnahmen, für den wir auf unsere Rücklagen zurückgreifen müs-sen."

Geschäftsbericht von Umsetzung der Synode geprägt

Dr. Gundo Lames, Direktor für den Bereich Ziele und Entwicklung, stellte den Geschäftsbericht 2017 vor. Es werde deutlich, dass das Jahr von dem Start der Umsetzungsphase der Synode geprägt war. Mit dem Entwurf einer Raumgliederung für die "Pfarreien der Zukunft" und der Thematisierung der damit verbundenen Vermögensverwaltung sei das Bistum ein strukturelles Thema angegangen. Gleichzeitig hätten mehrere Teilprozessgruppen begonnen, an den inhaltlichen Themen zu arbeiten: an einem Rahmenleitbild für die Pfarrei der Zukunft, an den Fragen von Leitung und Verwaltung innerhalb der Pfarreien, aber auch zu den Themen "Diakonische Kirchenentwicklung" und "Synodalität". Welche Schwerpunkte die Kirche im Bistum Trier außerdem beschäftigt haben, zeigt der Geschäftsbericht exemplarisch an Einblicken in die Bistumsschulen, Aktionen und Maßnahmen aus dem Bereich Umweltschutz und Schöpfungsverantwortung sowie einem Projekt zur lokalen Kirchenentwicklung. Lames unterstrich in diesem Zusammenhang: "Projekte wie das zur lokalen Kirchenentwicklung geben jetzt schon Ideen, wie die Ziele der Synode umgesetzt werden könnten. Wir wollen als Kirche im Bistum Trier missionarisch, diakonisch und lokal sein."

Förderschwerpunkt für 2018

Auch für 2018 stehen schon Förderschwerpunkte fest: Die Baukostenzuschüsse an die Kirchengemeinden für Kindertageseinrichtungen werden um 3,6 Millionen Euro gegenüber dem Regelbudget aufgestockt. Für die Synodenumsetzung werden 2,7 Millionen Euro veranschlagt. Bistumsprojekte wie z.B. das Klimamanagement, "Tante Anna" in Sulzbach  oder "Inklusiv leben" in Bad Kreuznach werden mit 2,1 Millionen Euro gefördert, die Ausstellung "LebensWertArbeit" im Museum am Dom anlässlich des Karl-Marx-Jahres mit 135.000 Euro, die Teilnahme am Weltjugendtag in Panama und die Ministranten-Romwallfahrt 2018 mit zusammen rund 200.000 Euro. Auch die Flüchtlingshilfe spielt mit 1 Million Euro weiterhin eine wichtige Rolle.

RED

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