SP

Trierer Medienwissenschaft wird 20 Jahre alt

Stadt Trier. Mit 200 Gästen hat die Trierer Medienwissenschaft ihr 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Professoren und Studierende versetzten die Gäste des Festakts zurück in die Entstehungsjahre und reisten mit ihnen bis in die Zukunft. Denn das Studienfach steht in seiner Geschichte an einem Übergangspunkt.

Damals, als Jan Ullrich die Tour de France gewonnen hat, als Lady Di plötzlich im Tunnel starb, der  erste Band von Harry Potter in den Buchläden erschien und die Trierer Eintracht den Erstligisten der Fußballbundesliga Borussia Dortmund aus dem Spiel um den Pokal des Deutschen Fußballbundes kickte - 20 Jahre liegen diese Ereignisse zurück, an die Professor Hans-Jürgen Bucher erinnert. Damals, zum Wintersemester 1997/1998, hat er gemeinsam mit Professor Martin Loiperdinger die Trierer Medienwissenschaft gegründet.  Die Momente, die Bucher bei seiner Eröffnungsrede zur Jubiläumsfeier in der Bischöflichen Promotionsaula beschreibt, hat die Mehrheit der Jubiläumsgäste irgendwie durch Fernsehen, Zeitung oder Radio erlebt. Genau der Stoff, mit dem sich die Medienwissenschaft seit ihren Anfängen auseinandersetzt: Professor Bucher analysiert im Schwerpunkt publizistische Medien und die Wahrnehmung von Medien durch die Nutzer. Die Forschung von Professor Loiperdinger dreht sich um Filmgeschichte. In der Fachwelt anerkannt ist zum Beispiel seine Arbeit zum ältesten Kino der Welt, das KINtop-Jahrbuch zur Kinogeschichte und Filmvorführungen mit der Laterna Magica.

Gut aufgestellt

Mit den Forschungsschwerpunkten war die Trierer Medienwissenschaft vor 20 Jahren gut aufgestellt. Für den Jubiläumsakt hat Professor Sebastian Hoffmann, der Dekan des Fachbereichs, in den Gründungsdokumenten gewühlt. Erst war angedacht, dass das Studienfach nur neben einem anderen zu studieren sei. "Wegen der vermeintlich schlechten Berufsaussichten, war ein Studiengang der Medienwissenschaft in einem Hauptfach anzubieten, nicht sinnvoll", heißt es in dem alten Konzeptpapier. Heute wollen viele "etwas mit Medien" machen und das Fach glänzt mit hohen Bewerberzahlen, weswegen es bis heute eines der wenigen Fächer an der Universität Trier mit  Zulassungsbeschränkung ist. Mittlerweile hat es 450 Absolventen sowie zehn Promotionen hervorgebracht, die Medienwissenschaft im Hauptfach studiert haben.

Fach wird sich neu aufstellen

In der vermeintlich kurzen akademischen Laufbahn des Trierer Studienfachs hat sich doch viel in der Medienwelt getan: Modems knarzen und piepsen nicht mehr, Smartphones erblickten das Licht der Welt, Bilder flimmern in 4K-Auflösung über die Bildschirme in Übertragungsgeschwindigkeit Long Term Evolution (LTE). Das Medienangebot ist insgesamt um ein Vielfaches gewachsen, wie etwa um Streaming-Dienste für Film, Musik und Podcasts. Damit haben sich auch die Forschungsschwerpunkte verändert. Die Trierer Medienwissenschaft ging mit der Zeit und gewann eine weitere Professur dazu: Im Jahr 2010 brachte Klaus Arnold als Jüngster im Professoren-Team die Öffentliche Kommunikation in die Medienwissenschaft ein. In seiner Forschung widmete sich Arnold insbesondere der Qualität im Journalismus und lieferte damit einen bedeutenden wissenschaftlichen Beitrag für das Fach im deutschsprachigen Raum. An der Universität Trier brachte er unter anderem ein großes Forschungsprojekt zum Lokaljournalismus auf den Weg, dessen Fertigstellung er nicht mehr erleben darf: Professor Arnold ist im vergangenen Jahr nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.  Nicht nur wegen des Verlustes von Klaus Arnold muss sich das Fach neu aufstellen: Ende März verabschiedet sich Professor Loiperdinger in den Ruhestand, Professor Bucher folgt ihm im nächsten Jahr. "Die Trierer Medienwissenschaft steht an einem Übergangspunkt." In dem Moment seiner Rede hält Professor Hans-Jürgen Bucher inne: Hier schlägt das Rieplsche Gesetz in der Trierer Medienwissenschaft zu. Es besagt, dass kein Instrument der Information und des Gedankenaustausches, das sich bewährt hat, jemals von einem anderen verdrängt oder ersetzt wird.

Jung und alt zugleich

"So ist es nicht nur mit den Medien, sondern auch mit den Professuren der Trierer Medienwissenschaft", resümiert Prof. Dr. Michael Jäckel, Präsident der Universität Trier, in seinem Grußwort. Zwei Professoren oder Professorinnen werden neu gesucht. Die Schwerpunkte Filmgeschichte, Publizistik und Qualitätsjournalismus sollen in einer Professur für Medienwissenschaft – Digitale und Audiovisuelle Medien sowie einer Professur für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Öffentliche Kommunikation aufgehen. Also ist die Trierer Medienwissenschaft jung und alt zugleich. Nach 20 Jahren wird sie mit ihrem Erbe und mit neuem Elan in die nächste akademische Lebensphase aufbrechen. Den Vorgeschmack dazu konnten die Gäste des Jubiläums beim abschließenden Empfang mit Uniwein und Fingerfood erleben.

Weitere Infos zur Medienwissenschaft gibt es hier.

RED

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Bühne frei für die Künstler von morgen

Höfen. Spaßig, bunt und unterhaltsam sollen sie werden, die zehnten Schultheatertage, an denen sich 46 Bildungseinrichtungen aus den Kreisen Heinsberg und Düren sowie der Städteregion Aachen beteiligen.Eifel (Fö). Spaßig, bunt und unterhaltsam war auch die Präsentation des Programms im Aachener Grenzlandtheater. Und das lag nicht am gut aufgelegten Intendanten Uwe Brandt, sondern an Judith Okon. Die 16-jährige Schülerin aus Aachen moderierte die Programmvorstellung derart professionell, das selbst gestandene Politiker ins Schwärmen gerieten.Getreu dem Motto »Raus aus dem Klassenzimmer, rauf auf die Bühne« findet die zehnte Auflage der Schultheatertage statt. Und genau dieses Motto lebt Judith Okon, die nicht erst durch ein Berufspraktikum am »Theater 99« für die Schauspielerei Feuer und Flamme ist.Etwa 1000 Schüler aller Altersklassen und aus allen Schulformen werden mit 46 Aufführungen die Bühnen der Theaterhäuser in der Region stürmen und mit ihren eigenen Produktionen ein großes Publikum beeindrucken. »Wir erwarten etwa 5000 Gäste«, hofft Jutta Kroehnert von der Aachener Kultur- und Theaterinitiative (AKuT).Unterstützt werden die Kinder und Jugendlichen dabei nicht nur von ihren Lehrern, sondern auch von professionellen Theaterleuten aus der Region. Theaterpädagogen, Schauspieler, Regisseure, Kostüm- und Bühnenbilder und Tänzer stellen ihr Wissen und Können in den Dienst der jungen »Nachwuchskünstler«.»Ihr habt die Chance, aktiv an euren eigenen Stücken zu arbeiten und sie später vor einem großen Publikum aufzuführen. Dazu gehört dann natürlich auch eine professionelle Bühne, wie auch das richtige Bühnenbild, Kostüm und Schminke«, appeliiert Judith Okon an viele Gleichaltrige, die große Bühne zu betreten.Förderung von Kompetenzen»Im Übrigen fördert das sogar persönliche, soziale, emotionale und kulturelle Kompetenzen«, unterstreicht Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters Aachen. »Auch im digitalen Zeitalter ist Theater und Schauspiel immer noch Handarbeit. Sie ist die ursprünglichste Unterhaltungsform - zappen wie am Fernseher oder klicken an PC oder Smartphone geht hier nicht«, stellt Brandt klar. Das Publikum müsse sich mit dem Stück und den Darstellern auseinandersetzen. »Und wir bewegen etwas - bei Schauspielern wie Publikum«, ist Brandt stolz.Kulturelle Vielfalt in den Schulen»Uns wurde so etwas in unserer Schulzeit nicht geboten«, bedauert Georg Beyß, Kreisdirektor des Kreises Düren, der zum dritten Mal an den Schultheatertagen teilnimmt. Als Neuzugang beteiligt sich erstmals auch der Kreis Heinsberg. »Solch außerschulische Lernorte sind wertvoll für unsere Schüler«, freut sich der stellvertretende Städteregionsrat Axel Wirtz über das Engagement an Schulen und Theatern. »Die kulturelle Vielfalt ist wichtig für unsere gesellschaftliche Entwicklung. Und auf der Bühne kann man das vorleben.«Wer teilnimmt, stellt eine eigene Theaterproduktion auf die Beine. Für die Kinder und Jugendlichen in den Schulen bedeutet das nun: Kulissen bauen, Kostüme schneidern, proben und mit ihren eigenen Produktionen ein großes Publikum beeindrucken. Aufgeführt wird schließlich auf einer »richtigen« professionellen Bühne mit allem, was dazugehört. Der Eintritt zu allen Produktionen ist frei.Das Programmheft zu den zehnten Schultheatertagen gibt es in allen Rathäusern, Schulen und Geschäftsstellen der Sparkasse Aachen. Zum Download liegt es bereit auf www.schultheatertage.euGymnasium und GrundschuleMit zwei Aufführungen beteiligt sich auch die Eifel an den Schultheatertagen:Freitag, 4. Mai, 11 Uhr - Aula des St. Michael-Gymnasiums Monschau: »Die Vogelhochzeit« nach Rolf Zuckowski - präsentiert von der Katholischen Grundschule Höfen-MützenichMittwoch, 20. Juni, 18 Uhr - Space im Ludwig Forum Aachen: »Die Kleinbürgerhochzeit« präsentiert vom St. Michael-Gymnasium Monschau Spaßig, bunt und unterhaltsam sollen sie werden, die zehnten Schultheatertage, an denen sich 46 Bildungseinrichtungen aus den Kreisen Heinsberg und Düren sowie der Städteregion Aachen beteiligen.Eifel (Fö). Spaßig, bunt und unterhaltsam war…

weiterlesen