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De Nück wärem

Manni kallt platt. Ich „spelle“ seit 40 Jahren „de hellije Mann“ (Nikolaus). Vorher bin ich als „Hans Muff“ (Knecht Ruprecht) bei unserer Gemeindeschwester Maria, die vor mir den Nikolaus mimte, „en de Liehr jejange“, habe also bei ihr meine Ausbildung als Himmelsbote absolviert.

Ich frage mich oft, wie viele Babyschnuller ich in dieser Eigenschaft seither unbarmherzig einkassiert habe. Immer mit der mir von den Eltern aufgetragenen scheinheiligen Begründung: „Du biss doch jetz schon sooo jroooß, Du brauchs doch schon jar keine Nück mehr?“

Manche „Puute“ haben sich noch zwei, drei Augenblicke gewehrt, ehe sie mir ihren „Nüggel“ aushändigten. Die meisten haben sich aber auf das Tauschgeschäft „Ehre gegen Nuck“ eingelassen und ihren Schnuller für das zweifelhafte Kompliment hergegeben.

Ich an Stelle der „Pänz“ hätte mich als „hellije Mann“ gefragt: „Hür ens, hellije Mann, häss Du ejentlich de Nück wärem? Wafür sollt ich Dir menge Nuggel mött jeffe? Datt däht mir am Engk morje at leed . . .“ Der Nuggel dient als Reduzierstück auf dem Milchfläschchen und gleichzeitig plastikweicher Ersatz der mütterlichen Brustwarze. Daran „nuggelt“ oder „nüggelt“ das Kleinkind. Wenn es das zu heftig tut, könnte die „Nück“ im Wortsinn warm werden. Das Schmähwort „Du häss de Nück wärem“ wird trotzdem nur im übertragenen Sinne verwendet und bedeutet: „Du bist wohl nicht bei Trost?! Du hast sie wohl nicht alle?!“

„Nuckes“ oder „Nückes“ ist übrigens das Kosewort fürs Hausschwein. „Nückessje“ ist die Verniedlichungsform für den ferkelhaften Nachwuchs. „Sou“ oder „Crem“ heißt die Muttersau, „Bier“ von „E-ber“ der Mann, „Bersch“ der kastrierte „Bier“, der nur Onkel werden kann. Im Geschlechterkanon von „Singularis Porcus“ fehlt noch der „Bennebier“, dessen Keimdrüsen sich nicht außen in der dafür vorgesehenen beutelartigen Hautfalte befinden, sondern in der Bauchhöhle, „benne“.

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